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Schirrmachers Geniestreich

Der Puls des Mannes rast offenbar.

“Der Pulsschlag des Textes” (so der ursprüngliche Titel der in der Süddeutschen Zeitung abgedruckten Dankesrede von Frank Schirrmacher anlässlich seiner Auszeichnung mit dem Jacob-Grimm-Preis für Deutsche Sprache) heißt zwar inzwischen in seiner Online-Fassung versöhnlich “Wir brauchen eine Debatte”. So, als ob das Internet doch nicht mehr zwangsläufig den Untergang des Abendlandes bedeute. So wollte ich über die Äußerungen eigentlich schweigen, Gegenreden hat es auch schon genug gegeben (Stöcker, Boudgoust, Beckedahl).

Beim Studium der Rede ist uns aber aufgefallen, dass Kulturkritiker Schirrmacher den Preis für Deutsche Sprache im nächsten Jahre wahrscheinlich erneut bekommen wird: Denn der Adrenalinausstoß hat dafür gesorgt, dass er ein lange schmerzlich vermisstes Wort kreiert hat: “Aufschreibsysteme”.

Damit können nur Blogs gemeint sein, auch wenn Schirrmacher das Wort im Zusammenhang mit den Öffentlich-Rechtlichen fallen lässt (“staatlich-finanzierte Aufschreibsysteme”). Aber das ist eine andere Debatte.

[www.aufschreibsystem.de ist übrigens noch zu haben ...]

Nachtrag, viel später:
Der Vollständigkeit halber hier auch Schirrmachers Replik auf Stöcker. Zitat:

“Das Internet ist an allem schuld”. Das ist eine Formel der Moral, es folgt eine der Zeit und des Ortes: “Nur Druckerpressen können das Abendland noch retten”. Das sind zwei Überschriften, die nichts mit der Rede zu tun haben. Sie stammen aus dem Kopf des Internetredakteurs, nicht aus dem Mund des Redners.

Der Westen – erste Stimmen

[aktualisiert, Dienstag, 8.00 Uhr]

Quer durch den Gemüsegarten einige Blog-Reaktionen auf den Launch von Der Westen.

“Alles wird besser, nur wird es gut genug? Ich werde das Portal ganz sicher nutzen, keine Frage. Wo sonst fände ich lokale Kompetenz im Netz. (…) Um mein neuer Netzmittelpunkt zu werden, müsste aber noch eine Menge geschehen. Um etwa primär dort zu bloggen, würde ich mir ein viel stärker individualisierbares System wünschen.”

blog.50hz.de

“Erster Eindruck, ziemlich bieder, also viel Raum sich über Qualitätsjournalismus zu beweisen.”

Hugo E. Martin

“Das ist jetzt bei regionalen Tageszeitungen endlich einmal nicht mehr Online als Randaktivität in den Händen von Beauftragten. Herausforderungen bleiben aber auch für die nächsten, die sich am Thema versuchen: beispielsweise beim Veranstaltungskalender, der sich — wie so häufig — eher wie eine überkomplexe Suchmaschine anfühlt und in diesem Fall die gesamte Bandbreite von Ruhrpott Punk Superbowl bis Tierärztlicher Notdienst Haltern abdeckt.”

Wortfeld

“Natürlich ist DerWesten gegenüber den bisherigen Webangeboten der WAZ-Mediengruppe ein Quantensprung. Inwiefern DerWesten sich etablieren wird kann man jedoch jetzt noch nicht einmal ahnen – denn das hängt natürlich vor allem auch von den Inhalten ab.”

Pottblog

“Ich sag es mal so: Wenn ich keine guten Inhalte habe, hilft mir weder die Communitylinkorgie was, noch das Layout oder eine Karte. Gilt sowohl für die lasche Schreibe der eigentlichen Frontseite als auch das weit hinten versteckte, gehaltlose Communityblog2.0-Dingens.”

Blogbar

“…alles eine Frage der Perspektive: Schaut man sich durchschnittliche (Regional-)Zeitungsportale und deren HTML-basiertes Elend in Deutschland so an, muss man der WAZ attestieren, einen ziemlich großen Wurf gelandet zu haben. Nimmt man das mediale Trommelfeuer zum Maßstab, das in den vergangenen Wochen über uns hereinprasselte, dann relativiert sich das. Gelungen, sicher. Aber die Neuerfindung des crossmedialen Journalismus ausrufen, nur weil man jetzt Videos, Blogs, Tags und eine Community hat?”

“Journalistisch jedenfalls – und noch reden wir auch im Netz in erster Linie von Journalismus und nicht von Gimmicks – ist der Westen zumindest am Tag 1 nahe an der Bankrotterklärung.”

JakBlog

“Der erste Eindruck ist positiv. Die Seite kommt zweispaltig und aufgeräumt daher, große Fotos zieren die Aufmacher. Eine Multimedia-Spalte und eine eigene Überssichtsseite für Videos sind vorhanden, die rechte Spalte zeigt die aktuelle Diskussionen, Blog-Artikel und Tags. Kein großer Wurf, eher Erwartbares bei einem Medium dieser Größe.”

Turi

“Zur Zeit ist das Portal mit Werbebannern und Popups nur so überfrachtet. Zumindest zum Start könnte man auf webzwonulligere Werbeformen setzen, etwas mehr userbasiertes oder behavioral Targeting einsetzen.”

Sichelputzer

“Wer mit dem Gedanken spielt, dort den Newsletter zu abonnieren oder am Bundesliga-Tippspiel teilzunehmen, sollte sich das sehr gut überlegen. Die Daten, die DerWesten hierfür verlangt, sind fast ein eigenes Kapitel wert..”

F!XMBR

“Alles was sich zu dieser Stunde sagen läßt: der große Wurf ist es nicht und es ist ebenfalls durchaus fraglich, ob die Aufhübschung durch Web-2.0-Features genügt.”

Wissenswerkstatt

“Die große Herausforderung für Chefredakteurin Katharina Borchert besteht nun darin, viele neue Nutzer von DerWesten zu überzeugen. Denn die bisherigen Online-Auftritte der WAZ-Gruppe werden nur von sehr wenigen Menschen genutzt. Selbst WAZ.de kommt laut AGOF nur auf rund 280.000 Unique User monatlich.”

deutsche startups

“Gemeinschaft und Bier” in Bild und Ton

Schützenfest in Meschede bei sauerlandthemen.de (Screenshot [M])
Die Böller donnern, der Spielmannszug marschiert, die Schützenbrüder loben das frische Pils am Vormittag – Andreas Beer, sonst Text- und Bild-Journalist, hat bei einem Sauerländer Schützenfest auch das Mikro für Atmo und O-Töne dabeigehabt. Dem Gesamtwerk tut das äußerst gut. Solche Audio-Bildergalerien sind als Darstellungsform in Deutschland bisher kaum verbreitet – obwohl hier eigentlich so Zeitungsjournalisten mit verhältnismäßig wenig Aufwand Multimedia produzieren können – gerade im Lokalen. Andreas Beer schildert im Interview seine Erfahrungen.
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“Der Westen”: Am Montag soll es definitiv losgehen

Mit einem netten Intro verkündet die “WAZ” nun auch offiziell den Starttermin für “Der Westen”: Montag, 29.10.2007 soll das laut “Handelsblatt” “aufwendigste Online-Projekt einer deutschen Zeitung” starten. Neben dem eher schmeichelhaften Artikel des Wirtschaftsblatts, reiht sich heute die “taz” in die Vorberichterstattung ein und erwähnt unter anderem die Bedenken aus der Print-Redaktion (“und jetzt auch noch das Internet bestücken”), die neben den 20 Online-Redakteuren in Essen wesentlich zu dem Portal beitragen soll. Online-Chefin Katharina Borchert rät zum abwarten.

Update 17.40 Uhr
Oha, das Intro ist nicht mehr ganz so nett, das Datum ist verschwunden, herrje …

Update 26.10.07 8.30 Uhr
Die Online-Chefin bittet in den Kommentaren das vorige Update zu updaten – es ist alles im grünen Bereich. Sie empfiehlt am Sonntag abend kurz vor der Tagesschau mal reinzuschauen … Wir freuen uns – wirklich.

Update 28.10.07 13:35
Das Pottblog hat sich schon einmal mit dem neuen Webauftritt der WAZ-Konkurrenz Ruhrnachrichten beschäftigt.

Kostenloses Web 2.0-Dossier: Chancen und Risiken der Mediengesellschaft 2.0

Das Magazin der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), “tendenz”, beschäftigt sich in seiner aktuellen Ausgabe mit den gesellschaftlichen Auswirkungen des Web 2.0.

Für die Experten wird zwar nichts Neues dabei sein, doch es ist eine gelungene Zusammenfassung bedeutender Aspekte zum Thema Web 2.0. U.a. gibt es folgende Artikel darin: “Zwischen Freiheit und Verantwortung. Chancen und Risiken der Mediengesellschaft 2.0″, sechseitiger Aufsatz von Sueddeutsche.de-Chefredakteur Hans-Jürgen Jakobs. Der Informationsethiker Rafael Capurro spricht in einem Interview über “gesellschaftliche, journalistische und politische Auswirkungen des Web 2.0″. Weitere Themen sind u.a.: “Datenschutz in Zeiten von Web 2.0″; “Community-Laws als Ausweg aus dem Web 2.0-Dilemma?”; “Der Nutzer: Konsument, Kontrollinstanz und Koproduzent. Chancen von Web 2.0 für die Medienbranche”; “Unter Freunden. Social Networking aus München: Die Lokalisten”. Auch interessant ist die 28-seitige “tendenz”-Beilage zu den Medientagen München 2007: “Media Yourself – Wie das Internet Medien und Gesellschaft verändert.”

Die Artikel gibt es als abstracts sowie als pdf zum Download auf der Website der BLM, außerdem kann das Heft kostenlos bestellt werden.

Wie bei SpOn die Züge stillstehen …

Nach dem gestrigen Rüffel in anderer Sache wieder mal ein Lob für Spiegel Online – dafür, wie heute der Bahn-Streik angepackt wird: Neben dem jeweiligen Hauptartikel begleitet uns eine kontinuierlich aktualisierte Ticker-Sammel-Meldung durch den Tag (bewährtes Format bei Spiegel Online).

Zudem bitte man Nutzer, ihre Streikerlebnisse zu mailen (gute Ergänzung, auch wenn die mittlerweile keiner mehr hören mag). In einer Flash-Grafik wird mit Geo-Tags dargestellt, wo die Züge stillstehen: Schöne und sinnvolle Idee, auch wenn sie es wahrscheinlich nicht so ganz trifft, da auf der Karte einzelne Orte getagt werden, aber wohl eher Strecken und Regionen betroffen sind, die Visualisierung also nicht ganz stimmig ist. Besser zu sehen ist das auf der Überblickstabelle.

Und anderswo?

Auch Wettwerber sueddeutsche.de möchte seine Nutzer zur Wort kommen lassen. Die Umsetzung ist aber völlig Banane: Unkommentierte und mangels Quellenangabe überhaupt nicht einzuordnende Nutzeräußerungen, dargeboten als Durchklick-Format nach dem Beispiel der berühmt-berüchtigten Bilderstrecken der Redaktion.

Bei WDR.de (einen meiner Auftraggeber) gibt es eine Art Video-Blog, in dem Passanten auf den Bahnhöfen Dortmund und Köln ihre Eindrücke in die Kamera schildern. Gemacht wird das mit einem Video-Handy.

Nutzer-Statements zum Streik bei sueddeutsche.de (Screenshot)

Spiegel Online übergeigt’s mal wieder

Freilich fühlt es sich – vor allem für Außenstehende – manchmal wie Korinthenkackerei oder Schwarzmalerei an, so etwas anzukreiden. Aber als Nutzer darf man sich ruhig mal beleidigt fühlen und sollte sich nicht scheuen, solche Schludereien anzuprangern.

Zwei Beispiele von heute. Unter der Überschrift “Der Wahn von der Autobahn” erscheint folgender Teaser-Anfang:

“Nicht nur Ex-Nachrichtensprecherinnen verirren sich in der Geschichte: Viele Deutsche finden immer noch, es sei nicht alles schlecht gewesen im “Dritten Reich” – die Autobahn zum Beispiel. (…)”

Spiegel Online berichtet direkt vom Stammtisch, könnte man meinen, da halten sich ja bekanntlich viele Deutsche auf – ziemlich plump, wenn ein Text mit so einer unbebelegten, aber reißerischen Mutmaßung beginnt. (Nebenbei: Der Artikel erscheint übrigens im neuen Angebot einestages; bis man beim Text angekommen ist, bedarf es drei Klicks. Warum in der URL der Name Hans-Michael Kloth auftaucht und im Text der SPIEGEL-Autor Klaus Wiegrefe genannt wird, irritiert mich.)

Ein weiterer Text hält überhaupt nicht, was er verspricht und ist völlig übergeigt: “Personaleinsparung. Automatik-Züge machen Lokführer überflüssig”

“Es ist eine High-Tech-Vision und zumindest für Arbeitgeber ein Traum: Lokführer-Streiks könnten bald der Vergangenheit angehören, weil die Züge automatisch fahren. Auch in Deutschland sind immer mehr unbemannte Bahnen unterwegs – ohne dass die Sicherheit leidet.”

Von gerade mal zweieinhalb deutschen Projekten ist die Rede: Zum einen wird der Frankfurter Flughafen erwähnt, ohne allerdings auch nur ein Wort darüber zu verlieren, wie das mit der unbemannten Bahn dort aussieht. Dann wäre vielleicht das “immer mehr” etwas gemildert, denn die Hochbahn Sky Line fährt alle 2-3 Minuten gerade mal zwischen den Terminals, wie man etwa bei Expedia erfährt. In Dortmund sollen auch Zugfahrten ohne Fahrer stattfinden, erwähnt der Autor.

Aber immerhin: In Nürnberg soll ab Frühjahr 2008 die erste vollautomatische U-Bahn Deutschlands Fahrgäste befördern. Ja, es werden immer mehr und sie machen früher oder später die Lokführer tatsächlich überflüssig.

Audio-Slideshows in Deutschland

Dass die Bildergalerie bei führenden deutschen Qualitätsmedien ein wichtiger Bestandteil sogenannter Qualitätsoffensiven ist, wissen wir ja. Bildergalerien sind in der onlinejournalistischen Praxis meist auf die Schnelle zusammengestellte Klickschinder – nach journalistischen Kriterien zusammengestellte Fotostrecken mit sorgsam komponierten Fotos und Texten die absolute Ausnahme.

Kein Wunder, dass – anders als in den USA – die (animierte) Slideshow mit Audiokommentar ein Schattendasein fristet. Auch beim Spezialblog Soundphotographer wird fast ausschließlich auf Beispiele aus den USA verwiesen. Gibt es denn in Deutschland gar nichts? Weil ich gerade privat selbst noch einmal die Software Soundslides für eine Audio-Slideshow ausprobiert habe (“12 Stunden später”), habe ich mich noch einmal umgeschaut und bin hier und da doch fündig geworden:

  • Kilometer 42, die multimediale Reiseserie von Spiegel Online. Jörg Pfeifer setzt regelmäßig Audio-Slideswhows ein und steht damit ziemlich alleine dar. Meist lässt er einen Protagonisten zu seinen Fotos erzählen.
  • Die FR hat offenbar Lust zum Ausprobieren: Ankunft der Weltmeisterinnen in Frankfurt. Mit Soundslides erstellt, solider Standard, nix überraschendes. Hier Hinweise zu zwei weiteren FR-Stücken.
  • Der Fotograf Gordon Welters nutzt Audio-Slideshows, um auf seiner Website Ausschnitte aus seinem Portofolio zu präsentieren – klasse fand ich die Slideshow zum G8-Gipfel (vielleicht etwas parteiisch).
  • Beim Schweizer “Blick” gibt es eine etwas aufwändiger produzierte Slideshow (“48 Stunden im Leben von Adolf Ogi”) (wiederum Soundslides). Sie setzt u. a. Karten an, leidet aber unter der staubtrockenen Sprecherstimme.
  • Ergänzung: BR und tagesschau.de (1, 2) haben in der Vergangenheit mal hier und da experimentiert, aber m. W. keine regelmäßigen Formate (wegen personellen Überschneidungen mit onlinejournalismus.de hatte ich das an dieser Stelle zunächst nicht erwähnt).
  • Wer noch weitere Beispiele kennt – Hinweise gerne in den Kommentaren.

dpa hat angekündigt, künftig auch fertig produzierte Audio-Slideshows anzubieten. Ob das Auswirkungen auf das Angebot insgesamt hat?

Einerseits sind Audio-Slideshows eine folgerichtige Weiterentwicklung des Fotojournalismus bei klassischen Medien. Andererseits gibt es in der Reportage-Praxis die Hürde, dass eben vor Ort neben den Fotos noch die Audiospur aufgenommen werden muss. Ich kann mir vorstellen, dass es da bei Solo-Journalisten in vielen Fällen praktischer wäre, gleich zur Videokamera zu greifen und Bild- und Ton gleichzeitig aufzuzeichnen, wenn es schon multimedial sein soll. Teilt sich ein Team aus Fotograf und Texter die Arbeit, sieht die Sache dagegen ganz anders aus …

Sind Teaser für kostenpflichtige Angebote redaktioneller Inhalt oder Werbung?

Vielleicht weiß es ja jemand aus unserer Community und kann eine rechtlich unverbindliche Meinung äußern: Ein Teaser, beispielsweise auf einer Homepage, führt zu kostenpflichtigen Inhalten. Ist der Teaser dann redaktioneller Inhalt oder Werbung? Oder ist diese Frage letztlich gar nicht wichtig? (Die Frage wurde mich gerichtet, ich habe mir ein paar Gedanken gemacht, komme aber auch zu keinem praktikablen Ergebnis.)

Ich würde einen Teaser nicht als Werbung oder als werblich betrachten, da er ja im besten Fall (so verklausuliert muss man sich ja heutzutage ausdrücken) zu keiner Werbung, werblichen Seite sondern zu redaktionellen Inhalten führt. Freilich kommt es auch darauf an, in welchen Kontext dieser Teaser eingebunden ist, so könnte er auch alleine für sich – beispielsweise als Textanzeige – werblichen Inhaltes sein und trotzdem auf ein redaktionelles Angebot führen (Beispiel im Medienweblog Turi2 wirbt der Pressedienst Echolot derzeit mit seinen Teasertexten für sein kostenloses redaktionelles Angebot). Andererseits: Wie verhält es sich etwa wenn auf einer Seite “freie” und kostenpflichtige Teasertexte vorgehalten werden? Im Gegensatz zu den “freien” Teasern, mit denen sich der Anbieter in erster Linie nur Aufmerksamkeit erbittet, möchte er bei den zu kostenpflichtigen Angeboten führenden Teasern zusätzlich Geld verdienen und er wirbt dafür.

Späteinsteiger SpOn und das LKA-Dementi

Ich bin ja mal gespannt, wie sich das auflöst: Heute tickerten die Nachrichtenagenturen eine Spiegel-Vorabmeldung, nach der das bayerische LKA Trojaner einsetze, um Voice-over-IP-Kommunikation mitzuhören. Bei Spiegel Online war die Original-Meldung leider noch nicht zu lesen. Jetzt, gegen 20 Uhr, macht Spiegel Online auf einmal mit dem Thema auf – auf Basis einer ddp-Meldung, die auch schon Politiker-Reaktionen auf die Nachricht des Trojaner-Einsatzes enthält.

Auch das bayerische Landeskriminalamt bestätigt, dass es seit diesem Sommer in mehreren Fällen auf Computern Verdächtiger Programme installiert habe, um solche Internet-Gespräche abzufangen.

… heißt es in dem Artikel. Der Haken an der Sache: Mit keinem Wort wird darin erwähnt, dass das LKA am späten Nachmittag mitteilte, es sei falsch verstanden worden: Abhören ja, Trojaner aber nicht. Auch dazu gab es eine Agenturmeldung, von ddp-Bayern (sic).

Dass nicht alle Redaktionen, die am (Samstag-)Nachmittag auf die Agenturmeldung eingestiegen sind (oder automatische Agenturfeeds übernehmen) und jetzt mit dem Thema bei Google News vertreten sind, auch noch das Dementi nachgereicht haben – geschenkt. Aber das Nachzügler SpOn überhaupt nicht darauf eingeht, ist schon seltsam – zumindest ein triumphierendes Beharren (“Wir haben recht, nicht das LKA”) sollte drin sein …

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