“Müll von Qualität trennen”: Rede des DJV-Bundesvorsitzenden

Von Thomas Mrazek am 9. November 2007

Update 11.01.08
DJV-Qualitätsdiskussion: Niveau einer Christiansen-Sendung

Update 09.01.08: Die Podiumsdiskussion am Donnerstag, 10.01.08, ist bereits ausgebucht, kann aber live unter www.djv.de/livestream ab 19.00 Uhr bis zum vorgesehenen Ende gegen 21.00 Uhr verfolgt werden.

Update 27.11.07: Der DJV lädt zu einer Diskussion mit Michael Konken ein.
Der unten aufgeführte Text ist ein Ausschnitt aus der Rede des Bundesvorsitzenden des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV), Michael Konken, anlässlich des DJV-Verbandstags, der vom 5. bis 7. November 2007 in Saarbrücken stattfand. Ich bin auch Mitglied im DJV und dort ehrenamtlich engagiert, an dem Verbandstag habe ich auch teilgenommen.

Mit Konkens Aussagen bin ich fast in keinem Punkt einverstanden, leider habe ich mich nicht dazu aufraffen können, beim Verbandstag Widerrede zu halten. Ich würde mich freuen, wenn hier eine sachliche Debatte über diesen Redeausschnitt stattfinden würde. Ich denke, dass es auch im Sinne des Verfassers, Michael Konken, ist, dass eine öffentliche Diskussion über diese Aussagen stattfindet. Bitte beachtet/beachten Sie unsere Kommentar-Regeln. Die vollständige Rede ist auf der Website des DJV abrufbar.

“Der Onlinebereich ist aber auch ein Bereich, den wir verstärkt unter qualitativen Kriterien werten müssen. Nicht jeder, der sich dort als Journalist bezeichnet, hat etwas damit gemeinsam. Uns steht es gut zu Gesicht, wenn wir Richtlinien finden, um Müll von Qualität zu trennen und dies den Internetkonsumenten deutlich machen. Das Internet ist eine Plattform auch für Schmierfinken ganz besonderer Art. Schmierfinken, die sich als Journalisten bezeichnen, die aber Persönlichkeitsrechte verletzen, sich nicht an unsere Postulate wie Wahrhaftigkeit, Objektivität, Vollständigkeit halten. Sie treiben ihr mieses Geschäft mit Veröffentlichungen, gegen die wir oft rechtlich nicht vorgehen können, die aber nicht selten ihre Voyeure finden.

Blogs sind meines Erachtens nur in ganz wenigen Ausnahmefällen journalistische Erzeugnisse. Sie sind eher der Tummelplatz für Menschen, die zu feige sind, ihre Meinung frei und unter ihrem Namen zu veröffentlichen.

Der Online-Journalismus hat seinen festen Platz im deutschen Medienangebot. Ohne Medienethik ist er nicht denkbar. Die glaubwürdige journalistische Arbeit muss geschützt werden, damit die, die wirklich qualitative journalistische Arbeit leisten, geschützt werden. Wir müssen in den nächsten Monaten eine quantitative Entrümpelung vornehmen, müssen qualitativ ausdünnen und festlegen, was unseren journalistischen Ansprüchen genügt.”

Update 12.-20.11.2007 - einige Reaktionen von Blogs und anderer Medien
Nein, ich sitze jetzt nicht vor dem Rechner, und freue mich darüber, dass sich ein paar Leute Gedanken zu dem Thema gemacht haben. Ich bin weiterhin verärgert über diese Aussagen. Zumal ich als ehrenamtlich engagiertes DJV-Mitglied in einigen Veranstaltungen und Gesprächen versucht habe, ein differenziertes Bild von der Sache zu vermitteln. Für mich und viele andere war das Thema eigentlich auch schon “gegessen”. Auch habe ich mehrmals publizistisch versucht, unter anderem im “Journalist”, der Mitgliederzeitschrift des DJV, die Sache mit den Blogs, die ja so kompliziert nicht sein kann, sachgerecht zu vermitteln.

Es gibt wohl für alle, die sich mit Medien beschäftigen derzeit wichtigere Themen, wie man zum Beispiel an einigen Bannern auf u.a. Blogs erkennen kann.

So sehen es andere Blogger und Medien:

Update 14.11.2007 - Ibusiness: DJV: “Blogger sind feige Menschen”

  • Antwort des DJV-Bundesvorsitzenden Michael Konken auf die offene E-Mail von Thomas Knüwer im Blog Indiskretion Ehrensache.

  • Artikel bei IBusiness
    Im leider nur per kostenpflichtiger Registrierung zugänglichen Ibusiness heißt es im Teaser:
    “DJV verteidigt seine Aussage: “Blogger sind feige Menschen”

    14.11.07 Gegenüber iBusiness beharrt der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) auf seinen Aussagen, die im Web aktuell mächtig Staub aufwirbeln. So wimmelt es im Web nach wie vor von “Schmierfinken, die sich als Journalisten bezeichnen”. Und Blogs sind ein “Tummelplatz für feige Menschen”.”

Update 15.11.07, 8.00 Uhr - DJV: “Es gibt nichts zu relativieren”
Ich habe den IBusiness-Text zwischenzeitlich vorliegen. Die Überschrift musste von “DJV verteidigt seine Aussage: “Blogger sind feige Menschen”" geändert werden in: “DJV verteidigt seine Aussage: “Blogs sind eher ein Tummelplatz für feige Menschen”". Der zuständige Redakteur, Stephan Randler kommentiert das so:

“Die ursprüngliche Überschrift des Artikels lautete: DJV verteidigt seine Aussage: “Blogger sind feige Menschen”.

Der DJV war mit dieser Überschrift nicht einverstanden und fühlte sich falsch zitiert. Wir geben zu: Die Aussage “Blogger sind feige Menschen” war so nicht in der Rede gefallen. Sie spiegelt aber unserer Meinung nach - nach wie vor - die Essenz der Argumentation von Michael Konken wieder.

Lustig: Herr Konken verunglimpft auf der einen Seite Millionen von Bloggern als feige, wird aber selbst sehr empfindlich, wenn man seine Attacke auf den Punkt bringt.”

Im mir vorliegenden Text aus IBusiness, der hauptsächlich nur die Rede paraphrasiert, fallen mir zwei Fehler auf:

“Das Internet ist eine Plattform für Schmierfinken ganz besonderer Art”, attackiert er Online-Journalisten in seiner Rede.”

Michael Konken hat in seiner Rede keine Online-Journalisten attackiert. Er sagte vielmehr: “Das Internet ist eine Plattform auch für Schmierfinken ganz besonderer Art.” (Hervorhebung T.M.) Und es sollte jedem klar sein, dass er damit nicht Online-Journalisten meinte.

Eher marginal ist dieser Fehler:

“Thomas Knüver etwa, Autor beim Handelsblatt-Blog Indiskretion Ehrensache, schämt sich wegen Konken, Mitglied im DJV zu sein: “Konken gießt einen Kübel Mist über all denen aus, die ihr Hobby im Netz pflegen”, regt er sich in seinem Blog auf.”

Naja, Name und Funktion von Thomas Knüwer sollte man so langsam kennen, in seiner offenen E-Mail stellt er sich als “Reporter in der Redaktion Handelsblatt” vor.

Der Artikel endet so:

“Für Konken aber alles andere als ein Grund, über seine Rede noch einmal nachzudenken: “Es gibt nichts zu relativieren”, verteidigt der DJV Konkens Aussagen gegenüber iBusiness.”

Frage: Sagte das Michael Konken oder der DJV-Pressesprecher Hendrik Zörner? Mei oh mei … Ein Lehrstück.

Update 15.11.07, 18.30 Uhr - “Bettlektüre für Michael Konken”
Indiskretion Ehrensache, Thomas Knüwer: Die Achse der Feigen und DJV-Chef Konken

Update 18.11.07 - Hal Fabers Wochenschau Was war. Was wird.

“OK, wie Journalisten sprechen, ist von alltäglicher Kommunikation nicht zu unterscheiden. Es sei denn, Journalisten reden über Ethik und von der vierten Macht im Staate, die sie volle Kanne sind, während Blogger einfach nur feige [Link auf Michael Konkens Rede, T.M.] sind.” Weiter …

Update 02.12.07 - Hal Fabers Wochenschau Was war. Was wird.

“Gerade in der zuletzt noch im Bundesrat angemahnten Idee, dass Rechteinhaber einen Auskunftsanspruch gegenüber Internetprovidern haben sollen, zeigt sich, wie schnell man vom Pfad der gegen die Terroristen kämpfenden Tugend abkommen kann. So verlegt sich der deutsche Buchhandel auf das, was nach dem Konken [Link auf Sagichdoch?, Sven Scholz: Neue Vokabeln I, T.M.] als Wiefelspützen Eingang in die deutsche Sprache hält.” Weiter …

Update 27.12.07 - “Journalisten vs. Blogger” - 17-minütiges Radio-Interview mit Michael Konken bei Radio Corax, Halle/Saale
Download und Streaming beim Audioportal Freier Radios.

24 Antworten zu ““Müll von Qualität trennen”: Rede des DJV-Bundesvorsitzenden”

  1. Weltenweiser sagt:

    Jeder diskreditiert halt sich selbst, so gut er kann. Es ist und bleibt traurig, dass dieser Mann den DJV repräsentiert.

  2. Thomas Leidel sagt:

    Der Redeausschnitt reiht Allgemeinplätzen aneinander und gipfelt in einem ungeheurlichen Ruf nach nicht weiter konkretisierten Säuberungen.

    (Er ist allerdings nach Einschätzung von Kennern des DJV ohnehin vermutlich in Ihrem eigentlichen Sinngehalt ohnehin nur als Teil einer innerverbandlichen Schlammschlacht interpretierbar.)

    Der Reihe nach:

    >> Der Onlinebereich ist aber auch ein Bereich, den wir verstärkt unter qualitativen Kriterien werten müssen. Nicht jeder, der sich dort als Journalist bezeichnet, hat etwas damit gemeinsam.

    Was ist an diesen Aussagen onlinespezifisch?

    >> Uns steht es gut zu Gesicht, wenn wir Richtlinien finden, um Müll von Qualität zu trennen und dies den Internetkonsumenten deutlich machen.

    Sind “Internetkonsumenten” anders als andere Medienkonsumenten? Sind sie überhaupt in erster Linie “Konsumenten”? Oder drückt sich hier nicht eine autoritär massenmediale Attitüde aus?

    >> Das Internet ist eine Plattform auch für Schmierfinken ganz besonderer Art. Schmierfinken, die sich als Journalisten bezeichnen, die aber Persönlichkeitsrechte verletzen, sich nicht an unsere Postulate wie Wahrhaftigkeit, Objektivität, Vollständigkeit halten. Sie treiben ihr mieses Geschäft mit Veröffentlichungen, gegen die wir oft rechtlich nicht vorgehen können, die aber nicht selten ihre Voyeure finden.

    Ließe sich das Gleiche nicht auch über manche anderen, so genannten “klassischen” Medien auch sagen?

    >> Blogs sind meines Erachtens nur in ganz wenigen Ausnahmefällen journalistische Erzeugnisse.

    “Konkens Aussagen sind meines Erachtens nur in ganz wenigen Ausnahmefällen von Kenntnis gezeichnet, konkret oder gar geistreich” wäre eine vergleichbar geistreiche Behauptung.

    >> Sie sind eher der Tummelplatz für Menschen, die zu feige sind, ihre Meinung frei und unter ihrem Namen zu veröffentlichen.

    Schon mal von Impressumspflicht gehört, Herr Vorsitzender?

    >> Der Online-Journalismus hat seinen festen Platz im deutschen Medienangebot.

    Ach!?

    >> Ohne Medienethik ist er nicht denkbar.

    Die wer definiert?

    >> Die glaubwürdige journalistische Arbeit muss geschützt werden, damit die, die wirklich qualitative journalistische Arbeit leisten, geschützt werden.

    Glaubwürdige journalistische Arbeit schützt sich selbst - und wird durch mündige und informierte Abnehmer besser geschützt als durch Blockwarte und Zensurbefürworter.

    >> Wir müssen in den nächsten Monaten eine quantitative Entrümpelung vornehmen, müssen qualitativ ausdünnen und festlegen, was unseren journalistischen Ansprüchen genügt

    Wer ist “wir”? Wer soll die Säuberungen durchführen? Mit welchen Mitteln “muss” da was “ausgedünnt” werden?

    Weiteren Kommentar verkneife ich mir hier… :-)

    Schöne Grüße!
    thl
    (Trotz allem noch immer DJV-Mitglied und Sprecher des FA Onlinejournalimus beim DJV Berlin)

  3. Herbert Braun sagt:

    Was hat der denn genommen? Eine sachliche Debatte, wie hier gewünscht, sollte man nicht mit einer haltlosen Polemik einleiten. Ich als Teilzeit-”Schmierfink” gehe jetzt wieder zurück zu meinem Tummelplatz für Feiglinge, bevor ich hier “qualitativ ausgedünnt” (??) werde (oder war damit sowas wie die Bildzeitung gemeint?).

  4. Die Welt ist Scheisse - Aber ohne Geruch sagt:

    Journal für die Weicheier…

    Zeitungen sind meines Erachtens nur in ganz wenigen Ausnahmefällen bloggische Erzeugnisse. Sie sind eher der Catwalk für geldgeile besserwisser Menschen, die nie unter Pseudonym, also Unerkennbar, schreiben würden. Stolz ist ja so eine Sache!
    Disc…

  5. vipraum sagt:

    Als Web noch 1.0 war, bin ich aus dem Bayerischen Journalistenverband (BJV, Landesverband des DJV) ausgeschlossen worden, weil ich angeprangert hatte, dass sich der Verband immer von zweifelhaften Unternehmen (Kernkraftwerksbetreibern, Waffenproduzenten etc.) einladen ließ, und die journalistisch noch aktiven Verbandsfunktiönäre dafür wohlwollend über diese Unternehmen berichteten (”schaffen Arbeitsplätze”, “gutes Betriebsklima”…).
    Der BJV hatte sich damals mit dem Ausschluß gewehrt, weil er noch nicht einmal eine eigene Webseite hatte, auf der er die Dinge hätte anders darstellen können. Wer in der Suchmaschine “BJV” eingab, landete bei mir.

    Die Verbandsfunktionäre scheinen den Abstand zur Gegenwart in der Zwischenzeit nicht verringert zu haben.

    Ach so: Ich lebe übrigens als verbandsloser Journalist ganz gut. Das was ich für etwaige Rechtsstreitigkeiten im Höchstfalle zahlen müsste, habe ich längst an Mitgliedsbeiträgen eingespart.

  6. Fred Kowasch sagt:

    Michael Konken ist mittlerweile bekannt dafür, dass er erst redet, bevor er nachdenkt. Solche Aussagen richten sich selbst! Die Entwicklung des Internet, die Chance unabhängige Inhalte ohne die Zensur von Verlegern und TV-Chefredakteuren zu verbreiten, tuen dem etablierten Journalismus gut. Seelig sind, die da geistig arm ….

  7. Pottblog sagt:

    Michael Konken vom Deutschen Journalisten-Verband hat keine Ahnung……

    … und das ist noch harmlos und nett formuliert.
    Bei Onlinejournalismus.de findet man den Artikel “Müll von Qualität trennen”: Rede des DJV-Bundesvorsitzenden, der sich mit der Rede Michael Konkens, seines Zeichens DJV-Vorsitzender a…

  8. Lukas sagt:

    >> Blogs sind meines Erachtens nur in ganz wenigen Ausnahmefällen journalistische Erzeugnisse.

    Lustig: Ähnliches denke ich über viele Zeitungen, Fernseh- und Radiosendungen.

  9. kühlschranknotizen sagt:

    Du bist Blogger Journalist…

    Auf Onlinejournalismus.de ist ein Redeauszug dokumentiert, der mich in seinem Gesamtbild nicht freut, da er weder treffend, fachlich wie inhaltlich, überraschend oder erfreulich wäre. Aber der Reihe nach, versuchen wir erst einmal die zustimmungsfäh…

  10. Telagon Sichelputzer sagt:

    Journalismus: Mülltrennung beim DJV…

    Journalismus ist so eine Sache. Er blickt auf eine seit Jahrhunderten bestehende Entwicklung zurück und ist ein traditionsreiches Sprachrohr der Bevölkerung. Die vierte Macht des Staates ist hochgradig anerkannt, vielfach ausgezeichnet und me…

  11. wolfowitz sagt:

    Diese Schlacht erinnert an die frühen siebziger Jahre. Damals verteidigten die gestandenen Alt-Journalisten ihre Lieblingsvorstellung vom Journalistenberuf: Begabung könne man nicht lernen!! Dann schossen die Journalistenschulen wie Pilze aus dem Boden und zeigten, dass journalistisches Handwerk so erlernbar ist wie Dachdecken oder Tischlern. Heute versucht eine neue Generation von Alt-Journalisten, den Begriff des „Qualitätsjournalismus“ mit der gleichen hochnäsigen Abwehrhaltung gegen das Netz zu verteidigen. Doch wer sich einen x-beliebigen Bahnhofskiosk ansieht, wird schnell erkennen, dass der dort angebotene Schrott dem Schrott im Netz in nichts nachsteht. Anders gesagt: Qualität ist nicht deshalb Qualität, weil sie gedruckt wird.

  12. Nörgler sagt:

    In einem Punkt leider falsch, wolfowitz:

    Das Argument gegen die Journalistenschulen und Journalismus als Studium war nicht, dass man den Journalismus nicht lernen könne, sondern - gerade umgekehrt -, dass man keine Journalismusschulen braucht, um ihn zu erlernen.

    Erlernt werde er vielmehr on the job, im Volontariat, und zwar auf Grundlage eines Studiums, Fach egal, in dem man denken, schreiben, Relevanz bewerten, sortieren und recherchieren gelernt hat, Dinge, die man tatsächlich in jedem Studium lernt, oder zumindest lernen kann, wenn man motiviert studiert.

    Das übrigens war seinerzeit die - schriftliche! - Begründung der ARD zur Ablehnung sämtlicher Bewerber, die nichts anderes studiert und keine andere Ausbildung hatten, als den Journalismus. Das ZDF handhabte das auch so, allerdings sagten sie es nicht so unverblümt.

  13. Bernd sagt:

    Ich möchte mich bemühen, die Kirche im berühmten Dorf zu lassen:

    1. Grundsätzlich ist es nicht unverständlich, dass eine berufsständische Organisation Qualität anmahnt. Wenn allerdings Konken sagt “Uns steht es gut zu Gesicht, wenn wir Richtlinien finden, um Müll von Qualität zu trennen und dies den Internetkonsumenten deutlich machen.” dann ist eine derartig plakative Äußerung nicht ganz unkritisch und läßt vermuten, dass bis auf diesen Satz nichts dahinter steht. Schade, Deutschland-debatte hätte sich gern daran beteiligt.
    Wer die Onlinejournale prüft, weiß, dass 80% Basis bereits vorbereitet genutzt werden, schlicht eingekauft von Reuters, ddp, afp, … Ist das eigentlich Qualität? Ist es Qualität, wenn zu einem Basisbericht ein schlichter beurteilender Kommentar hinzu kommt? Man wäre darauf gespannt, wie Konken Qualität definiert und viel spannender, wie Konken dann die existierende Presselandschaft nach “gut” und “durchgefallen” sortiert.

    2. “Blogs sind meines Erachtens nur in ganz wenigen Ausnahmefällen journalistische Erzeugnisse.” Selbstkritisch sollte man sagen, dass einige Blogs gerade einmal eine Kopierfunktion zu haben scheinen. Oft ist keine eigenständige gedankliche Leistung erkennbar. Konken sollte hier nicht spalten, sondern die Chancen sehen und ergreifen! Er sollte sich mit Bloggern fragen, wie man eine Kooperation zu beiderseitigem Nutzen gestalten kann.

    3. “Sie sind eher der Tummelplatz für Menschen, die zu feige sind, ihre Meinung frei und unter ihrem Namen zu veröffentlichen.” Diese Meinung ist schlichweg daneben! Jeder, der eine Homepage hat, ist genötigt, ein Impressum zu haben. Über das Impressum ist eine Anonymität weg. Etwas anderes sind die Kommentarfunktionen, wo jeder Bürger seine Meinung sagen darf. Hier mögen sicherlich viele incognito schreiben, warum auch nicht? Gerade beschwert sich der Journalistenverband zu Recht darüber, dass die Vertraulichkeit durch die politischen Entscheidungen der Bundesregierung nicht mehr gewahrt ist. Wie kann Konken einerseits die Anonymität fordern, aber bitte nicht für andere.

    Ich möchte Konken wirklich hier und öffentlich anbieten, sich an www.deutschland-debatte.de zu wenden und wir können gern gemeinsam nachdenken, wie wir eine Kooperation gestalten könnten.

  14. mein-parteibuch.com sagt:

    Michael Konken macht den Larry…

    Michael Konken war als Chef vom nicht-brandenburgischen deutschen Rabattkartenclub für Lohnschreiberei, DJV, vor über zwei Jahren schon mal im Parteibuch thematisiert worden und ist dabei nicht wirklich gut weggekommen. Wenn ein böser kl…

  15. Frank Schrillmacher sagt:

    Auch die Blogdenunzianten hatten reagiert:

    http://der-verwerter.ch/~blogdenunzianten/?p=217

  16. viralmythen sagt:

    Alle Staatsgewalt geht vom Leser aus…

    »Alle Staatsgewalt geht vom Leser aus«, so könnte man den jüngsten Beitrag von Robert Basic auch übertiteln, in dem er die textbezogene »Nahrungskette« von den Politikern über Journalisten (»DJV? Deut…

  17. Dr. Detlef Bluemler sagt:

    «Blogs sind meines Erachtens nur in ganz wenigen Ausnahmefällen journalistische Erzeugnisse. Sie sind eher der Tummelplatz für Menschen, die zu feige sind, ihre Meinung frei und unter ihrem Namen zu veröffentlichen.»

    – Ich weiß nicht, was das soll! Das Gesetz schreibt es eindeutig vor: Impressumpflicht. Da ich ein geübter Impressumleser (und immer auch ein wenig neu- oder wißbegierig) bin, kann ich beurteilen: Der allergrößte Teil hält sich daran; vermutlich auch, da man Ärger vermeiden möchte. Und damit ist jede Anonymität perdu. Das heißt jedoch auch: die Absender von Meinungen veröffentlichen diese unter ihrem Namen!

    – Die anderen, die Herr Konken (gerade erst wieder im Handelsblatt-Blog geäußert) meinen könnte, sind nicht wirklich relevant, da sie ohnehin eine Klientel ansprechen, die mit ihnen vermutlich durchweg konform geht. Und rassistische oder ähnliche Äußerungen – welcher einigermaßen aufgeklärte Geist ordnet sie als Argument ein? Ein Journalist, ausgestattet mit ein wenig Standesbewußtsein, doch wohl kaum. Das hofft jedenfalls,

    versehen mit besten Grüßen

    Detlef Bluemler

    Danke für Ihren Beitrag und den Hinweis auf die Antwort von Michael Konken, wir haben es hier aktualisiert. Thomas Mrazek

  18. Peter Corticelli sagt:

    Die Rede von Herrn Konken ist polemisches Gelaber weil:

    * Wer kennt eine nennenswerte Anzahl Blogs, deren Autor sich als Journalist bezeichnet? Ok, zwei oder drei kenne ich wirklich, und vermutlich gibt es noch ein paar mehr, aber die tun das deswegen, weil sie in ihrem “echten” Leben für eine Zeitung schreiben oder Radioberichte machen oder im Fernsehen herumhüpfen, ich vermute, die dürfen sich auch so als Journalisten bezeichnen …

    * Wer kennt Blogs, bei denen der Autor nicht mit zwei oder drei Klicks ermittelbar ist? Ich meine jetzte solche Blogs, die einen nennenswerten Einfluß auf die politischen Bildung des Bundesbürgers haben, keine Blümchen-Blogs.

    Aber ich verstehe ihn schon: er will ja wiedergewählt werden.

  19. datenschmutz.net sagt:

    Blogistan Panoptikum Woche 45 2k7…

    Ob der deutsche Journalistenverband wohl auch in Facebook registriert ist? Fest steht nur: diese Woche wurde die Sau ordentlich durchs Dörflein getrieben.
    ……

  20. Pottblog sagt:

    Journalistentag 2007 in der Bochumer Jahrhunderthalle…

    Am Samstag, den 24. November 2007, findet der Journalistentag 2007 des Deutschen Journalisten-Verbandes NRW statt.
    Letztes Jahr war ich schon in der Bochumer Jahrhunderthalle, die auch in diesem Jahr wieder den Veranstaltungsort darstellt, und dieses J…

  21. datenschmutz.net sagt:

    Wer nix wird, wird Blogger…

    Michael Konkens berüchtigte Rede zog weite Kreise in der deutschsprachigen Blogosphäre. Kein Wunder, denn immerhin bezeichnete der Vorsitzende der deutschen Journalistengewerkschaft Blogger kollektiv als Feiglinge.
    ……

  22. BlogTrainer [Business-Blogs] sagt:

    Knüwer, Konken und Alphonso gemeinsam auf einem Podium…

    Das könnte spannend werden. Wer sich für das häufig problembeladene Verhältnis zwischen bloggenden Journalisten, nichtbloggenden Journalisten, bloggenden Nichtjournalisten und nichtbloggenden Nichtjournalisten interessiert, der soll…

  23. corax sagt:

    Wir kommen zu Andrew Keen. Denn: Der hat ein Buch geschrieben, in dem er behauptet, das Internet zerstöre unsere Kultur. Keens Zorn richtet sich dabei nicht gegen die Technologie als solche. Nein. Sie richtet sich gegen die Förderer des sogenannten Web 2.0. Also Websites wie You Tube, My Space oder Wikipedia. Und vor allem: Blogs –Websites, deren Inhalte ausschließlich von Nutzern selbst erstellt werden. Und die, so sagt Keen, die Wächterfunktion der Medien abgeschafft hätten. In die gleiche Kerbe haut Michael Konken. Er ist der Bundesvorsitzenden des Deutschen Journalisten-Verbands. Alex von Radio Corax sprach mit ihm.

    Danke für den Hinweis, habe es bei den anderen Medienreaktionen eingepflegt. TM

  24. www sagt:

    @Thomas Leidelhat
    sehr schön wie du es auseinandergenommen hast!
    weniger schön habe ich es unter: www.illuvid.de/dummdumm/103/ getan ;)

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