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Wolfgang Blau wird Chefredakteur von Zeit Online

Foto: Alysa Selene (M: ojour.de)

Wolfgang Blau
(a.k.a. Wolfgang Harrer), 40, wird zum 1. März 2008 neuer Chefredakteur von Zeit Online, meldet eben Thomas Knüwer – und wie Knüwer kann ich Zeit Online nur zu dieser Entscheidung gratulieren.

Hier bei Onlinejournalismus.de finden Sie zwei Beiträge mit Wolfgang Harrer aus den Jahren 2005 und 2006 (Interview zum Thema Podcasting, und weitere Zitate in einem Beitrag über Podasting). Bei den Münchner Medientagen 2007 überzeugte mich Blaus Vortrag zum Thema User Generated Content (Auszug aus der Pressemitteilung der Medientage München): “Häufig tappen Medienhäuser in eine Mentalitätsfalle, wenn es um User Generated Content geht”, monierte der in San Francisco lebende Journalist Wolfgang Blau in seiner Keynote. So würden etwa “Offline-Sichtweisen eins zu eins auf das Netz übertragen”. Auch traue man den Nutzern wenig zu: “Innovationen werden eher von innerhalb als von außerhalb der Branche erwartet.”

Ausführlich berichtet auch Turi2. Hier die Pressemitteilung der “Zeit”.
Foto: Alysa Selene (M: ojour.de)

Für Journalisten ein Fluch? (Feiertagsnachtrag)

Zum Jahresschluss hat sich Johannes Boie, SZ-Autor und Verfasser eines von einigen Bloggern kräftig hinterfragten Artikels über – na, was wohl? – Blogs ausführlich dazu geäußert, wie er diese Angelegenheit und den Umgang von Journalisten mit Diskussionswünschen und Kritik im Netz allgemein sieht (Titel: “Der Fluch der Oberflächlichkeit”):

Jeder Mensch bestimmt gerne selber darüber, ob er das eigene Leben zum öffentlichen Thema machen möchte – auch Journalisten. Was aber, wenn andere Menschen beschließen, eine öffentliche Debatte über die eigene Person zu führen? Was kann man tun, wenn die Auseinandersetzung diffamierend und unsachlich geführt wird? Die Antwort lautet: nichts.

Wie offen müssen Journalisten für solche Diskussionswünsche des Publikums sein? Müssen sie sich raschen Reaktionsgeschwindigkeit der Blogwelt anpassen – um zu überleben? Weil das Publikum das von ihnen als “news as conversation” erwartet? Weil sie auf Unstimmigkeiten aufmerksam gemacht werden? Oder sollten die Beiträge von Journalisten für sich sprechen können und die Verfasser sich nicht auf Kleinkriege mit den schnell auf den Plan tretenden Gewohnheitsbeschwerdeführern einlassen? Wo sollen die Journalisten die Zeit für die Diskussion hernehmen? Oder ist das alles etwas, was der Lokalredakteur früher genauso in der Eckkneipe um die Ohren gehauen bekam, nur dass es jetzt im Netz steht? Alles interessante Fragen – ein paar von ihnen versuche ich in dieser Woche für einen Artikel für ein Medienmagazin nachzugehen. Noch Anregungen/Meinungen dazu?

Websehen: Mehr, neuer

Die Kollegen von Websehen, die sich mit dem Spannungfeld von Fernsehen und Internet widmen, haben angestrichen und ausgebaut. Mehr können sie selbst erzählen.

Nekrolog 2007 – kaum Internet-Publikationen betroffen

Immer wieder lesenswert und trotz des unerfreulichen Themas nicht ganz staubtrocken geschrieben – Jens Schröders Nekrolog für den Zeitschriftenbereich im Blog Retromedia: “64 Publikumszeitschriften haben 2007 zum letzten Mal das Licht des Kiosks erblickt – ein paar weniger Todesfälle als 2006 also.” Bei Internet-Publikationen listet Schröder nur zwei Abgänge auf: die PDF-Publikationen “Sport Bild täglich” und “onruhr” (Waren es wirklich so wenig? Rohrkrepierer aus der Sparte der Redaktionsblogs zählen nicht). Dem “Todestrend der Sexhefte” (ob das Internet – wieder mal – schuld ist?) widmete sich im Zeitschriftenblog Franziska.

Miststücke in der “Zeit”

Herrje, es sollte etwas mehr Aufmerksamkeit geniessen – das Meckerblog von Zeit Online. Obzwar ich den Autor “Onkel Brumm” persönlich kenne (siehe auch Interview mit Onkel Brumm im Dezember 2006), weiß ich nicht, ob das Blog an zu wenig Aufmerksamkeit leidet, aber allein wenn ich die Kommentare und Trackbacks als Maßstab nehme, dämmert diese – meines Wissens in Deutschland einmalige – Institution redaktioneller Selbstkontrolle ein wenig vor sich hin. Dabei kann Onkel Brumm doch mit wohlfeilen Worten ganz schön eklig sein und langt dort hin, wo es weh tut – im neuesten Beitrag lässt er sich beispielsweise über “ausführliche Produktbeweihräucherung” aus. Wohlgemerkt bei der “Zeit”, und wünscht sich, dass Zeit Online “diese Mist-Stücke nicht übernimmt”.

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