Kann, bitte, jemand Herrn Dr. Gniffke diskret zur Seite nehmen und ihm den Unterschied zwischen einem Redaktionsblog und presse.daserste.de erklären?
Das Blog der Tagesschau, eigentlich ein spannendes Projekt, langweilt immer mehr mit Schulterklopfen in eigener Sache und Nichtigkeiten aus dem Redaktions-Alltag. Je mehr ich darin lese, desto weniger bin ich mir auch sicher, ob es überhaupt eine gute Idee ist, wenn Redaktionsleiter über ihr eigenes Produkt bloggen.
Es ist natürlich das gute Recht jedes Chefs, sich, sein Team und den gemeinsamen Output ganz, ganz großartig zu finden. Aber als roten Faden für ein Blog? Irrelevant, verschwendet meine Zeit.
Nun ist es nicht so, dass blog.tagesschau.de nicht auch über die redaktionellen Prozesse berichtet, an deren Ende dann eine Nachrichtensendung mit einer bestimmten Themenauswahl steht. Das sind die spannendsten Beiträge, dafür ist so ein Blog da - aber auch hier irritiert immer wieder, wie vorhersehbar die Texte geschrieben werden, um sicheren Applaus einzufahren:
“Das Video des Amokläufers - nicht bei uns!”
Come on. Das ist eine Sorte Pathos, die die Tagesschau nicht nötig hat.
Noch ein Tipp: Richtet der Produktion doch mal ein eigenes Blog ein. Da kann sie dann über verspätete Flüge und geplatzte Scheinwerfer schreiben.
Auf blog.tagesschau.de würde ich gerne - verlässlich - relevantere Informationen lesen, die mit etwas mehr Distanz verfasst wurden. So, wie ich es von Public Eye oder The Editors gewohnt bin.
Disclaimer: Ich habe bei mehreren Gelegenheiten für tagesschau.de als freier Autor gearbeitet und schätze tagesschau.de sehr, bin deswegen mittelschwer befangen.