Grimme Online Award - die Nominierten sind…
Von Benedikt Tüshaus am 10. Mai 2007…toll! Aus mehr als 1300 Vorschlägen hat die Nominierungskommission* 20 Favoriten herausgefiltert.
Beachtenswert: Mit dem Ö-Blog, dem Zuender und ihrem Video-Angebot ist die ZEIT online gleich dreimal vertreten - beim Rest der überregionalen Branche konnte man zwar in den vergangenen Monaten im hohen Relaunch-Takt viele frisch angepinselte Seiten bestaunen, aber ansonsten: Ebbe im Karton.
Erwähnenswert: Den Reigen der Ö-R-Angebote eröffnet einmal mehr der BR-Online mit seinem Special zum Thema Heimatfilm, getragen vom Lola-Abräumer „Wer früher stirbt, ist länger tot“. Unter den Nominierten außerdem zwei Mal das Zweite.
Sehenswert: Sind alle nominierten Angebote. Und es sind überwiegend gewachsene Projekte. Sie setzen konstant leise Akzente, leise, aber mit langem Nachhall, keine Feuerwerke, die nach ein paar Monaten wieder abgebrannt sind. Ins Auge stechen erneut Weblogs und private Initiativen, die sich wie schon im vergangenen Jahr selbstbewusst neben die Großen der Branche stellen.
Mitmachenswert: Ein schöne Mischung, eine schwere Wahl, Publikumspreis, hier.
*mit our very special own Fabian Mohr und Alexander Svensson, die hier und hier Eindrücke aus ihrer Arbeit in der Kommission schildern.
10. Mai 2007 um 14:56
Das Voting erfüllt aber meiner Meinung nach die von der Nominierungskommission eingeforderte Usability überhaupt nicht.
10. Mai 2007 um 18:53
Der GOA hat meiner Meinung seit Jahren die Schwäche, dass er nicht zwischen Sites mit Redaktion und Budget und privaten Projekten unterscheidet. Es ist meiner Meinung nach nicht so schwer mit der ZEIT im Rücken was fundiertes auf die Beine zu stellen. Aber als John in Berlin mit “USA erklärt” hingegen schon.
Private Journalistenblogs sind (aus eigener Erfahrung) auch nicht so schwer, denn man hat einfach einen leichteren Zugang zu Informationen.
10. Mai 2007 um 21:04
@Marc: Torsten Kleinz hat genau diese Frage heut bei der Präsentation in Düsseldorf aufgeworfen. Die Kommission und Jury haben natürlich sehr wohl auch im Hinterkopf, mit welchen Ressourcen ein Projekt betrieben werden kann — und wissen tolle One-Man-Shows wie “USA Erklärt” sehr zu schätzen. Auf der anderen Seite wäre es aber meiner Ansicht nach wenig hilfreich (und sogar etwa herabwürdigend), würde man bei privaten Projekten die Qualitätsansprüche herunterschrauben. (Da würden die Maßstäbe auch schnell problematisch: Gilt bei einem Ein-Personen-Weblog bei einer Zeitung anderes als für ein Ein-Personen-Weblog bei Antville?) Bei einem solchen Preis ist es, glaube ich, schwierig bis unmöglich, durch feste Regeln und Kategorien die Startchancen für alle gleich zu machen — schließlich sind auch die professionellen Medienanbieter sehr unterschiedlich ausgestattet. Aber unter den Nominierten sind auch dieses Jahr wieder mehrere Angebote von Einzelpersonen — das zeigt doch, dass es im Netz auch private Projekte mit Verlags- und Senderprojekten aufnehmen können!
11. Mai 2007 um 13:25
Ich würde die Kategorien halt für Profis (Sites mit bezahlter Redaktion) und Amateure trennen. Was natürlich schwierig einzusortieren ist, wenn ein privater Site-Macher von der bei ihm geschalteten Werbung leben kann.
11. Mai 2007 um 19:45
Was man nicht unterschätzen sollte - der pädagogische Effekt, wenn finanziell und personell üppig ausgestattete Online-Anbieter in ihrer Rubrik von Einmann- oder Einfrau-Projekten abgehängt werden.
28. Mai 2007 um 09:18
und der Nominierungkommision ist es NICHT peinlich ein Jurymitglied NACH zu nominieren, einem ehemaligen Nominierer?
Wird da Angbot hier nächstes Jahr auch NACHNOMINIERT.
Ist Journalisten eigentlich nichts peinlich?
28. Mai 2007 um 11:24
Mikel, eine kleine Korrektur: Der Elektrische Reporter ist nicht von der Nominierungskommission, sondern von der Jury (nach-) nominiert worden. (Disclaimer: Ich war in der Nominierungskommission).
28. Mai 2007 um 12:02
Ehrlich? Dann bitte ich um Entschuldigung. Das ist dann ja noch blöder….