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Von wegen nicht vor die Tür gehen

Endlich ist man nicht mehr von Sendezeiten abhängig – dank der Video-Sektion von Spiegel Online, wo man Filme jederzeit ansehen kann. Also nicht mehr warten, bis die üblichen Sauf-Reportagen aus den “Ferienparadiesen” im Spätprogramm der Privatsender laufen – die Online-Reporter von SpOn sind diesmal selbst vor Ort:

Unterwegs mit einer Gruppe ostdeutscher Abiturienten im Nachtleben von Lloret de Mar – am Ende von Teil 1 verabschiedet sich die Reporterin mit der unheilvollen Ankündigung einer Flatrate-Party in Teil 2. Dabei will der Zuschauer doch endlich nackte jugendliche Körper sehen.

Relaunchitis: Kress.de oder manchmal tut’s auch weh

Vor sechs Wochen nörgelte ich noch über die neue taz.de: “Det war nüscht”. Ähnlicher Meinung waren viele NutzerInnen, die ihren Unmut im Forum mitteilten. Ja, “taz”-LeserInnen ticken halt anders, haben eine besondere emotionale Bindung zu dem Blatt. Mittlerweile habe ich mich übrigens einigermaßen mit der neuen Internet-”taz” arrangiert, wenn nicht sogar ein wenig angefreundet – Aufatmen in der Rudi-Dutschke-Straße, Peace. Heftiges Rumoren hingegen in Heidelberg bei Kress.de.

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Studie über Online-Videonutzung

Das Pew Internet & American Life Project, eine non-profit-Forschungseinrichtung, hat eine Studie über die Online-Videonutzung veröffentlicht (PDF-Direktlink, 165 kB, 28 Seiten). Datenbasis sind telefonische Umfragen unter 2200 US-Amerikanern über 18 Jahren.

Einige der Ergebnisse:

  • Three in four young adult internet users watch or download video online
  • News video is the most popular category for everyone except young adults.
  • More than half of online video viewers share links to the video they find with others.
  • Professional videos are preferred to amateur productions online, but amateur content appeals to coveted segments of the young male audience.

Was genau unter “professional video” zu verstehen ist, wird in der Studie leider nicht näher erläutert, merkt Howard Owens an. Wenn ein Journalist das Video produziert hat? Wenn dafür Geld bezahlt wurde?

Weitere Anmerkungen zu den Ergebnissen der Studie u.a. bei Melissa Worden und Mindy McAdams, die dafür plädiert, dass User Videos generell auf ihren eigenen Seiten einbetten können sollten. Prinzipiell ein guter Gedanke, aber manchmal funktioniert ein Video nur im Kontext einer bestimmten Seite.

Interviews: Wie geht es weiter im Internet?

Daumen rauf, Daumen runter, die Frage nach dem Heute und Morgen des Online-Journalismus ist derzeit sehr beliebt. Im berufsbegleitenden Studiengang “Web Content Management” innerhalb des Master Programms Leipzig stellte sich Professor Klaus Meier von der Hochschule Darmstadt den Fragen von Kristin Gogolok. Meier spricht u.a. über die interessantesten “Features”, die weniger interessante “Kopie alter Formate ins Internet bei Welt.de” und Auswüchse bei den Leserreportern. Außerdem gibt es auf dem gleichen Weblog noch ein Interview von Stephanie Höse mit mir, das allerdings eher etwas abstrakt ist: “Schauen wir doch mal, wie wir das alles vernünftig nutzen können”.

Neues von der Net- und der Abendzeitung

Nach der “Abberufung” von Michael Angele und Matthias Ehlert könnte die seit April 2006 stellvertretende Chefredakteurin, Domenika Ahlrichs (34), die redaktionelle Leitung der Netzeitung übernehmen, schreibt die “Welt am Sonntag”.

Nebenbei interessant: In einem Papier der Netzeitung werde die “Abendzeitung” als “möglicher Abnehmer von Inhalten der Netzeitung” genannt. “Tatsächlich würde die Netzeitung – wie auch andere Interessenten – gern den Onlineauftritt des Münchener Boulevardblatts aufmöbeln”, heißt es weiter. Aufmöbeln ist gut, die Website der “Abendzeitung” dümpelt mit Tickermeldungen und einem verstaubten Forum seit jeher bedeutungslos vor sich hin; obendrein gibt es massive Probleme bei der Print-Auflage (siehe IVW). Ob in dieser Situation allerdings externe Hilfe – etwa durch Verwerten von Inhalten anderer – ein Lösungsweg ist, wage ich zu bezweifeln.

Nachtrag 01.08.07
Domenika Ahlrichs ist nun offiziell neue Chefredakteurin der Netzeitung.

BBC: Bessere Videos, werbefinanziert

Im BBC-Blog werden Videos in besserer Qualität auch für User aus dem Ausland angekündigt – möglicherweise mit einer vorgeschalteten Werbung: “on some occasions a short commercial will play before the clip you’ve chosen.” Zu Recht fragt sich aber ein Kommentator:

I’m surprised you didn’t take this opportunity to introduce / trial the use of Flash-based video distribution. The BBC’s continuing strategy of Real and WMP-based streaming is looking increasingly anachronistic…

Update: Alles relevante über den Beta-Start des langerwarteten iPlayers der BBC bei Wortfeld.

Journalism 2.0, PDF-Download

Unter einer Creative Commons-Lizenz ist das 132-seitige Buch “Journalism 2.0 – How To Survive and Thrive” (PDF-Download, 2 MB) erschienen und scheint sich vor allem an Einsteiger zu wenden.

Beim Überfliegen hatte ich das Gefühl, dass alle möglichen Themen kurz angerissen werden: Was sind RSS-Feeds und wie kann man sie lesen? Wie lassen sich “Tools and Toys” wie der iPod für die journalistische Berichterstattung einsetzen? Wie funktioniert Podcasting und welche Technik braucht man? Und natürlich kommt das Thema Video auch nicht zu kurz.

(Fundstelle: Mindy McAdams)

BBC / User Generated Content / Überschwemmung

Nein, etwas wirklich Überraschendes hat BBC News online zu den Überschwemmungen in Teilen von Großbritannien derzeit nicht zu bieten. Aber die BBC kombiniert wieder einmal in bewährter Qualität ihre Stories mit Nutzerinhalten. Am Ende des derzeitigen Hauptartikels gibt es direkt eine Eingabemaske für “your stories”. Auch per SMS (“text us”) kann man sich melden. Im Artikel finden sich wie in weiteren regionalen Untertexten ([1], [2]) von Nutzern eingeschickte Bilder gleichberechtigt neben Agenturmaterial, nicht bloß verbannt in ein User-Content-Ghetto. Augenzeugenberichte (“Your stories”) werden hingegen gesammelt an einer Stelle präsentiert.

Viel zu versteckt ist die Seite “At a glance” als alternativer, eher grafisch/regional orientierter Einstieg in die weiteren Stücke. Hier sind auch Links zu Galerien mit weiteren Userfotos zu finden, diesmal geordnet nach Datum. Einen Zusammenschnitt von (Handy-)Videos von Nutzern gibt es auch, der allerdings wenig spektakulär ist.

Was ich persönlich im Hauptartikel zum ersten Mal bei der BBC sehe: In der rechten Spalten findet sich (neben zahlreichen Links zu weiteren BBC-Inhalten und öffentlichen Einrichtungen) auch eine Sammlung von Verweisen auf Artikel “from other news sites” wie Guardian oder Daily Mail.

Verfassungsrichter zum Rundfunkauftrag

Der ehemalige Verfassungsrichter und CDU-Politiker Hans Hugo Klein äußert sich in der FAZ zur Grundversorgung und zum Rundfunkauftrag der öffentlich-rechtlichen Sender – differenzierter, als es die Überschrift “Ungehemmer Expansionsdrang” vermuten lässt.

Interviewt wurde er laut Autorenzeile von Reinhard Müller, den die FAZ im Vorspann allerdings mit dem Spiegel-Autor Reinhard Mohr verwechselt (oder umgekehrt?).

Bürgermedien: Der Prophet spricht

Dan Gillmor hat für OhMyNews eine Zwischenbilanz gezogen. Die Readers Edition (oha!) hat den Text übersetzt:

Ertragreiche Modelle erhalten derzeit eine erste Gestalt. Und, und das ist am wichtigsten, es gibt eine wahre Flut an großartigen Ideen. Aber wir haben noch einen langen, langen Weg zu gehen. Wir brauchen viel mehr Experimentierfreudigkeit im Journalismus als auch in den einzelnen Informationsprojekten der Communities.

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