Eines Tages bei Spiegel Online …

Jetzt schmückt man sich auch beim lange Zeit Web-2.0-abstinenten Marktführer mal mit einem „Beta“-Logo: „einestages“, das zeitgeschichtliche Nutzer-Portal, soll offiziell am Montag starten, ist aber bereits online. Optisch macht es einen angenehmen, nicht überladenen Eindruck. Erste Inhalte kommen von der Spiegel Online-Redaktion, mal frisch für „einestags“ verfasst, mal bereits vorher auf der Haupseite veröffentlicht. Ein damaliger GSG-9-Beamter schildert die Erstürmung der Landshut, Stefan Remmler darf Elvis‘ Erfolg erklären (na gut, ein etwas übergeigter Teaser sei verziehen), die Redaktion sucht unbekannte deutsche Elvis-Fans von einem Foto aus der Militärzeit des Kings (Rubrik „Fundbüro“).

[Update 08.10.07]

Hier zeigt sich der Mitmach-Charakter, der zum Selbstverständnis des Projekts gehört (FAQ). Jeder Textbeitrag wird durch die Kategorien „Debatte“ und „Dokumente“ (dazu gehören die historischen Fotos) ergänzt. Die Partner von „einestages“ wie das Bundesarchiv, die Deutsche Fotothek, das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven und die Kalenderblatt-Redaktion der Deutschen Welle werden hier sicher auch Material beisteuern.

Man darf gespannt sein, wie sich das Projekt entwickelt: Zum Start hat die Redaktion mehrere Themen eingebracht, bei denen ich Potenzial für ähnliche Beiträge aus der (männlichen) Nutzerschaft wittere: Technik für den nerdigen Teil (Redakteur Matthias Kremp über Atari), Sport (Redakteur Mike Glindmeier über die Liebe zum FC St. Pauli und natürlich das Thema Weltkrieg („Kriegsbriefe von der Tirpitz“).

Die Redaktion kündigt dabei strikte Moderation und Qualitätskontrolle von Nutzer-Beiträgen und -Kommentaren an:

Was einestages von anderen Foren unterscheidet: Diskussionsbeiträge und Hinweise, die hier veröffentlicht werden, werden Bestandteil des kollektiven Gedächtnisses auf einestages. Sie werden damit sozusagen „für die Ewigkeit“ formuliert. Machen Sie sich bewusst, dass hier informatives zum jeweiligen Thema gefragt ist – Beiträge, die Sie auch in ein paar Tagen, Monaten oder sogar Jahren noch gerne wiederfinden mögen.

Sogar die Nutzerprofilseiten sollen erst von der Redaktion freigeschaltet werden.

Also, schauen wir mal, wie die Plattform angenommen wird und was die Nutzer sagen.

(Bei den URLs kann sich vermutlich noch einiges ändern.)

Weitere Links:

  • Leserbriefschreiber sind beim Spiegel nicht länger Kriminelle. Langes Interview mit SpOn-Vizechef Wolfgang Büchner – auch darüber, wie sich die Nutzer-Interaktion bei SpOn von kommentierbaren Artikeln unterscheidet.
  • Diskussionskultur am A …Beim Bildschirmtext der taz ist Philipp Dudek mit dem, was bei direkt kommentierbaren Artikeln herauskommt, alles andere als zufrieden.
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