Spiegel Online, Internet-Opfer

Ich weiß nicht, ob es bei Spiegel Online üblich ist, YouTube-Videos direkt in die Artikel einzubetten. Bisher war mir das noch nicht aufgefallen.

Natürlich kann so ein Video die Berichterstattung bereichern, vor allem wenn es nicht nur schmückendes Beiwerk ist, sondern wesentlichen Nutzwert hat und vielleicht sogar den bildlichen Beweis für etwas liefert. Dass die Quelle vorher hinreichend überprüft werden sollte, ist klar.

Aber in diesem Fall? Es geht um eine 18-jährige Schülerin, Stab-Hochspringerin, in ihrer Disziplin und Altersklasse eine der Besten. Irgendwann tauchten Fotos von ihr in einem Weblog auf, das laut SpOn “für seine schlüpfrigen Sportlerinnen-Bilder” bekannt ist. Und jetzt kursieren die Bilder an allen Ecken und Enden im Netz, die vermeintliche Popularität macht der jungen Frau verständlicherweise Angst.

Während die Bildergalerie im SpOn-Artikel offensiv mit den Worten “Sie will lieber wieder anonym sein, will nicht mehr auf der Straße angesprochen werden, sähe es am liebsten, wenn dieses eine Bild von ihr aus dem Internet getilgt würde” angetextet wird, fällt zum eingebetteten YouTube-Video kein Kommentar.

Ich frage mich: Warum ist es eingebunden worden? Und wer ist der Urheber des Videos?

(Auf einen ähnlichen Fall bei Welt Online hatte Fabian Mohr im Dezember 2006 hingewiesen.)

Update (21:05 Uhr): Das Video wurde aus dem Artikel entfernt.

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