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Grimme Online, die siebte

Ab morgen können Websites für den zum siebten Mal verliehenen Grimme Online Award vorgeschlagen werden. Neu diesmal: Es gibt keinen von Intel gesponserten Publikumspreis mehr, dafür ist 3sat mit dem Magazin “neues” unter den Förderern.

Ansonsten sind die drei Preiskategorien die vom letzten Mal geblieben: “Information”, “Kultur und Unterhaltung”, “Wissen und Bildung”. Ob es laut Reglement auch wieder einen “Spezialpreis” (das letzte Mal für Spreeblick) geben könnte, werden wir sicher bald erfahren: Our very own Fabian Mohr und Alexander Svensson (Wortfeld) gehören zum Nominierungskomitee).

Da es beim GOA immer auch um Show geht, wie wir aus Erfahrung als einstmals selbst Geehrte wissen: Die Preisverleihung findet 20. Juni 2007 in der Vulkanhalle in Köln statt.

Dissonanzen bei der Readers Edition

Man muss immer etwas vorsichtig sein, solche Vorgänge aus der Außenperspektive zu beurteilen – man hat nie das ganze Bild. Aber das, was Peter Schink, Steffen Büffel, Florian Siebeck sowie Prinz Rupis Blog schildern, ist relativ gleichlautend: Die alten Moderatoren sind, bis auf wenige Ausnahmen, rausgeflogen. Der Ton der Verabschiedung nicht eben herzlich.

Hintergrund: Vor kurzem hat die Readers Edition den Besitzer gewechselt, sie gehört jetzt Michael Maier, dem ehemaligen NZ-Chefredakteur.

Dass man sich von Mitstreitern trennt, ist nun grundsätzlich nichts Verbotenes. Wenn es ehrenamtliche Mitarbeiter sind, macht aber wohl auch der Ton die Musik:

“Wir konnten nicht feststellen, dass Du mit diesen Aufgaben so gut zurecht kommst, wie es nötig wäre.”

“Zumindest warst Du mit den wenigen Aktivitäten in den letzten Wochen nur mäßig hilfreich.” (Quelle )

Well. Die wenigen Leute, die überhaupt Zeit, Lust und Talent haben, ohne Honorar ein Projekt wie die RE dauerhaft voranzutreiben, werden es sich in Zukunft drei mal überlegen. Dabei hätte die Readers Edition einen Kick-Start und eine Neujustierung wirklich dringend nötig.

“Weblogs, Podcasting und Online-Journalismus”

Moritz Sauer hat es mit einem Rundumschlag versucht: Auf 336 Seiten bietet er eine praxisorientierte Einführung in “Weblogs, Podcasting & Online-Journalismus”. Das ist eine ganze Menge. Eine Rezension. Weiterlesen…

Kollaborativer Kokolores bei der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung”

“Der Leser schreibt mit”, hieß es vor zwei Wochen zum ersten Mal bei der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung”. “Anstatt einen Artikel nur zu drucken, haben wir ihn erst einmal ins Internet gestellt. Wir wollten wissen, ob die Leser dort vielleicht mehr wissen als wir”, schrieb “FAS”-Redakteur Jörg Albrecht (siehe hierzu auch “Partizipativer Journalismus bei der FAS” im Blog Journalismus 2.0). Sonst nur schnöder Beobachter oder Kritiker solcher journalistischen Experimente, machte ich am Freitag mal selbst mit. Und erlebte eine böse Überraschung. Weiterlesen…

Verlinken, verbessern, reduzieren, zugänglich machen …

+ elf weitere Prinzipien, wie die BBC im Web (noch) besser werden will.

(via Wortfeld, wie so oft)

Ach, die Journalistenpreise

“Achtung, Gewinnwarnung!”, alarmierte “taz”-Medienredakteur Steffen Grimberg gestern seine Leser. Grimberg lästerte über die inflationäre Anzahl der Medienpreise und zog sich selbst durch den Kakao:

“In den Jurys dieser erlauchten Veranstaltungen sitzen im Zweifelsfall die Preisträger des Vorjahres sowie alle Medienjournalisten, die nicht bei drei auf den Bäumen sind. (Auch der Schreiber dieser Zeilen gehört dazu.)”.

Grimbergs Gewinnwarnung war nicht ohne.

Diesmal ging es um den “Goldenen Prometheus”. Das PDF-Magazin “ViSdP” (ja, die gibt’s noch) kürt damit die “Journalisten des Jahres”. Wegen des “Onlinejournalisten des Jahres” soll Handelsblatt-Blogger Thomas Knüwer zusammengebrochen sein, vor Lachen. Wir ersparen uns diese Lachnummer.

Zeitungen erleiden Schiffbruch im World Wide Web

Schweizer Zeitungen erleiden Schiffbruch im Web
Schweizer Online-Zeitungen ziehen eine ernüchternde Bilanz, nur Gratisblätter sorgen für ein wenig Hoffnung. Weiterlesen…

Hype Hyperlokalität?

Ist der Bürgerjournalismus vor allem der mikro- (oder hyper-)lokalen Ebene erfolgreich, in den Gemeinden und Stadtteilen mit den nur für eine winzige Zielgruppe interessanten Themen, dort also, wo inzwischen nicht einmal mehr die WAZ hinter jedem Mülleimer einen Lokalredakteur sitzen hat? Schon vor anderthalb Jahren, als der Trend Citzen Journalism noch nicht nach Deutschland herübergeschwappt war, aber in den USA schon ganz heiß war, setzten dort viele der Projekte auf die lokale Ebene (Überblick: “Die Laien kommen”).

“Going Hyperlocal ist einer der aktuellsten Trends im sozialen Web”, schreibt Lorenz Lorenz-Meyer und verweist auf:

Placeblogger, ein zeitgemäß mit Drupal aufgesetztes Portal für ‘hyperlokale’ Nachrichtenblogger, gestartet am 1. 1. 2007. Der Fokus ist weltweit, aber nur für die USA findet sich bislang eine nennenswerte Zahl von Einträgen. Für Deutschland sinds bis dato 8. (Mag mal jemand nachhelfen?

Bei Lorenz Lorenz-Meyer gibt es noch zwei interessante US-Links zum Thema. Katja Riefler meinte seinerzeit:

Die lokale Lebenswelt ist natürlich das erste, was einem Journalisten als Lücke im Medienangebot auffällt. Hier werden wir mehr Aktivitäten sehen. Aber das ist ganz sicher nicht die einzige Ebene. […]

Markwort über die Angst auf der Toilette

Auch Focus-Chef Helmut Markwort sind Leserreporter nicht geheuer:

Ich kenne Prominente, ob aus dem Sport oder aus dem Showbusiness, die sagen: Ich habe ja schon auf der öffentlichen Toilette Angst, dass neben mir einer steht, sein Handy rausholt, mich da fotografiert und das dann irgendwohin verkauft. [...] Dass jeder Deutsche mal ein Paparazzo wird und überall mit seinem Handy rumrennt und das (ins Internet) reinstellt , das halte ich auf die Dauer für ein Problem.

Sagt Markwort in der Phoenix-Sendung “Im Dialog”, sein Kolumnist Harald Schmidt hatte sich ja schon mal ähnlich geäußert. Die Phoenix-Pressemitteilung verrät nicht, ob Markwort prominente Bekannte ihn wegen der Fotocommunity Focus Live anpöbeln, die ja auch Ansätze von Bürgerjournalismus probiert und etwa aktuell um Bilder von Sturmschäden bittet.

Holtzbrinck: Kreativ und billig

Nein, offenbar ist doch doch nicht Sevenload die Videoplattform, die sich Holtzbrinck nach dem StudiVZ-Deal als nächstes unter den Nagel reißt. Stattdessen bereitet die Verlagsgruppe laut Werben & Verkaufen den Start eines eigenen Videoportals Mitte Februar vor. Es werde von der zu Holtzbrinck gehörenden Produktionsfirma AVE betrieben.

Soweit keine Überraschung. Doch Holtzbrinck will sich offenbar von MyVideo, Clipfish & Co dadurch absetzen, dass man eigene – auch journalistische – Inhalte anbietet. Wie schafft man das, wenn man eigentlich ein Printhaus ist? Natürlich – man drückt denen eine Kamera in die Hand, die Spaß am Ausprobieren haben und/oder sich nicht wehren können: “Basis sind professionell aber ungewöhnlich, kreativ und billig produzierte Video-Beiträge von jungen Journalisten und Volontären”, erfuhr W&V aus Verhandlungskreisen. Rein private Videos der Nutzer sollten angeblich nicht gezeigt werden (was ich persönlich aber erst mal abwarten würde).

Ein bisschen Zündstoff also für den von Handelsblatt-Oberblogger Knüwer prophezeiten Kampf der Kulturen im Journalismus und die weitergehende Evolution des Online-Videos durch Quereinsteiger mit all ihren möglichen Folgen (dazu wahrscheinlich demnächst mehr von Roman Mischel). Andererseits war AVE laut seiner Homepage im TV bisher eher für glänzerende Formate und Dokus über klassische Musik verantwortlich. Das passt ja erst mal wenig zusammen.

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