20 Millionen Redakteure gesucht!

Von Thomas Mrazek am 11. Mai 2006

Ja, Sie lesen richtig, mit dieser Headline wirbt die Netzeitung für ihr neues Projekt Readers Edition, dort heißt es:

“Deutschlands erste Internet-Zeitung erweitert ihr Korrespondenten-Netz. Wir suchen 20 Millionen Mitarbeiter. Wir erwarten Berichte, Artikel, Nachrichten, Fotos aus allen Ländern zu allen Themen. Jeder soll veröffentlichen, der mehr weiß als wir. Chefredakteure und Ressortleiter werden vom Volk gewählt.”

Bisher kann man sich nur per E-Mail anmelden. Vorgestellt werden soll das Ganze bei der Besser Online-Tagung Ende Mai in Berlin. Der Projektleiter, Peter Schink, ist in der Bloggerszene kein Unbekannter und betreut u.a. die drei mal in der Woche erscheinende Blogosphäre bei der Netzeitung.

Verdienen werden die neuen Redakteure wohl nichts:

“Vor allem junge Journalisten und Journalistenschüler sollten dort die Möglichkeit erhalten, zu schreiben. Honorare zahle die «Netzeitung» für diese Beiträge allerdings nicht, sagte Dönhoff.” [Philip Graf Dönhoff, Geschäftsführer der Netzeitung, T.M.]
Quelle: jesus.ch/epd

Erst kürzlich gab es völlig zu Recht Kritik an kostenlosen Blog-Experimenten, beispielsweise bei der Burda-Zeitschrift “Freundin”.

7 Antworten zu “20 Millionen Redakteure gesucht!”

  1. Fabian Mohr sagt:

    Was ich nicht verstehe: Jeder kann doch frei entscheiden, ob er das zu den gegebenen Konditionen macht - oder nicht. Dass es kein Geld gibt, ist transparent, bei der Freundin wie bei der Netzeitung (s.o.). Wer das obszön findet, holt sich Wordpress und startet sein eigenes Blog (eh viel spannender). Aber wenn nun jemand bei der Freundin ohne Honorar bloggen will - warum nicht.

  2. Peter sagt:

    Die Diskussion ist schon sinnvoll. Aber wir wollen eine offene Zeitungsplattform bieten, und nicht uns an den Leuten bereichern. Wir überlegen stattdessen, ob wir vielleicht die besten Artikel in die Netzeitung heben - wo sie dann natürlich auch entlohnt würden…

  3. Fiete Stegers sagt:

    Lorenz Lorenz Meyer hat noch ein paar mehr Details:

    Die zugrundeliegende Software ist (wie hier) Wordpress, und für den Lokalteil hat Peter Schink eigenhändig ein Googlemaps-Mashup programmiert, mit dem man die Meldungen auf einer Deutschlandkarte verorten kann. Starten soll das Ganze Ende Mai […]

  4. EpiBlog.de sagt:

    Netzeitung sucht 20 Millionen Content-Sklaven

    Die gute Nachricht: Endlich kommen all die arbeitslosen Journalisten von der Straße - und schätzungsweise 19.785.482 weitere Bundesbürger ohne Job können auf Redakteur umsatteln. Denn:
    Die Netzeitung sucht 20 Millionen Redakteure
    Die schlechte Nach…

  5. la ultima ola » Blog Archive » Readers Edition: Für “lau” der Netzeitung zuarbeiten? sagt:

    […] Ende Mai 2006 soll die “Readers Edition” starten, ein Ableger der “netzeitung“. Mit der Überschrift “Die Netzeitung sucht 20 Millionen Redakteure” sollen wahrscheinlich vorzugsweise Publizistik- und Journalistik-Studenten und geltungsbedürftige so genannte “Journalisten” geködert werden, die gegen 0,- Euro (also für “lau”) den Content füllen. “Vor allem junge Journalisten und Journalistenschüler sollten dort die Möglichkeit erhalten, zu schreiben. Honorare zahle die «Netzeitung» für diese Beiträge allerdings nicht, sagte Dönhoff.” [Philip Graf Dönhoff, Geschäftsführer der Netzeitung, T.M.] (gefunden bei “onlinejournalismus.de“) […]

  6. akguec sagt:

    Diepolitik.de bietet auch solche Möglichkeit für alle, die etwas schreiben an. sie zahlen auch nichts aber besseres Aussicht für die Leser, die etwas lesen möchten.

  7. marco kitzmann » Netzeitung sucht 20 Millionen Content-Sklaven sagt:

    […] Klingt nach hehrem basisdemokratischen Journalismus, Peter2.0 würde vermutlich mal wieder den Begriff Journalismus2.0 strapazieren überschreibt es mit “Talent-Farm” und will ein “Übungsfeld für die Generation Praktikum” ausgemacht haben. Christoph Dowe vom metablocker nennt’s “Community-Broadcasting”, netzpolitik.org “Citizen Journalism”. Nennt es, wie ihr wollt - Thomas Mrazek hat den Pferdefuß schon gefunden: Vor allem junge Journalisten und Journalistenschüler sollten dort die Möglichkeit erhalten, zu schreiben. Honorare zahle die «Netzeitung» für diese Beiträge allerdings nicht, sagte Dönhoff. [Philip Graf Dönhoff, Geschäftsführer der Netzeitung, T.M.] […]

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