Kulturpessimismus: “Technisch geht es bergab in den Medien”

“Bei vielen onlinejournalistischen Angeboten wird kritisiert, dass sie die Möglichkeiten der Multimedialität, also die Wahl des jeweils geeigneten Kommunikationskanals, unzureichend ausschöpfen”, heißt es im Wikipedia-Beitrag zum Online-Journalismus. Dem kann ich zustimmen. Manchmal ist es aber auch des Multimedialen zu viel oder die Qualität auf diesen Ausspielkanälen ist einfach schlecht. Das stellt Thomas Hollmann in der aktuellen Ausgabe seiner “Mediennachlese” im Inforadio des RBB fest.

Hollmann nennt Audio-Angebote von Zeitungen und berichtet von seinen Erfahrungen damit:

“Leider nur liest nicht der Autor seinen Artikel vor, sondern ein Computerprogramm wandelt die Schrift in Sprache um. Was eindeutig zu Lasten von Klaus Wowereit geht. Denn der heißt Klaus Wauwereit und trinkt gerne Chaumpagner. Was sich nicht schön anhört. Tragisch wird es, wenn das Zeitungsvorleseprogramm aus MS-Patienten Millisekunden-Patienten macht. Und der Artikel-Roboter in einem fort leiert und falsch betont und Wörter verstümmelt, dass einem das Trommelfell blutet.”

Für Hollmann sind solche Misstöne beispielhaft und er folgert: “Technisch geht es bergab in den Medien”. Als weitere Belege für die These erwähnt er schlechte Bilder bei CNN – “Wichtig ist die kostengünstige Krise, nicht die Qualität ihrer Abbildung”, und Fotos von Leserreportern der “Bild”.

Schuld an der mangelhaften Qualität sei “zu viel mediale Technik in dieser Welt und viel zu viele, die sie ohne Hemmungen” benutzen und verbreiten. Die Folgen seien “fatal”: “Wir gewöhnen uns an einen technischen Standard, der ständig sinkt. Denn wenn die Form wurscht ist, dem ist irgendwann auch der Inhalt egal”. Das klingt doch ein bisschen zu kulturpessimistisch.

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