OJR/ Dank RSS übersehen

So kann es einem gehen, wenn man nur den RSS-Feed abonniert hat, man selten auf die eigentliche Website geht und obendrein Sommerpausenphänome hinzukommen: Das Online Journalism Review der University of Southern California, so etwas wie die wichtigste US-Publikation zum Onlinejournalismus, hat sich bereits vor längerem eine Blog-Optik verpasst – mir war das vollkommen entgangen.

Denn offenbar hat das OJR nicht nur sein Design, sondern auch seine Feed-Adresse geändert, ohne das groß mitzuteilen. Was gibt es sonst neues? Jetzt werden auch Tags verwendet, hier und da wird am Design noch nachgeschraubt. Wikis hat OJR ja bereits seit längerem für seine Tutorials integriert. Kommentare hat der Relaunch offenbar nur sehr wenig nach sich gezogen. Technorati und Google bringen jedenfalls so rasch keine Ergebnisse, und auch die Erläuterungen zum Relaunch von OJR-Redakteur Robert Niles haben nur einen Nutzer zum Kommentieren gebracht: “Ich mag das frischere, bloggige Aussehen von OJR. Jetzt wird nicht mehr versucht, ein Magazindesign zu imitieren”, schreibt dieser.

Ich sehe das auf den ersten Blick anders: Ich vermisse die großen, grafisch ansprechend angeteaserten, Hintergrund-Artikel bei OJR. Jetzt ist alles nüchtern, textlastig, bloggig – zumindest optisch gehen da die semiaktuellen Texte mit längerer Halbwertzeit unter, auch wenn es sie noch gibt. Schade – denn diese waren immer die Stärke von OJR, während es ja inzwischen genug pure Blogs zum Thema gibt.

Die gleiche Kritik kann man natürlich auch an onlinejournalismus.de seit unserem Relaunch Anfang des Jahres richten. Wir hoffen aber, dass Problem durch unsere Aufmacher und die als Langtexte gekennzeichneten Artikel zu umgehen (ganz abgesehen davon, dass uns natürlich nicht die Ressourcen des OJR zur Verfügung stehen).

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