Medienmagazin „V.i.S.d.P“ landet im Papierkorb und erscheint nur noch als PDF

Das „Magazin für Medienmacher“, „V.i.S.d.P.“ erscheint in Zukunft nur noch als PDF. Herausgeber Hajo Schumacher, unter anderem Autor des Muntermachers „Kopf hoch, Deutschland“ und als Achim Achilles Kolumnist bei Spiegel Online, sieht’s gelassen. Schumacher teilt den Lesern in der ersten per E-Mail verschickten Ausgabe mit:

„Liebe V.i.S.d.P.-Freunde,
ab sofort sind wir schneller und aktueller, bleiben aber strikt fröhlichkeitsaffin. Statt des Hefts gibt es nun jeden Freitag dieses wundervolle Internet-Magazin, dass man sich auch ausdrucken und sonntags auf der Corbusier-Liege lesen kann.“

Gründe für die Umstellung nennt er indes nicht. Im Impressum des von der Berliner Helios Media GmbH (u.a. Zeitschriften „pressesprecher“ und „politik & kommunikation“) herausgegebenen Heftes stehen nur noch zwei Namen. Bisher erschienen zehn Ausgaben im Jahr mit einer Auflage – laut Mediadaten – von 7.000 Exemplaren. Die erste Ausgabe kam im November 2004 raus, das Blatt war wegen seiner ungewöhnlichen Optik nicht unumstritten. Zudem trägt das Portfolio des Verlags nicht unbedingt zur Glaubwürdigkeit eines Medienmagazins bei. Auf der Website heißt es:

„Helios Media organisiert Netzwerke von Meinungsführern in den Bereichen Politik, Kommunikation und Medien: Pressesprecher und Kommunikationsverantwortliche, Politiker und Lobbyisten, Journalisten, Medienmacher und Wissenschaftler.“

Schumacher teilt nicht mit, ob das PDF in Zukunft kostenpflichtig sein wird. Verschickt wurde diese Ausgabe offenbar an die Abonnenten des kostenlosen Medienszene-Newsletters.

Lesenswert auf den mit Eigenanzeigen bestückten fünf Seiten ist nur das Interview mit der zur „Journalistin der Woche“ ernannten Ulrike Simon. Die renommierte Medienjournalistin wechselt zum 1. Januar vom Medienressort des Berliner „Tagesspiegels“ zum Springer Verlag und wird vor allem für Welt Online tätig sein. Ein kurzer Auszug aus dem Interview:

„V.i.S.d.P.: Von einer renommierten Tageszeitung wechseln Sie zu einer nicht so renommierten Online-Zeitung. Hat Print seine Zukunft hinter sich?
Simon: Nein. In der Kombination aus online und Print sehe ich die Zukunft. Und keine Sorge: Sie werden mich auch künftig gedruckt auf Papier lesen können.“

Zurück zu „V.i.S.d.P.“, dass nicht mehr auf Papier zu lesen sein wird: Schade ist es – trotz aller Kritik – schon um das Heft. Die erste PDF-Ausgabe ist lieb- und witzlos und lädt eben nicht zur Lektüre auf der Corbusier-Liege ein. Erst im Mai dieses Jahres scheiterte mit den „Trueffeljaegern“ ein als PDF verbreitetes Medienmagazin (wir berichteten).

Nachtrag 19.09.06
Die Redaktion erklärt in ihrem Blog unter dem Titel „FAQs“, wie es nun weitergehen wird.

Nachtrag 21.01.08

Man hört mal wieder was von „VISDP“, beim Popkulturjunkie: v.i.s.d.peinlich.

  • Facebook
  • Twitter
  • StumbleUpon
  • Diigo