Archivierte Einträge für

Videopunk aus Essen sucht Gleichgesinnte

Während wir brav unsere User auffordern, doch den Online-Redaktionen beim Formulieren von guten Vorsätzen für 2008 zur Hand zu gehen, hat sich Markus Hündgen über die Feiertage hingesetzt und unterm Tannenbaum aufgeschrieben, was er selbst im kommenden Jahr alles besser machen will.

Hündgen ist Bewegtbild-Redakteur beim WAZ-Portal DerWesten und hat seinen guten Vorsätzen gleich den programmatisch-dramatischen Titel “Das Videopunk-Manifest” verpasst. Weil’s alles einleuchtend klingt, hier seine guten Vorsätze im Volltext – und weil das Manifest gleich auch schon den Punkt “Wir geben nicht auf” enthält, sind wir gespannt, was aus deren Umsetzung in der bekanntlich wenig punkigen WAZ-Welt wird. Weiterlesen…

Umfrage: Boulevardisierung von Nachrichtenseiten im Internet

Andreas Klatt von der Otto-Friedrich-Universität Bamberg bat uns auf seinen Fragebogen zur “Boulevardisierung von Nachrichtenseiten im Internet” hinzuweisen. Die Befragung findet im Rahmen einer Diplomarbeit statt, das Fach nannte Klatt leider nicht.

“Information oder Unterhaltung: Webportale setzen professionelle Nachrichtenseiten wie stern.de oder spiegel.de zunehmend unter Druck. Sollen sie sich dem “Massengeschmack” beugen und klickträchtige Themen mit Sexappeal bevorzugen oder wird der Journalismus damit überflüssig? Um diese Frage zu beantworten, sind die Motive der Nutzer von Nachrichtenseiten zu berücksichtigen: Eine Studie untersucht, was Rezipienten sich vom Besuch einer Nachrichtenseite versprechen.”

Die Teilnahme an der Studie dauert knapp fünf Minuten; mir erscheinen die Fragen etwas zu knapp, aber schauen Sie es sich selbst an: Zur Umfrage.

Weblogs sind für Politikjournalisten eher unbedeutend

“Welche Bedeutung haben Weblogs für die tägliche Arbeit von Politikjournalisten in Deutschland?”, lautete die Ausgangsfrage für Peter Bihrs Magisterarbeit am Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaft der Freien Universität Berlin. Bihr befragte dazu Politikjournalisten aus den Redaktionen deutscher Tageszeitungen (Print und Online) und von Nachrichtenagenturen. Das Ergebnis: “Die befragten Politikjournalisten bescheinigten Weblogs mehrheitlich eine geringe Bedeutung für ihre tägliche Arbeit. Für die Auslandsberichterstattung wurde Weblogs eine größere Bedeutung zugeschrieben als für die innenpolitische Berichterstattung.”

Die mit der Note 1,0 (”sehr gut”) bewertete Arbeit veröffentlichte Arbeit ist hier im Volltext abrufbar: www.thewavingcat.com/weblogs-und-politikjournalisten

Münchener Klickwunder am Heiligen Abend

sueddeutsche.de, Screenshot 24.12.2007, 17:10

Die Kollegen von sueddeutsche.de wollen ihre User anregen, Gutes zu tun – und bleiben sich selbst dabei treu … statt einer Bilderstrecke gibt’s diesmal sieben Einzelteaser zu klicken.

(Zum Vergrößern den Screenshot bitte anklicken.)

“Jeder Idiot darf Journalist werden”

Vielleicht ist die härteste Erkenntnis für Journalisten die, für wen man da arbeitet. Dass das Publikum zu einem großen Teil aus Menschen besteht, die ahnungslos sind, die Brisanz eines Artikels nicht begreifen, seinen Kern missverstehen. Die Ironie nicht erkennen und rhetorische Fragen beantworten. Die voreingenommen, ungerecht und unreflektiert sind, meistens verbohrt, manchmal fanatisch, bestenfalls desinteressiert.
[...]
Jeder Leser, Zuschauer und Nutzer kann seine Meinung heute mühelos und fast ungefiltert ins Netz schreiben, und das Ergebnis ist keine gepflegte Podiumsdiskussion, bei der man am Ende noch kurz das Mikrofon ins Publikum gibt, sondern eher einer Auseinandersetzung in einer Kneipe, in der viele Stunden und Promille nach einem Fußballspiel Anhänger verschiedener Mannschaften aufeinandertreffen und die Hälfte, die nicht damit beschäftigt ist, sich zu übergeben, mit möglichst überzeugender Lautstärke versucht, den anderen gleichzeitig die Blindheit des Schiedsrichters in der 57. Minute und die fiskalischen Probleme bei der Umsetzung der bedarfsorientierten Grundsicherung zu erläutern.

Was das für Folgen hat, erläutert Stefan Niggemeier in der taz in einem Artikel über das Mitmachnetz und Minderwertigkeitskomplexe bei Journalisten: nichts Neues, aber Grundsätzliches gut auf den Punkt gebracht.

Machet auf das Tor! “Zeit” erweitert Online-Archiv um 250.000 Artikel

Nach dem “Spiegel”, der im Frühjahr sein Archiv kostenfrei öffnen wird (wir berichteten), beschert nun die “Zeit” die Internet-Nutzer. In einer Pressemittteilung heißt es:

“ZEIT online erweitert das kostenlose Online-Archiv der ZEIT um über 250.000 Artikel. Seit Juni 2007 sind unter http://www.zeit.de/archiv alle seit 1995 in der ZEIT erschienenen Texte frei zugänglich – nun kommt auch ein Großteil des Archivs seit 1946 dazu.”

Konferenz: Wie Auslandsmedien den Umbruch erleben

“Neue Öffentlichkeit? – Was Videojournalismus, Bloggen und Co. für Gesellschaft und Auslandsrundfunk bedeuten” lautet der Titel einer Tagung, die die Friedrich-Ebert-Stiftung am 15. Januar 2008 in Berlin veranstaltet. Zu Wort kommen Blogger, Podcaster und Vertreter klasssischer Auslandsmedien aus Deutschland und der Welt. (Programm als PDF). [via netzpolitik]

Update der Veranstalter, 10.01.2008

Sollten Sie nicht persönlich an der Fachkonferenz vor Ort teilnehmen können, bieten wir Ihnen die Möglichkeit, die Konferenz live in englischer Übersetzung ab 10 Uhr im Internet zu verfolgen. Unseren Livestream finden Sie auf der Internetseite www.fes.de/medienpolitik. Zudem besteht für Sie während der Veranstaltung die Möglichkeit, über ein Dialogfeld Fragen an die Referenten zu stellen. Die Aufzeichnungen werden im Anschluss an die Konferenz auf der Internetseite www.fes.de/medienpolitik zur Verfügung stehen.

Punk is not dead: Karl Nagel schreibt bei SpOn

Zwischen reizvoll, bizarr, überraschend und vielleicht abgedroschen: Karl Nagel (47), selbsternannter “Meister des Chaos” und Mitgründer der Anarchistischen Pogo-Partei Deutschlands” (APPD), schreibt bei Einestages über die “Chaostage”, die am 18.12.1982 zum ersten Mal in Hannover stattfanden. Nagels Text ist mäßig unterhaltsam, interessanter sind vielleicht die Bilder, zum Teil von Karl Nagel (der ein Punk-Fotoarchiv mit 4.000 Bildern online gestellt hat) und einige DPA-Fotos von damals.

Mehr bei onlinejournalismus.de:

“Einestages”: “Gewicht wird sich verschieben”: Interview mit Einestages-Projektleiter Hans Michael Kloth

Wunschzettel für 2008

Onlinejournalismus 2008 (Foto: Stegers)

Letztes Jahr gab es einen Merkzettel mit den angekündigten Vorhaben der Redaktionen. Diesmal drehen wir den Spieß um: Was wollen wir 2008 im Onlinejournalismus sehen, damit es voran geht? Für einen Weihnachtswunschzettel sind wir zwar fast schon ein wenig spät dran, aber über gute Vorsätze zu Neujahr dürfen sich die Onlineredaktionen, Blogger, Video-Vorkämpfer und Bürgerjournalisten da draußen gerne jede Menge Gedanken machen. Wir bitten um Vorsatz-Vorschläge unten in den Kommentaren

(Und frohe Festtage wünschen wir unseren Lesern natürlich auch!)

“Spiegel” öffnet sein Archiv für Spiegel Wissen-Portal

Die Spiegelnet GmbH und die Bertelsmann-Tochter Wissen Media Group (Wissen Media Verlag und wissen.de) starten im Frühjahr 2008 Spiegel Wissen (wissen.spiegel.de – die URL wird noch nicht bespielt), ein neues Rechercheportal, heißt es in einer Pressemitteilung.

Spiegel Wissen greift zu auf die Inhalte des “Spiegels” und von Spiegel Online sowie der Bertelsmann-Lexika und -Wörterbücher. Hinzu kommen die Einträge aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Auf dem Portal sollen alle “Spiegel”-Artikel seit der Gründung des Blattes im Jahr 1947 und die Artikel von Spiegel Online kostenlos online abrufbar sein. Eine achtköpfige Redaktion soll die Inhalte aufbereiten.

“Multimediale Elemente wie Bilder, Grafiken, Videos und zahlreiche neue Funktionalitäten wie etwa individuelle Sammel-Ordner runden das Angebot ab.” Spiegel Wissen soll “damit die umfassendste frei zugängliche Recherche-Plattform im deutschsprachigen Internet werden.”

Nachtrag 18.12.07
Don Alphonso sieht die “Wikipedia zwischen den Mühlsteinen”, Auszug: “Man schreibt dann eben nicht mehr nur bei der Wikipedia mit, sonderrn fertigt auch kostenlose Inhalte für Medienkonzerne (…).”

Es hat mich gewundert, dass da kein Medienunternehmen früher zugegriffen hat, bekannt ist mir nur das Beispiel der “Rhein-Zeitung”, die seit August 2004 die Wikipedia als Lexikon integriert hat. Freilich kann ich mir vorstellen, dass die Einbindung bei so prominenten und nicht unumstrittenen Partner wie Spiegel Online und mittelbar Bertelsmann bei den Wikipedianern nicht unumstritten sein wird.

Mit der Wikipedia hat Spiegel Online seine eigenen Erfahrungen. In einem Interview im Medienjahrbuch 2007 der Zeitschrift “VISDP” antwortet Spiegel Online-Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron auf die Frage:

Können Sie sich noch an die Ruanda-Hintergrundgeschichte vom 24. Februar 2005 erinnern?
War das die Geschichte, die wir von Wikipedia kopiert hatten? Ja, das war eine unserer schwärzeren Stunden.
Nachzulesen ist diese Geschichte übrigens auch in der Blogbar.

 1 2 3 »


onlinejournalismus.de beobachtet die Entwicklung des Journalismus im Internet.

onlinejournalismus.de wird mit WordPress betrieben (Theme: Modern Clix von Rodrigo Galindez).