Müde Mediendienste

Eigentlich ist es nur eine Marginalie: Der Branchendienst “w&v” meldete gestern auf seiner Website: “Web 2.0: Stern startet Online-Bildagentur für Jedermann”. Ja und? Das hatten wir hier schon vor drei Wochen, etwas ausführlicher, kommentiert; wie in alten Web 1.0-Zeiten gelernt, haben wir sogar die so genannten Hyperlinks aktiviert (bei diesem w&v-Artikel ist dies nicht der Fall). Wir sind wohlgemerkt ein Non-Profit-Angebot.

In den letzten Wochen habe ich mir einige einschlägige Angebote für Medienschaffende mal etwas genauer angeschaut, bei manchen schaudert es einen, wie hemmungslos Pressemitteilungen übernommen werden. Eigene Recherchen, eigenes Bewerten, Formulieren – häufig Fehlanzeige. Und dabei richten sich doch gerade diese Dienste an andere Medienleute.

Und dann schaue ich mir eben auch Medienblogs an, die arbeiten zwar unregelmäßig, unberechenbar, sporadisch bei der Themenauswahl – aber dort werde ich viel mehr überrascht, da wird tacheles geprochen, da bekomme ich eben kein 08/15-PR-Blabla und manchmal gehts auch viel schneller. Von der Verlinkung untereinander und den Leserkommentaren ganz abgesehen. Da ist noch mehr drin. Für manche Blogger. Ob mancher altgediegene Mediendienst da noch eine Zukunft hat, bezweifle ich.

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