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Live-Blog: Where does the love come from?

Zwei Zitate eines Workshops der Bundeszentrale für politische Bildung zum Thema Bürgermedien und Web 2.0:

* Dr. Christoph Stöcker, Spiegel Online: “Wir lieben Blogs.” Spiegel Online bediene sich sehr oft an Informationen aus Blogbeiträgen. Was da die Bloggergemeinde zu sagt?
* Wieder einmal muss das Paradebeispiel Readers Edition sich fragen lassen, ob es einen originären Nutzen hat.”Wer liest denn sowas?” will unser Kollege Thomas Mrazek hören.

Mehr im Weblog iDemokratie, das die Tagung (Programm) bis morgen (29.09.) begleitet.

Blogger-Studie / Pew Institute

Das Pew Institute in den USA hat kürzlich die Ergebnisse einer umfangreichen Befragung von Bloggern herausgegeben. Dabei handelt es sich nicht wie so oft um eine Online-Befragung mit Selbstrekrutierung, sondern um ein repräsentatives Sample von US-Bürgern, die telefonisch interviewt wurden.

Von 7012 Erwachsenen waren 4753 Internet-Nutzer. Acht Prozent davon gaben an, dass sie bloggten – befragt wurde schließlich ein Zufallsample von 233 Bloggern.

Die Mehrheit bloggt nach eigener Aussage über Persönliches – und für einen eher kleinen Kreis privater Bekannter. Interessant aber auch: Die meisten sind insgesamt starke Internet-Nutzer – und mehr als vierzig Prozent haben schon außerhalb ihres Blogs etwas veröffentlicht.

Jan Schmidt, der in Deutschland die umfassendsten Studien zum Thema durchgeführt hat, hat anhand von aktuellen Zahlen in Deutschland einen Anteil von 3,8 Prozent Webloggern unter allen Internet-Nutzern errechnet. Das wäre allerdings mit 1,4 Millionen Menschen immer noch eine stattliche Anzahl. Vom Gefühl her liegt mir das (noch) etwas zu hoch.

Web-2.0-Konferenz / Videogalerie

“Wohin des Weges, Web 2.0?” Vorträge einer Verstaltung zu diesem Thema, die das Center for Digital Technology and Management (CDTM) der Uni München, Zeit und Holtzbrinck verstaltet haben, hat die Zeit in einer Videogalerie aufbereitet (Hinweis aus der Redaktion von Zeit Online).

New York Times Reader / beta

Die Navigation durch die Artikel mit den Cursor-Tasten ist sehr bequem, es gibt keinerlei Scrollbalken, die Seitenwechsel sind flott und die Darstellung exzellent. Fotos kommen gut zur Geltung. Ein Kontextmenü zum Drucken, Kopieren, Speichern und Annotieren ist ebenfalls vorhanden.

Klingt gut? Die New York Times hat zusammen mit Microsoft einen Reader zur Darstellung von Zeitungsseiten am Bildschirm im Beta-Test. Wortfeld – daher auch das Zitat oben – hat sich das Teil ausführlich angesehen. Zwei kritische Anmerkungen bleiben nach dem schwärmerischen Einstieg haften: “Ausgereift ist das Programm allerdings noch lange nicht” und “Wozu also eine Zeitung auf diese Weise lesen?”

Einiges zu optimieren

“Readers Edition: und nu?” nennt Felix Schwenzel (Wirres) seinen Blogeintrag mit Verbesserungsvorschlägen. Die Redakteure der Readers Edition (aktueller Aufmacher: “Hurentaxi – Reportage aus dem Wiener Rotlichtmilieu”) sollen mehr die Bürgerjournalisten anleiten, Themen vorschlagen und das “Herrschaftswissen” mit dem “Pöbel” teilen.

Anderswo wird das ja auch so gemacht – siehe dazu die Links in unseren Beitrag Bürgerjournalismus verbessern.

“Newsdesk” und “crossmedia”

“New Newsroom” nennt die “Financial Times” in London ihre neue Multimedia-Redaktion, die sich sowohl für die Print- als auch die Online-Ausgabe verantwortlich zeichnen soll. Doch nicht nur im Ausland wird sie hoch gehandelt, diese eine unter den vielen Strategien, sich gegenüber den medialen Herausforderungen der Zukunft zu wappnen. Das redaktionelle Rüstzeug für den digitalen Wandel hält längst auch in Deutschland Einzug: Am “Doppel-Newsdesk” der “Rheinischen Post”, im Rahmen der aktuellen Umstrukturierungen beim Handelsblatt oder bei “Welt” und “Berliner Morgenpost”, die schon seit einigen Monaten laut über die universelle Nachrichtenredaktion nachdenken.

Dabei kommt der Vorreiter eigentlich aus Würzburg: Bereits Anfang 2003 leitete die “Main-Post” die Verschmelzung der medialen Geschwister Print und Online ein. Noch einen Schritt weiter ging ein dänisches Medienhaus. Bei “Nordjyske Medier” versammelte man gleich die ganze Großfamilie wieder unter einem Dach. Tina Bettels hat beide Redaktionen besucht.
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Video-Offensive bei Handelsblatt.com

“Spannende Gespräche und Reportagen” im Bewegtbild kündigt Handelsblatt.com an und startet zwei neue Video-Formate: Ein mobiles Video-Blog, in dem Webreporter per UMTS-Handy live berichten. Und den Elektrischen Reporter, ein Video-Blog, in dem einmal wöchentlich Trends aus der Online-Welt vorgestellt werden.

Google Earth 4 jetzt mit Timeline

Informationen auf 3D-Karten in Google Earth darzustellen, ist um eine sehr spannende Option erweitert worden: Timelines.

Beispiel Vogelgrippe: Statt alle Orte auf der Karte auf einmal zu markieren, an denen es Ausbrüche der Seuche gab, kann man sie nach chronologischer Reihenfolge sortieren – und mit einem Slider animiert einblenden. Absolut faszinierendes Tool für Infografiken, die an Artikel oder Themenpakete angedockt werden. Bisher hätte man so etwas z.B. relativ aufwändig in Flash realisiert. Mit Google Earth geht es vergleichsweise geräuschlos.

Decan Butler hat die Ausbreitung der Vogelgrippe in Google Earth mit Timeline realisiert – unbedingt ansehen und austesten. Achtung: Man benötigt die neueste Version von Google Earth 4 Beta, um die interaktiven Karten mit Timeline anzusehen. Tipp: Der Timeline-Controller ist im rechten oberen Teil des Google-Earth-Fensters, neben dem Navigations-Rad.

Mehr zum Thema Timeline/Google Earth im Google Earth Blog und bei Ogle Earth. Wer sofort mit eigenen Karten loslegen will: Der entsprechende Part der KML 2.1 Reference.

Maue Leserblogs

Das haben wir doch irgendwie schon bei den Redakteursblogs bei etablierten Medien einmal gehört: Matthias Kretschmer zieht bei print-to-internet eine ernüchternde Bilanz von Leserblogs, wie sie einige Zeitungen online anbieten. Sein Fazit: Wenig Aktivität – besonders weil Anreize für die Leserblogger fehlen und die Angebote nicht prominent genug auf der Seite beworben werden.

Online News Association / Aktivitäten

Der deutsche Ableger der Online News Association möchte eine “stärkere Präsenz in Deutschland” aufbauen, wie Organisator Ulf Grüner schreibt. Zusammen mit Daryl Lindsey (SpOn) bereitet er ein Treffen in Hamburg für Dezember vor, bei dem die beiden vom ONA-Jahreskongress in den USA berichten (5.-7.10., Programm) und zur Diskussion mit internationalen Gästen laden.

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