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Grimme Online Award – die Nominierten sind…

…toll! Aus mehr als 1300 Vorschlägen hat die Nominierungskommission* 20 Favoriten herausgefiltert.

Beachtenswert: Mit dem Ö-Blog, dem Zuender und ihrem Video-Angebot ist die ZEIT online gleich dreimal vertreten – beim Rest der überregionalen Branche konnte man zwar in den vergangenen Monaten im hohen Relaunch-Takt viele frisch angepinselte Seiten bestaunen, aber ansonsten: Ebbe im Karton.

Erwähnenswert: Den Reigen der Ö-R-Angebote eröffnet einmal mehr der BR-Online mit seinem Special zum Thema Heimatfilm, getragen vom Lola-Abräumer „Wer früher stirbt, ist länger tot“. Unter den Nominierten außerdem zwei Mal das Zweite.

Sehenswert: Sind alle nominierten Angebote. Und es sind überwiegend gewachsene Projekte. Sie setzen konstant leise Akzente, leise, aber mit langem Nachhall, keine Feuerwerke, die nach ein paar Monaten wieder abgebrannt sind. Ins Auge stechen erneut Weblogs und private Initiativen, die sich wie schon im vergangenen Jahr selbstbewusst neben die Großen der Branche stellen.

Mitmachenswert: Ein schöne Mischung, eine schwere Wahl, Publikumspreis, hier.

*mit our very special own Fabian Mohr und Alexander Svensson, die hier und hier Eindrücke aus ihrer Arbeit in der Kommission schildern.

DAG, Nederland!

Screenshot DAG-Titelseite Die Niederlande haben mit DAG eine neue Gratiszeitung. Die setzt auf kurze Texte und große Bilder – nicht gleich an “Bild” denken, die Optik ist um einiges moderner.

Dag (Eigendarstellung) will außerdem auf die Verknüpfung von Online, Print und Mobil setzen, weist in der gedruckten Ausgabe (PDF-Version) u. a. auf Videos hin, die aufs Handy gezogen oder online angeschaut werden können. Auch könnten Bilder gezeigt werden, die nicht mehr in die Zeitung passt, sagte der Chefredakteur gegenüber dem NOS Journaal. DAG begreift das Netz fast auschließlich visuelles Ergänzungsmedium – ergänzende Texte und Hintergrundinformationen finden sich überhaupt nicht. Die Site erinnert an die Online-Auftritt von Magazinen, keine Ähnlichkeit mit Newsportalen. Entsprechend sieht auch die Mannschaftsstärke aus: 16 Printredakteuren, 7 Bild- und 2 Videoredakteuren stehen 4 Onlineredakteure gegenüber (5 Schlussredakteure – für Print? – gibt es auch noch).

Eine Abteilung “Citizen Journalism” gibt es auch – aber dass ein Gratisprodukt, das Leute in der U-Bahn lesen und dann in die nächste Mülltonne schmeißen, attraktiv genug für eine entsprechende Community ist, bezweifele ich. Immerhin: Die Leser-Beiträge sind offenbar tendenziell länger als die der Online-Redaktion.

Mehr: De nieuwe Reporter über DAG.

Bei Diekmanns “Wichsvorlage” endet die innere Pressefreiheit bei Welt.de

“Bild”-Chefredakteur Kai Diekmann kündigte sein Buch “Der große Selbstbetrug” an, unter anderem rechnet er darin mit den “68ern” ab. Da redete “Welt am Sonntag” Alan Posener in der Welt Debatte mal tacheles über Diekmanns Arbeit:

“Die 68er haben K.D, gezwungen, als Chefredakteur der Bildzeitung nach Auffassung des Berliner Landgerichts “bewusst seinen wirtschaftlichen Vorteil aus der Persönlichkeitsrechtsverletzung Anderer” zu ziehen. Die 68er zwingen ihn noch heute, täglich auf der Seite 1 eine Wichsvorlage abzudrucken, und überhaupt auf fast allen Seiten die niedrigsten Instinkte der Bild-Leser zu bedienen, gleichzeitig aber scheinheilig auf der Papst-Welle mitzuschwimmen.”

(via Turi2, Bildblog). Und wenig später findet sich zu Poseners Artikel “Wir sind Papst” nur noch eine Fehlermeldung. Was soll man davon halten?

Nachtrag
Eine ähnlich derbe “Bild”-Kritik (siehe Hervorhebung im Text dort) äußerte Posener in seinem Welt-Blog Apocalypso vor einem halben Jahr, damals allerdings nicht im Kontext mit Kai Diekmann. “Manchmal wünscht man sich die Zensur zurück”, begehrte Posener dort.

Gestern schrieb Posener auch einen Beitrag mit dem Titel “Wozu Zensur gut ist”: “Manche Leute scheinen es darauf anlegen zu wollen, zensiert zu werden, damit sie sich nachher beschweren können über die undemokratischen Zustände bei Welt-Debatte.”

Nachtrag #2 Stellungnahme der Axel Springer AG
Veröffentlicht bei Turi2 (leider gerade offline), gefunden im Law Blog:

Stellungnahme der Axel Springer AG zum Beitrag von Alan Posener über Kai Diekmann

Dies ist die Entgleisung eines einzelnen Mitarbeiters. Der Beitrag von Alan Posener über Kai Diekmann ist ohne Wissen der Chefredaktion in den Weblog von Alan Posener gestellt worden.

Der Beitrag ist eine höchst unkollegiale Geste und entspricht nicht den Werten unserer Unternehmenskultur.

Bei Axel Springer gilt Meinungspluralismus, aber nicht Selbstprofilierung durch die Verächtlichmachung von Kollegen.

Nachtrag # 3 Alan Posener schweigt gegenüber dem Bildblog
“Nachtrag, 15.30 Uhr: Der Autor Alan Posener sagte auf unsere Frage nach dem Verbleib des Textes, er wolle sich dazu nicht äußern und bat dafür um Verständnis.”

The Deep Web(logs)?

Das Potenzial ist da, klar: Blogger (und andere Websites) können ein Millionenpublikum erreichen, mit Spezialwissen Nischen besetzen, die von den Massenmedien nicht oder erst später bedient werden. Aber: Wo außerhalb von IT-Zusammenhängen findet das denn momentan statt, autoritäre Regimes und außergewöhnliche Ereignissen mal außen vorgelassen? Für welche Themengebiete gibt es in Deutschland tatsächlich bereits derart relevante Blogs?

Wie sieht es beispielsweise bei Anglern, der Automobilbranche, Hockey oder Sozialpädagogik aus? Ich wäre für Beispiele dankbar. Solche Beispiele wären wichtiger als Fälle, in denen ein Blogger ein Online-Medium zu einer Artikelkorrektur bewegt haben oder Apple-Blogs Produktgerüchte leaken.

Nachtrag: Harald Staun hat sich in der FAZ(S) zu dem Thema auch so seine Gedanken gemacht.

Nachtrag 2: Auch der Blogbar-Zirkel diskutierte vor kurzem – auf seine eigenene Art – Die Sache mit den Themenblogs. Noch einmal: Mir ging es nicht um Themen- oder Nischenblogs an sich – sondern um solche, die aufgrund ihrer inhaltlichen Qualität und/oder Verbreitung bereits eine gewisse Relevanz besitzen, auf die man als Außenstehender aber natürlich nur schwerlich zufällig stößt. Ein Beispiel wäre ein Aquaristen-Äquivalent zur Bedeutung des Bildblogs für (Medien-)Journalisten.

Feedprobleme bei onlinejournalismus.de?

Gerade habe ich von Problemen gehört, unsere Feeds via Bloglines zu lesen. Bei mir selbst läuft es problemlos. Hat sonst noch jemand Schwierigkeiten?

Twitter?

Mich würde interessieren, wie die Gemeinde hier Twitter sieht (ganz unabhängig vom Hype).

Twitter ist nicht so banal, wie es auf den ersten Blick vielleicht aussieht. Ohne genau zu wissen, ob und wie ich es in der Zukunft nutzen werde, trifft es doch einen Nerv. Vielleicht als simple Alternative zu WordPress und Blogger? Mir fehlt die Möglichkeit, Einträge direkt zu kommentieren – am besten mit noch weniger Platz als bei normalen Einträgen (zB. nur 20 oder 40 Zeichen).

Ich warte auf die ersten Twitter-Reportagen, wenn Leute unterwegs zB. per Handy eine Geschichte laufend in kleinen Segmenten fortschreiben (ähnlich wie die Ticker, die wir von normalen Websites kennen). Oder gibt es das schon auf Twitter? Kann dann jemand Beispiele in den Kommentaren verlinken?

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