Zuschauer drücken “record”, Politiker sollen antworten
Von Fiete Stegers am 27. August 2007Unter frage.tagesschau.de gibt es die ersten Videos einer Aktion von ARD-Morgenmagazin, Mittagsmagazin und tagesschau.de zu sehen: Zuschauer nehmen ihre Frage auf Video auf und laden diese hoch. Vom 3. bis 5. September sind Spitzenpolitiker in Morgenmagazin und Mittagsmagazin zu Gast und sollen darauf antworten (Guido Westerwelle, Edmund Stoiber, Renate Künast, Ursula von der Leyen, Peer Steinbrück und Kurt Beck).
In den USA hat eine ähnliche Video-Fragestunde ja bereits Eingang in den Vorwahlkampf gefunden. ABC folgte mit einer ähnlichen Aktion - NewTeeVee berichtet über deren magere Resonanz und Manipulationsvorwürfe. Vlogger Zennie Abraham hat sich über die Ursachen Gedanken gemacht: Für die User hätten zu viele technische Hürden bestanden (Video).
Update: Im Tagesschau-Blog sind die Nutzerkommentare zur Aktion bisher überwiegend kritisch.
28. August 2007 um 08:46
Ich finde vor allem auch das Alter der Fragesteller sehr interressant. Wenn’s ums Hochladen irgendwelcher selbstgedrehter Videos geht, dann stellt man sich ja gerne irgendwelche Kiddies vor, die irgendwelche nichtssagenden, verwackelten Werke von der Handykamera bei diversen Videoportalen hochladen. Und nun so was: Fast ausschließlich Menschen, die deutlich über 40 sind und ganz offensichtlich wissen, was sie da tun. Nutzergenerierte Inhalte sind also ganz offensichtlich nicht nur was für junge Menschen…
28. August 2007 um 13:36
Wobei mich überrascht hätte, wenn jetzt nur 20-Jährige bei der Aktion mitmachen - die Tagesschau bedient doch eher ein etwas gesetzteres Publikum. Andere Frage: Wie anfällig ist so ein Format für Spin-Doktoren? Bei einigen Beiträgen hatte ich ganz kurz den Eindruck - die sind nicht von allein auf die Idee gekommen, da mitzumachen. Da sitzt der VdK-Pressereferent hinter der Kamera :-) Im Ernst, ich find die Idee gut. Mir ist nur nicht ganz klar, wie man verhindern will, dass solche Formate von PR-Leuten missbraucht werden.
28. August 2007 um 13:43
Klar, diese Bedenken sind nicht von der Hand zu weisen. Aber mit Pressure Groups, die verdeckt Leserbriefe schreiben lassen, müssen die Medien auch klarkommen. Und es soll ja sogar gewisse TV-Sendungen geben, bei denen jeder Gesprächsgast sein Rudel Claqueure im Publikum platzieren darf …