re:publica / Alte und Neue Medien
Von Fiete Stegers am 13. April 2007Einige - nicht wörtliche - Eindrücke von der Hauptdiskussionsrunde der re:publica, Titel: “Die Medien(r)evolution - wie überholt sind die alten Medien, wie innovativ die neuen?”
- Thomas Knüwer, Handelsblatt: Bei einem gedruckten Magazin sieht man innerhalb von Sekunden, ob es für einen interessant ist oder nicht - bei einer Website ist es viel schwerer, schnell den Überblick zu bekommen. Aber die jetzt heranwachsende Generation wird die entsprechende Medienkompetenz besitzen.
- Johnny Haeusler, Spreeblick: Blogs sind für viele normale Nutzer unattraktiv, weil Kommentare den Erstnutzern den Eindruck vermitteln, hier diskutiere eine abgeschlossene Community. Artikel, die viel auf Links setzen und sich erst durch Klicken erschließen, sind nicht leserfreundlich. Wir müssen mehr erklären, damit der Artikel für sich stehen kann, damit Blogs mehr gelesen werden.
- Mercedes Bunz, tagesspiegel.de: tagesspiegel.de ist grottenhäßlich (ansonsten nur die üblichen Hinweise zu Problemen bei der Zusammenarbeit zwischen Print- und Online-Redaktionen).
- Spreeblick hat zur re:publica eine gedruckte Ausgabe produziert. Titel “Print ist tot”.
- Haeusler: Warum drucken Tageszeitungen überhaupt noch Agenturmeldungen, die ich doch schon längst online gelesen habe? Knüwer: Es gibt einen ganz schlimmen Satz in Redaktionen: “Das müssen wir haben.” Tageszeitungen glauben immer noch, dass sie die vollständige Nachrichtenlage abbilden müssen - und könnten.
- Frage aus dem Publikum: Was werden in zehn Jahren die Leitmedien sein? Jochen Wegner (Focus Online) spricht davon, dass “in Zeiten der Widgetisierung” die Quelle, der Absender, die Marke für User immer wichtiger werden, um die Glaubwürdigkeit von Informationen einschätzen zu können
- Ein Zuhörer verweist auf Medienfragmentierung/reine Blogleser und dadurch entstehende Informationsdefizite. Haeusler: Gibt es denn Leute, die Blogs als tägliche (alleinige) Informationsquelle lesen? Das ist doch Blödsinn. Ein weiterer Zuhörer fordert mehr zum Thema “Medienrevolution” ein. Haeusler fragt zurück: Was ist denn für dich Revolution? Keine Antwort. (Das fiel schon gestern auf: Für einige Konferenzteilnehmer ist alles gut, was Blog ist und sie gehen offenbar davon aus, dass Blogger per se politisch auf einer Linie liegen).
Foto: Fiete Stegers
Weitere Links
bei onlinejournalismus.de
- Der digitale Gesellschafter. Video-Porträt von Markus Beckedahl, netzpolitik-Blogger und “re:publica”-Organisator
- re:publica: Bewegtbilder befreien
im sonstigen Internet:
- re:publica. Konferenz-Homepage.
13. April 2007 um 22:36
>>Jochen Wegner (Focus Online) spricht davon, dass nur noch Marken als Garanten für Glaubwürdigigkeit stehen.
Ich sprach davon, dass in Zeiten der Widgetisierung die Quelle / der Absender / die Marke für User immer wichtiger werden, um die Glaubwürdigkeit von Informationen einschätzen zu können
13. April 2007 um 22:47
Danke für die Präzisierung!
14. April 2007 um 09:13
Zusammenfassung Re:publica…
Bei onlinejournalismus.de gibt’s eine knackige Zusammenfassung der Hauptdiskussion der re:publica, “Die Medien(r)evolution - wie überholt sind die alten Medien, wie innovativ die neuen?”. U.a. meinte Johnny Haeusler dort:
Blogs sind …
17. April 2007 um 08:39
manueller trackback:
http://www.ringfahndung.de/arc.....aunch.html