Movers & Shakers auch im Web

Von Fiete Stegers am 5. April 2007

Es war ja irgendetwas zwischen seltsamer Arroganz und unverständlicher Blödheit, dass Vanity Fair Deutschland zum Magazinstart mit einer gigantischen Werbekampagne beglückte, die dazugehörige Website aber auch im “Web First”-Zeitalter erst etliche Wochen später starten wollte. Jetzt ist die Site online. Einige Eindrücke: Alles sehr flashig und verspielt, magazinig und eigentlich gar nicht mal schlecht. Aber Usability ist dann aber doch eher was anderes.

  • Auf den Artikelseiten werden große Flashvideos eingebunden, die an dieser prominenten Stelle tatsächlich den Text ergänzen könn(t)en. Macht sich gut beim Thema Fantastische Vier, im Fall Eva Padberg weiß man allerdings gar nicht, worüber die Frau da redet. Nervig ist vor allem, dass die Videos automatisch starten.
  • Es gibt eine “Video Cloud”: Haschmich-Spielen mit Teaser-Bildchen. Die “Fact Cloud” ist offenbar so beweglich, dass sie schon wieder verschwunden ist.
  • Standardschriftgröße in Artikeln arg klein.
  • RSS-Feeds für die einzelnen Ressorts: Längst noch nicht überall anders Standard.
  • Gala lässt grüßen: Ein Geburtstagskalender für Prominente.
  • Code-Validation: “66 Errors”
  • Bei den Blogs habe ich mich dagegen an Rainald Goetz’ Ergüsse herangetraut, über die ich schon im Heft den Kopf geschüttelt hatte. Das wiederholt sich hier. Obendrein setzt Vanity Fair hier bei der Darstellung (unfreiwillig?) auf absolute Nüchternheit: Design wie 1996.

(via Medienrauschen)

6 Antworten zu “Movers & Shakers auch im Web”

  1. Thomas Mrazek sagt:

    Erwähnenswert ist auch das Medien-Blog: “Peter Turi beschreibt, was die Macher der Branche bewegt”, heißt es da. Hoffentlich passieren da nicht solche Dinge wie kürzlich im Horizont-Blog “off the record”, als Turis Interviewpartner Olaf Kolbrück ein Don Alphonso in den Mund gelegtes Zitat so darstellen musste: “Fakt ist: Das Zitat von Turi ist frei erfunden.” Das Interview hat übrigens die Zitatüberschrift: “Peter Turi: ‘Mir ist nichts peinlich’”.

  2. Fiete Stegers sagt:

    Hallo Thomas,

    ich fand das Medienblog gerade nicht erwähnenswert. (Götz’ Blog hat inzwischen auch eine Verzierung.)

  3. g. sagt:

    “Standardschriftgröße in Artikeln arg klein”

    es gibt da dieses praktische Feature in jedem Webbrowser namens “Mindestschriftgröße”.
    Kann ich nur empfehlen ;-)

  4. Fiete Stegers sagt:

    Hallo g.! Ob das die Mehrheit der Vanity-Fair-Klientel auch weiß? In jedem Fall sollte der Standdardwert vernünftig eingestellt sein.

  5. Matthias Kretschmer sagt:

    Und was haben Peter Turi und Uwe Knüpfer vom Pleite-Kandidaten onruhr gemeinsam: beide kaufen sich Lobhu…, äh, Kommentare!

    Hier geht’s zu den Schleimscheisser-Kommentaren: http://www2.vanityfair.de/comm.....n/325.html

    Nur eine Vermutung natürlich. Aber wo hat man schon mal solch vorformuliert klingenden Kommentare gelesen abgesehen vom besagten onruhr?

    Man, wie peinlich…

  6. Fiete Stegers sagt:

    Interessant fand ich, dass die beinharten TuriFans so gespannt waren, dass sie ihre Kommentare schon vor dem ersten Eintrag in Turis neues Blog schrieben.

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