“Symbolische Vignetten des Journalismus”
Von Fiete Stegers am 11. Juli 2007Ein immer wieder gern genommenes Gefäß für die Satire: die Bildinterpretation. Diesmal: der Newsroom der Welt-Gruppe
Als weiteres, fast schon nostalgisches Attribut journalistischen Arbeitens ist jedem Bildschirm ein Telefon beigesellt. Form und Ausgestaltung der Telefone gemahnen jedoch eher an die Verwendung als “Abteilungstelefone”, als dass sie auf den Verwendungszweck des Telefons als Werkzeug echter Recherche verweisen. Überhaupt ist es nur schwer vorstellbar, dass in der dargestellten Situation von einem, geschweige denn von mehreren dieser Apparate Telefonat geführt werden.
Ein Niggemeierscher Kommentator argwöhnt dann auch gleich:
Wie ich höre, sitzen die Herrn Chefredakteure im Alltag nicht an diesem Balken, alles nur Show. Konnte mir auch wirklich nicht vorstellen, dass die sich freiwillig so quälen.
Kann sein, kann auch nicht sein - in anderen Newsrooms wird so gearbeitet. Aber es stellt sich schon die Frage, warum von dem Welt-Newsroom durch alle Medien lediglich zwei oder drei Motive geistern, die einander sehr ähneln? Alles aus der gleichen Fotosession für dpa und Springer-Pressematerial entstanden? Darf sonst keiner dort fotografieren? Oder trägt Christoph Keese nur stets den selben Anzug?
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