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Satire bei Spiegel Online gestartet

Die angekündigte Satire-Seite von Spiegel Online ist heute einen Tag früher als erwartet gestartet: spiegel.de/spam. Bei den “entlastenden Schockphotos” hat man dann auch gleich den nötigen Mut gehabt, ordentliche Satire zu machen, die nicht zu brav bleibt.
In den USA ist seit Jahren The Onion ein bekanntes, satirisches Online-Magazin. In Deutschland kannte ich bisher vor allem das Schandmännchen (das sich heute auch den Bundeswehr-Photos widmet).

sueddeutsche.de: In Prag schreibt sich es billiger

SZ-Logo unscharf vor tschechischer Flagge

Von Michael Soukup

Die “Süddeutsche Zeitung” hatte eine Auslagerung des Newsdesk der Online-Redaktion nach Tschechien geplant. Ein Tabubruch ist begangen worden. Weiterlesen…

Umfrage: Blogger und Privatsphäre

Verrät ein Blogger online nur, was er am liebsten isst und wen er nicht mag, oder auch, unter welchen Krankheiten er leidet? Benutzt eine Bloggerin für sich selbst ein Pseudonym, nennt aber ihren Chef und ihre Bekannten mit echtem Namen?

Fragen von Blogos- und Privatsphäre geht Karen McCullagh in einem Forschungsprojekt für die Universität Manchester nach, zum dem noch bis Ende November eine Online-Befragung läuft (via netzpolitik). Spannendes Thema, wie ich finde (und zu dem ich Anfang des Jahres selbst einen Artikel bei tagesschau.de geschrieben habe).

“Alltag Überwachung” in Bielefeld

Vorratsdatenspeicherung, Videoüberwachung von öffentlichen Plätzen, RFID-Chips in Pässen und Konsumgütern – und was noch? In unserer Dokumentation “Alltag Überwachung” kommen Überwachungsgegner und Innenpolitiker, Datenschützer und Polizisten, Wissenschaftler und Betroffene zu Wort. Am 5. November 2006 ist der Film in einer Werkstattvorführung in Bielefeld im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Public Domain” des Foebud e. V. zu sehen.

Blogger-Netzwerk: Die Schweizer haben’s gegründet

Wer hat’s erfunden gegründet? Die Schweizer. Seit gestern gibt es mit Swissblogpress ein Blogger-Netzwerk. In der Eigenbeschreibung heißt es:

“Swissblogpress (sbp) ist ein Netzwerk von etablierten und unabhängigen Blogs. Alle Blogs publizieren regelmässig Beiträge zu einem bestimmten Themengebiet (z.B. Gesellschaft, Wirtschaft, Politik, Kultur, traditionelle und neue Medien etc.). Das als Verein organisierte Netzwerk unterstützt seine Mitglieder in technischen Belangen, Rechtsfragen, Vermarktung, etc. Swissblogpress fördert die publizistische Qualität und damit auch die Glaubwürdigkeit von Blogs. Ein wichtiges Ziel von sbp ist die Steigerung der öffentlichen Aufmerksamkeit für Blogs. Dazu wirkt sbp als Anlaufstelle für alle Belange rund ums Bloggen in der Schweiz.”

Bisher sind 13 mehr oder weniger bekannte Blogs dabei, unter anderem Medienspiegel, Pendlerblog und Berner Gazette. Bei uns gibt es noch keine vergleichbare Initiative, wie das sbp-Blog eDemokratie.ch bemerkt:

“Während in Deutschland noch laut über die Gründung eines Blogger-Verbands (vgl. «Blogger aller Länder vereinigt Euch (im Blogger-Verband)?» auf onlinejournalismus.de) nachgedacht wird, haben wir in der Schweiz bereits erste Schritte unternommen.”

Auch die Vermarktung sei für Swissblogpress ein Thema, heißt es dort: “Bereits zum Start erreichen die swissblogpress-Blogs zusammen rund 10.000 Leser täglich (über 600.000 PIs/Monat).” Für deutsche Verhältnisse ist dies natürlich eine geringe Zahl, zudem verteilt sich dieser Traffic auf 13 Blogs. Wie die Blogs konkret vermarktet werden sollen, wird nicht mitgeteilt; weitere Angebote sollen noch dazukommen.

Wie ich diese Initiative einschätze? Es sind zweifellos gute Leute dabei, es wird kein Ballyhoo betrieben – zumindest als Interessensvertreter könnte sich dieser Verein etablieren, bei der Vermarktung bin ich eher skeptisch.

Fluktuation bei Watchblogs

Das Bildblog, das seit heute übrigens in einem neuen Layout erscheint, hat einen weiteren Nachahmer gefunden: Das Österreich-Blog beobachtet die mit großem Ballyhoo am 1. September gestartete Tageszeitung “Österreich” (via “taz”).

Watchblogs kommen und gehen. Die Macher des ORFblog, welches den österreichischen Rundfunk im Visier hatte, haben kürzlich hingeschmissen: “Weder die Zeit, noch die nötigen Sponsoren sind vorhanden, um das Projekt weiterhin am Leben zu halten”, heißt es auf der Website. Eine Pause legt seit Mitte September der schärfste Kritiker der “Ostsee-Zeitung”, Ulrich Meyke, ein. Nach 3.000 Einträgen plage ihn unter anderem die Langeweile beim Lesen dieses Blattes, sagt Meyke. In einem halben Jahr wolle er entscheiden, ob er weiter macht.

Eine Übersicht deutschsprachiger Watchblogs finden Sie im Beitrag “Ungebetene Kritiker”, der zuerst im “journalist” 1/2006 erschienen ist.

Spielen mit den Schmuddelkindern

Das Podcasting schlägt zurück. Oder: Kreativität aus dem Netz flirtet mit dem bisherigen Massenmedium. Das heißt: Spreeblick-Gründer und Radioveteran Johnny Haeusler kündigt eine eigene Radiosendung an, die auf der RBB-Welle Fritz in Berlin laufen und sich zwei Stunden lang der Blogosphäre widmen soll. Dabei setzt er auch – aber nicht ausschließlich – auf Musiktitel, die unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht werden. Die Sendung gibt es natürlich auch als Podcast, Rückmeldungen erwünscht, wie schon der Name des ganzen verrät: “Trackback”. Das Blog zur Sendung soll nächste Woche starten, das eigentliche Radioprogramm dann auch sehr bald.

Etwas schneller waren die Kollegen vom Deutschlandradio Berlin – zumindest mit der Ankündigung. Die erste Sendung ihres “Blogspiels” soll am 4. November laufen. Dahinter verbirgt sich laut den Machern eine “Verbindung zwischen Blogosphäre und Hörfunk. Ein interaktives Projekt rund um den Komplex Blogs, Hörspiel, Radio und Community” (Fragen und Antworten zu Blogspiel). Die erste Ausgabe widmet sich passenderweise dem Thema “Radio vs Podcast – Natürliche Feinde oder komplementäre Entsprechung?”.

Abgesehen davon würde es mich nicht überraschen, wenn es in den Radiotiefen da draußen sowieso schon irgendwo eine Sendung gibt, die aufs Mit- oder Nebenherbloggen setzt, ohne dies jetzt auch thematisch komplett in den Mittelpunkt zu stellen.

Online-Dokumentation zu “Medien 2.0. Eine Zwischenbilanz”

Zu ihrem zweitägigen Workshop “Medien 2.0. Eine Zwischenbilanz. Konsumenten als Produzenten in Print-, Online- und Hörfunkmedien” hat die Bundeszentrale für politische Bildung jetzt eine Online-Dokumentation fertiggestellt. Der Workshop fand Ende September in Frankfurt/Main statt.

Auf der Website gibt es unter anderem Interviews mit den Medienwissenschaftlern Steffen Büffel, Thomas Pleil, mit dem Blogger Johnny Haeusler und Spiegel Online-Redakteur Christian Stöcker. Außerdem gibt es ein “Live-Blog” zum Workshop. Als Moderator eines Podiums bei dieser Veranstaltung habe ich ein paar Hinweise auf meinem Weblog zusammengestellt.

Diekmann 2.0

Statt Fotos von Heiner Bremer in Badehose (wie Bild) möchte Bildbog Fotos von Kai Diekmann zeigen – in jeder erdenklichen Lebenslage sollen Bildblog-Leser auf den Auslöser drücken.

Schließlich ist Kai Diekmann Chefredakteur der “Bild”-Zeitung. Unter seiner Verantwortung ruft seit einiger Zeit auch “Bild” die Leser dazu auf, Fotos zu machen: von Unfällen, Naturereignissen und Beamten, vor allem aber von Prominenten und Nicht-Prominenten in kompromittierenden oder privaten Situationen.

argumentiert Bildblog und verweist auf das von der taz erstrittene Penis-Urteil, laut dem Diekmann bewusst seinen wirtschaftlichen Vorteil aus der Persönlichkeitsrechtsverletzung anderer sucht”.

Erste Stimmen zum Spiel.

FAZ und SZ kontra Perlentaucher

Heute geht es vor dem Landgericht Frankfurt zur Sache: Erster mündlicher Termin eines von SZ und FAZ angestrengten Prozesses gegen den Online-Feuilleuton-Überblick Perlentaucher.

FAZ und SZ, die sich gemeinsam durch ein Münchner Anwaltsbüro vertreten lassen, werfen dem Perlentaucher vor, in seinen Rezensionsnotizen zu den Buchkritiken dieser Zeitungen Urheberrechte zu verletzen. Die Klageschrift zielt darauf ab, dass der Perlentaucher eine Weiterverbreitung dieser Notizen an Internetbuchhändler unterlässt. Schadenersatzforderungen werden angedroht.

schreibt Perlentaucher (via Netzpolitik). Statt als Traffic- oder zumindest Interesse-Generator sieht man Perlentaucher hier offenbar als Konkurrenten, der auf Zeitungsinhalten basierende Informationen weiterkauft – was die Verlage möglicherweise lieber selbst machen würden.

Die Anwälte wollten sich vor der […] Verhandlung zu dem Vorgang nicht äußern.

heißt es bei der Welt weiter.

Nachtrag: Die Entscheidung wird für den 23. November erwartet (Welt).

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