FAZ-Relaunch: Breit und blass

Von Fiete Stegers am 17. November 2007

Ich bin nur ein sporadischer Nutzer von FAZ.net. Auch nach dem Relaunch wird das nur so bleiben: nichts, was mich nach den ersten paar Klicks umgehauen und zum Dauernutzer konvertiert hätte. Zugegeben, viel Zeit um mich zu überzeugen habe ich den Frankfurtern nicht eingeräumt.

Aber was man sieht, sieht - wie schon erste andere Stimmen zum Relaunch sagen - wenig überraschend aus: Die Site ist in die Breite gegangen, setzt nur noch eine Top-Navigation ein (wie früher allerdings mit mit einer mich etwas verwirrenden, weil optisch wenig trennscharfen Subnavigation darunter), rechts oben wird ein Kommentar platziert (wie bei sueddeutsche.de), darunter das Videoangebot (gab’s das vorher schon? Vermutlich gut versteckt). Die Homepage wirkt weniger vollgepackt und ist es wahrscheinlich auch. Die vielen blauen Hintergründe sind verschwunden, stattdessen setzt man auf Weißraum - gut für die Lesbarkeit, böse formuliert aber blass, wie ein Kommentator im Jonet anmerkte.

Und die Gesamtwirkung?

Another news website in Germany looks like anybody else. (Talking about Spiegel.de, Focus.de, Suedeutsche.de, Welt.de,…)

Come to think of it, I should be rather proud, as the recipe everybody is converging upon is basically the same that we came up with nearly 10 years ago when we worked on the 1998 Spon5 relaunch.

schreibt Lorenz Lorenz-Meyer, seinerzeit Redakteur bei Spiegel Online - und noch ein paar weitere Sätze über Ähnlichkeiten und zur langfristigen Design-Entwicklung.

Ex-FAZ.net-Redakteur Peter Schumacher findet das neue Design seiner alten Kollegen gelungen, hat aber auch noch ein paar Verbesserungsvorschläge.

Zwei Sites, auf deren Meinung ich gespannt bin, haben sich noch nicht geäußert: das Design Tagebuch und Alexander Svenssons Wortfeld.

Update, 20.11.2007: Sieben Verbesserungsvorschläge bei Wortfeld - und hier die Analyse des Design Tagebuchs.

7 Antworten zu “FAZ-Relaunch: Breit und blass”

  1. Sonntag sagt:

    Was sie leider nicht geändert haben, sind die Monster-URLs, die sich nicht mailen lassen und garantiert nur mies von Google erfasst werden. Vielleicht gönnt den FAZlern ja mal jemand ein Mod-Rewrite-Training…?

  2. document.write("Markus Tressl"); sagt:

    Die neue FAZ — starker, breiter, blasser…

    So zumindest findet man das nebeneinander auf rivva.de, bzw. behaupten das Fiete Stegers und Peter Schumacher über das Redesign der FAZ.NET.Klar, unterschiedliche Meinungen sind erlaubt. Aber Rivva so……

  3. netzausfall sagt:

    Ein gelungener Relaunch von faz.net…

    Eine kleine Medienschau zum neuen Webauftritt der FAZ offenbart die Enttäuschung: Breit und blass, Diesmal ist das Ergebnis eher durchwachsen, Wo FAZ.NET nachbessern könnte. Und die Ausnahme: Aufgeräumt, luftig, übersichtlich. Ein großen Widerhall…

  4. Telagon Sichelputzer sagt:

    Relaunch der FAZ…

    Endlich wird der neue Breitbild Flatscreen bei der Auflösung von 1680 x 1050 etwas ausgenutzt - die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat ihrer Internetpräsenz einen Relaunch gegönnt. Die renommierte Tageszeitung setzt damit auf ein bestens…

  5. Thomas Mrazek sagt:

    Und der Relaunch-Zug rast weiter: Das vor ein paar Wochen neu gestaltete Horizont.net (ned schlecht!, zu einem qualifizierteren Urteil fehlt mir leider die Zeit) meldet eben, dass T-Online sein Portal neu gestaltet hat (nur so viel: Man kann auch als geübter Nutzer weiterhin kaum redaktionelle Inhalte von werblichen unterscheiden - also alles beim Alten).

    Demnächst in dieser Serie wohl: Beim Internet-Angebot der “Frankfurter Rundschau” wird sich etwas tun (eine “Online-Offensive”, heißt es), auch Handelsblatt.com und Wiwo.de ziehen in den nächsten Wochen oder Monaten neue Seiten auf.

  6. Jürgen Siebert sagt:

    [ … Kommentar zum FAZ-Redesign bei fontblog.de: Es reicht nicht, keine eigene Online-Strategie zu haben, man muss auch unfähig sein, sie zu installieren. …]

  7. Fiete Stegers sagt:

    Dicker Werbetat: Heute wirbt FAZ.NET (so wohl die offizielle Schreibweise) auf dem wahrscheinlichen teuersten Werbeplatz im deutschsprachigen Onlinejournalismus - dem fetten Wallpaper auf der Spiegel-Homepage (44.000 Euro/Woche).

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