7’21” mit Patricia Dreyer

Es war keine 08/15-Personalie, als vor gut einem Jahr bekannt wurde, dass die Bild-Journalistin Patricia Dreyer als Leiterin des Ressorts Panorama zu Spiegel Online wechselte: Dreyer war seinerzeit an der Bild-Kampagne die Schauspielerin Sibel Kekilli beteiligt. SpOn-Chef Mathias Müller von Blumencron verteidigte seine Entscheidung und Dreyer im Interview mit onlinejournalismus.de: “Wissen Sie, wie viele Leute aus Boulevardredaktionen bei großen Tageszeitungen und Magazinen arbeiten? Das sind häufig hervorragende Kollegen, zum Teil mittlerweile Chefredakteure – wollen Sie die alle verteufeln, nur weil sie mal bei “Bild” gearbeitet haben?” Dreyer selbst mochte sich vor ihrem Wechsel nicht äußern – und auch nachher nicht.

Heute war Dreyer im Interview bei Deutschlandradio Kultur zu hören (MP3-Audio, 7’21 min) – es ging um die Berichterstattung über die jüngsten Fälle von Kindstötungen. Sie klingt nüchtern, sagt, dass ihre Redaktion bei der Annäherung an Beteiligte und deren Umfeld zurückhaltend agiere und auch bei der Bilderauswahl vorsichtig sei. Bunte Themen stünden erst in zweiter Reihe. Und ohne empirische Studien betrieben zu haben: Die gefühlte Boulevardisierung bei SpOn scheint sich zumindest nicht weiter verstärkt zu haben, auch wenn die Redaktion jetzt Ressourcen hat, um bei dramatischen Panorama-Themen häufiger eigene Reporter vor Ort zu haben.

Ein Fazit des Interviews fällt schwer: Wirklich spannend ist es mangels kritischer Fragen aber nicht.

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