BBC mag das C-Wort nicht
“We don’t call it citizen journalism. ”
Ein starker Eröffnungsatz, besonders wenn er von einem BBC-Vertreter kommt – ist die BBC doch gerade Pionier, wenn es darum geht, Nutzer-Inhalte sinnvoll in ein journalistisches Angebot einzubinden. Das Zitat stammt von Kevin Geary von BBC Interactive, der beim Welt Audio Festival in den Niederlanden einen Vortrag über den Wandel des öffentlich-rechtlichen Senders und Bürgerjournalismus gehalten hat. Die interessantesten Punkte seines Vortrags (laut De Nieuwe Reporter):
- Die BCC erhält 15.000 E-Mails pro Tag.
- Die BBC zahlt nur in Ausnahmefällen für User Generated Content (wenn aber etwas “Bürgerjournalismus” heiße, würden die Gewerkschaften Bezahlung für die Journalisten einfordern, meint Geary demnach. Eine steile These?).
- Videos der Sendung “Newsnight” werden über YouTube häufiger gesehen als über die BBC-Website. Der Sender hat nichts dagegen und ermutigt die Nutzer zum Weiterpublizieren.
- Rücksprache mit Einsender von Usermaterial für Erlaubnis und Verifizierung ist Standard.
- Werbung auf der BBC-Website ist geplant.
Die Niederländer haben auch ein Audio-Interview mit Vicky Taylor von BBC Interactive online (auf englisch – mit schönen Skype-Sounds im Hintergrund): “Das letzte Jahr hat den Journalismus verändert. Und das ist erst der Anfang.”




Eine Ergänzung: Werbung auf der BBC-Website ist geplant für diejenigen, die von außerhalb Großbritanniens auf sie zugreifen. Ein sehr umstrittenes Vorhaben, das zu heftigen Protesten der dortigen Onlinejournalisten geführt hat.