Schwächen der Einbindung von Videos

Matthias Kretschmer kritisiert in seinem Blog Print To Internet, dass Videos auf Nachrichten-Sites oft wie Fremdkörper wirken, weil sich scheinbar kaum jemand Gedanken macht, wie man sie sinnvoll einbinden könnte.

In der Regel werden die Videos in einem separaten Video- oder Multimedia-Bereich abgelegt und nicht mit korrespondierenden Artikeln, Bildergalerien oder Umfragen kombiniert. Das ist ungefähr so, als würde man in der Zeitung erst alle Texte abdrucken, dann alle Fotos und abschließend alle Infografiken.

Der User muss in solchen Fällen auf der Site von Sektion zu Sektion springen, wenn er sich zu einem Thema umfassend mittels Text und Video informieren möchte.

Werden Videos direkt in einen Artikel eingebunden, vermitteln sie oft keine neuen Informationen. Der fehlende Mehrwert wird dadurch kaschiert, dass kurze, erklärende Texte – ähnlich einer Bildunterzeile – schlicht fehlen. So ist Video anschauen online meistens Glückssache.

Eigentlich liegen sinnvolle Text-Video-Kombinationen ja auf der Hand: Wird in einem Text beispielsweise ein Politiker zitiert, so könnte in der Nähe des Zitats das entsprechende Video-Interview platziert werden. Mehrwert: Für User würde deutlich, wie und auf genau welche Frage der Politiker geantwortet hat.

Räumt man Videos genug Platz in der Textspalte ein – wie es aktuell zum Beispiel tagesschau.de mit ihrem neuen Flash-Player tut -, könnte der Text gezielt auf das Video „hinarbeiten“. Text und Bild sind dann eine dramaturgische Einheit. Die hohe Kunst besteht bei solchen Kombinationen wohl darin, dass der Text auch ohne das Video noch irgendwie funktionieren sollte.

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