augenzeuge.de – „Stern“-Angebot vermarktet Amateurbilder

Bilder kostenlos zu zeigen und zu verwalten ist für Amateurfotografen mittlerweile bei einigen Web-Plattformen möglich: Ob bei Flickr oder bei Medien wie Focus Online (Focus Live) und der View-Fotocommunity des „Stern“-Ablegers „View“. Manche Medien bedienen sich gleich umsonst aus der Bilderfülle, wie etwa das Burda-Magazin „Max“, das seit einigen Monaten Flickr-Bilder ohne Honorar in der Print-Ausgabe veröffentlicht. Dies ist trotz Einwilligung der Nutzer freilich nicht unumstritten. Einen neuen Weg geht der „Stern“. Unter augenzeuge.de können Amateurfotografen ihre Bilder kostenlos vermarkten.

Paparazzi sollen draußen bleiben
Die online oder per MMS eingeschickten Bilder werden von der Redaktion vorausgewählt, „um Verstössen gegen Persönlichkeitsrechte oder den Jugendschutz vorzubeugen“, heißt es auf der Website. Ausdrücklich wird darauf hingewiesen, dass es sich um ein journalistisches Angebot handelt. Fast schon betulich äußern die Macher, dass sie keine Paparazzi-Fotos veröffentlichen: „Helfen Sie Menschen in Not und achten Sie das Persönlichkeitsrecht“, heißt es in der Überschrift. Negative Effekte wie etwa bei den „Bild“-Leserreportern (wir berichteten) sollen damit wohl von Anfang verhindert werden.

Die Vermarktung übernimmt die zu Gruner + Jahr gehörende Bildagentur Picture Press. Die Honorare orientieren sich an der so genannten MFM-Tabelle der Mittelstandsgemeinschaft Foto-Marketing (MFM). „Die Nettoeinnahmen aus der Bildnutzung teilt augenzeuge.de mit dem Fotografen 50:50“, heißt es. Eine durchaus übliche Gepflogenheit. Für Veröffentlichungen im „Stern“ können die Amateurfotografen bis zu 1.000 Euro verdienen. Rund 1.400 Fotografen haben sich bisher registriert, bei den meisten dürfte es sich um Hobbyfotografen handeln.

Die verschlagworteten Bilder können über eine öffentliche Bilddatenbank gefunden werden. Die Funktionen und vor allem die Geschäftsbedingungen und Auswahlkriterien werden ausgiebig aber übersichtlich beschrieben, das macht einen angenehmen Eindruck. Von Interesse für die Vermarktung sind natürlich vor allem aktuelle Bilder:

„Ist an Ihnen gerade ein Tornado vorbeigezogen? Hatten Sie Ihre Kamera zur Hand? Haben Sie vielleicht gerade das Titelbild für morgen geschossen?“,

heißt es, ähnlich wie bei anderen Angeboten.

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