Problemartikel (von Kommunisten)
Sie sagt mindestens ebensoviel über die Readers Edition aus wie deren Startseite: Die Liste der Problemartikel (Bruno lässt grüßen), spricht der von den RE-Moderatoren abgelehnten Artikel, auf die das Journalistenschülerblog “Der letzte Schub” (Handelsblatt) aufmerksam macht. Und befürchtet, dass die Reader Edition in einem ähnlichen Zustand steckenbleibt wie Wikinews (“Graz Giants gewinnen den EFAF-Cup – Am vergangenen Samstag besiegten sie die norwegischen Eidsvoll 1814s mit 37:20″).
Unbefriedigend findet Blogger(in) O. Voss vor allem die Themenkomposition. Nachvollziehbar: Vorsorglich hatte ich mir dafür mal folgenden Screenshot der Titelseite gesichert. Oben ein Netz-Thema, das vor einigen Monaten schon mal durch Fachblogs geisterte, unten ein echter Knaller des Lokaljournalismus mit geradezu klassischer Überschrift. Links davon darf endlich mal jemand leitartikeln.

Andererseits: Zwei, drei, spannende neue Themen habe ich bei RE als Gelegenheitsnutzer tatsächlich auch schon entdeckt. Positiv vor allem, dass nicht versucht wird, einfach andere Artikel ab-/umzuschreiben. Vielleicht macht es das auch für die Autoren so schwer? “Meinung”, “Bloß ein Blogeintrag, kein journalistischer Text”, “kopiert” lauten die Urteile über die eingangs zitierten Problemartikel.
Das Blog Print-To-Internet sieht dagegen schon die Readers Edition mangels Masse einstellgefährdet. Geben wir ihr erst mal noch ein paar Monate (genau wie der WAZ), um ihre Versprechen einzulösen. Wie sagte RE-Redakteur Peter Schink noch zum Start: “Es ist ein Experiment.”
Ach, ja: Wo die Kommunisten herkommen, steht auch in “Der letzte Schub“.
Weitere Links
… bei onlinejournalismus.de:
- Aufbruch in die Utopie oder nur ein Missverständnis? Der Stand des Citizen Journalism in Deutschland und ein Video-Interview mit Peter Schink von der “Readers Edition”
- Readers Edition offiziell gestartet.
- Bürgerjournalismus verbessern. Linkliste zu Tipps und Tools.




Noch ein positives Beispiel aus der Readers Edition, das wohl auch den Verantwortlichen bei der Netzeitung den Tag und den wieder mal den Glauben an das Projekt rettete: Ich habe gestern ein Interview mit Günter Wallraff ins jonet-Medienlog gestellt.
Das Interview hat ein Schüler für die Schülerzeitung “Der Pfeil” bereits im April dieses Jahres geführt. Ich hätte das nie gefunden. Es ist keine Meisterleistung (es fehlen etwa Fragen zu für Wallraff heiklen Themen oder zum Bildblog), trotzdem es ist gelungen.