Reuters-Blog über Fehler und ihre Korrektur
Ich mag The Good, the Bad and the Ugly sehr viel mehr als andere Redaktions-Blogs. Das liegt zum einen daran, dass Reuters dieses Blog nicht für Nichtigkeiten missbraucht; zum anderen ist es erhellend und fallweise sehr amüsant, neben den Fehler-Korrekturen das vorausgegangene User-Feedback im Original nachzulesen. In eine ähnliche Richtung geht The Editors von der BBC.




Ehrlich: Ich war anfangs verwirrt, weil ich meinte nur den Feed des Reuters Fotoblogs abonniert zu haben (für nicht-Abonnenten: Reuters spuckt für alle Blogs nur einen Sammelfeed aus).
Mehr noch: ich habe mich immer geärgert, mich durch alle Artikel durchwühlen zu müssen. Aber, einen Blog habe ich durch diesen Sammelfeed kennen und mögen gelernt. Ja, richtig, den GBU-Blog.
Die Art wie die Redakteure mit Fehlern umgehen.
VielleichtWahrscheinlich sogar typisch amerikanisch: gib den Fehler öffentlich zu, leiste Abbuße und gut ist. Ich würde mir wünschen, dass es diese Art von öffentlicher „Korrekturspalte“ in Blogform auch in Deutschland gibt.Aber, und darüber müssen wir uns auch bewusst sein, sobald die Anzahl der Einträge über ein bestimmtes Maß hinausgeht, belastet dass das Vertrauen, das Redakteure als auch normale Leser in Reuters haben erheblich. Was wäre die maximale verkraftbare Anzahl von Einträgen? Fünf pro Tag? 10? 25?
Und sind wir mal ganz ehrlich: bei einem weltweit agierendem Unternehmen wie Reuters mit tausenden von Redakteuren schleichen sich sicherlich mehr Fehler ein, als im GBU-Blog aufgegriffen werden.
Nichtsdestotrotz, ich mag ihn auch.
Ach so: er hat natürlich auch noch eine andere, sehr wichtige Funktion. Nämlich Gerüchte und Verschwörungstheorien aufgreifen und aus der Welt räumen, bevor sie anderswo diskutiert werden. Wir erinnern uns sicherlich alle an die Fotomontage des Fotojournalisten Adnan Hajj (Beirut, hinzugefügter Bombenrauch), die letztes Jahr weltweit für Proteste gesorgt hatte. Diese Woche hatte ein Leser die Echtheit bei diesem Bild angezweifelt
http://blogs.reuters.com/2007/.....-in-photo/
Editor schaut drüber, macht die Eingabe öffentlich, Grundlage für Spekulationen entzogen.