Online: Erwachen im Ruhrgebiet?

Den Zeitungen wachsen keine Leser nach – aber ob dies das Rezept ist? Uwe Knüpfer, früher Chef der WAZ in Essen, will seinem alten Arbeitgeber Konkurrenz machen: Mit einer kostenlosen Online-Zeitung. Oder eher einem E-Paper? „“Das Angebot besteht aus mehreren Lokalausgaben und wird – bis auf Ausnahmen – nicht ständig, sondern einmal täglich aktualisiert, so dass der Leser das zu Haus ausgedruckte Produkt wie eine Tageszeitung nutzen kann“, schreibt der Spiegel. Soviel zum Thema Vorteile des Online-Mediums (Der Spiegel-Artikel ist nicht online – wohl aber ein darauf basierender Text der Netzeitung).

Mit zunächst zwei Lokalteilen will Knüpfer den Zeitungen der WAZ-Gruppe auf den Pelz rücken. „Wir halten uns dabei an eine strikte Trennung von Redaktion und Werbung“, sagte Knüpfer der dpa.

Die WAZ, die nach massiven Investitionen in ihr Projekt Cityweb während der Boomzeit seit einigen Jahren nur noch ein Online-Angebot zum Abgewöhnen macht, will reagieren. Chefredakteur Ulrich Reitz arbeitet nach Spiegel-Angaben federführend an dem
Projekt „WAZ live“. Er führt ebenfalls große Worte im Munde: „Bis zum Jahresende haben wir Blogger in allen 28 Lokalredaktionen und zehn Redakteure in der Online-Mantelredaktion“. Bloggende WAZ-Redakteure? In einem Konzern, der seinen Mitarbeitern vor einigen Jahren nicht mal Internet-Zugänge gönnte?

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