Der Merkel-Rechner, ein Lobby-Tool
Ein Schulbeispiel dafür, wie Lobby-Arbeit auch im Onlinejournalismus funktioniert: Die “Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft” (INSM) stellt einen so genannten “Merkel-Rechner” ins Netz, der die Mehrbelastungen durch sich ändernde Steuer- und Abgabenbelastungen ausweisen soll. Eigentlich keine schlechte Idee – wäre die INSM nicht eine rein interessengesteuerte Pressure Group, die wirtschaftsliberale Positionen ins Land trägt, finanziert durch die Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektroindustrie. Man reibt sich die Augen, wie blauäugig eine Reihe von Medien dieses “Tool” in ihre Online-Angebote integrieren und bewerben – ohne ihre Leser über den Background der INSM aufzuklären. Allein bei Heise findet sich zumindest der Hinweis, dass die “Arbeitgeber-Lobby” hinter dem Rechner steht.
Südwestrundfunk
Merkur Online
Magdeburger Volksstimme
Augsburger Allgemeine
HNA Hessisch-Niedersächsische Allgemeine
Bild Online
PC-Welt
Heise Online
Nachtrag, 23.9.2007: Der SWR hat inzwischen Informationen über die INSM nachgetragen; bei HNA und Magdeburger Volksstimme sind die Artikel nicht mehr abrufbar (ich vermute aber wg. Relaunch-Nebenwirkungen, zumindest bei der HNA).
