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Eines Tages bei Spiegel Online …

Jetzt schmückt man sich auch beim lange Zeit Web-2.0-abstinenten Marktführer mal mit einem “Beta”-Logo: “einestages”, das zeitgeschichtliche Nutzer-Portal, soll offiziell am Montag starten, ist aber bereits online. Optisch macht es einen angenehmen, nicht überladenen Eindruck. Erste Inhalte kommen von der Spiegel Online-Redaktion, mal frisch für “einestags” verfasst, mal bereits vorher auf der Haupseite veröffentlicht. Ein damaliger GSG-9-Beamter schildert die Erstürmung der Landshut, Stefan Remmler darf Elvis’ Erfolg erklären (na gut, ein etwas übergeigter Teaser sei verziehen), die Redaktion sucht unbekannte deutsche Elvis-Fans von einem Foto aus der Militärzeit des Kings (Rubrik “Fundbüro”).

[Update 08.10.07] Weiterlesen…

Immermehrblog macht gar nix mehr

“Immer mehr Deutsche in der Schulden-Falle!”, lautete heute der Aufmacher der “Bild”. Eigentlich auch ein Fall für das Immermehrblog. Doch der letzte Beitrag auf diesem Medienblog (wir berichteten) datiert vom 29. Juni 2007: “Immer mehr Trends auch im Urlaub”. Seither herrscht dort leider Funkstille, auf eine “Hallo-noch-jemand-da-bei-euch”-E-Mail wurde nicht geantwortet. Schade, allein ein Blick auf Google News zeigt, dass der “Immer mehr Deutsche”-Blödsinn immer noch gerne herhalten muss. Vielleicht gibt’s ja jetzt mal ein kurzes Lebenszeichen.
Update 06.10.07: Das erhoffte Lebenszeichen erfolgte, recht ausführlich in den Kommentaren.
Update 10.10.07: “Eins, zwei, immer mehr”, die Immermehrblogger arbeiten wieder, einer der ersten Kunden ist die “Bild”.

BBC Worldwide kauft Lonely Planet

Die kommerzielle BBC-Tochter BBC Worldwide übernimmt den Reisebuch-Verlag Lonely Planet, zu dem bereits eine umfangreiche Website gehört. Die Gründer Tony and Maureen Wheeler behalten einen Anteil von 25 Prozent (Pressemitteilung).

Lonely Planet solle zur “multimedialen Plattform” ausgebaut werden. Die Gründer sagten, der Verkauf garantiere Lonely Planet eine “langfristige Zukunft”.

zitiert tagesschau.de daraus.

The company also produces and develops factual programming for international broadcasters (Lonely Planet Television).

BBC Worldwide ist nach eigenen Angaben bereits der drittgrößte Zeitschriftenverleger in Großbritannien. Und Lonely Planet hat bereits TV-Erfahrung vorzuweisen:

Its flagship TV series, Lonely Planet Six Degrees, produced for Discovery Networks, is now in its third season, and screens in over 100 countries. [...] Lonely Planet’s travel video site, lonelyplanet.tv, is establishing a valuable online community of independent travellers, allowing travellers to upload and watch their own video as well as view videos created by Lonely Planet.

“Abendzeitung” sagt im Netz: Tschüss München!

Bereits Ende Juli wurde vermutet, dass die Berliner Netzeitung bald die Münchner “Abendzeitung” bei ihrem dahindümpelnden Internet-Auftritt unterstützen soll (wir berichteten). In der “Welt am Sonntag” bestätigt dies nun Kai-Hinrich Renner: “Die Netzeitung wird künftig den Internetauftritt der Münchner “Abendzeitung” produzieren”. Äußern wolle sich noch keiner der Beteiligten, heißt es weiter.

Schon vor vier Jahren haben wir über die Internet-Probleme der “Abendzeitung” berichtet, getan hat sich seither fast nichts auf der Seite. Die Netzeitung, deren Vertrag für die Produktion der Website des Nachrichtensenders N24 laut “WamS” Ende des Jahres ausläuft, kann hier also nur Boden gut machen. Die Zugriffszahlen des Webauftritts der Münchner sind im Keller, für den August weist die IVW-Statistik 86.246 Visits und 464.396 Pageimpressions aus. Zum Vergleich: Ein Hobbyprojekt, wie das Stadtblog Muenchenblogger, hat nach eigenen Angaben täglich 3.000 Besucher.

Die Netzeitung wird es schaffen, die Seite wesentlich aufzupeppen, die Besucherzahlen werden steigen. Im besten Fall entsteht für beide Seiten in finanzieller Hinsicht eine Win-Win-Situation auf niedrigem Niveau. Trotzdem ist ein Artmutszeugnis für die “Abendzeitung”, dass sie es nicht schafft, mit den eigenen Leuten einen vernünftigen Internet-Auftritt hinzubekommen. Journalistisches Potenzial dafür hätte es jede Menge gegeben. Die “Abendzeitung” verspielt wohl ein für alle mal die Chance, ihre Marke und ihre speziellen Stärken (wie etwa lokale Kompetenz) im Netz zu etablieren. Ob sich die an Auflageverlusten leidende Straßenverkaufszeitung dies leisten kann, darf bezweifelt werden. Das “Servus Minga!” aus Berlin kann noch einen ganz faden Beigeschmack entfalten.

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