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Gut kombiniert: Video und Text im Westen

Screenshot: Bruckhausen-Reportage bei DerWesten

Video und Text nicht als getrennte, sondern als sich ergänzende Elemente sehen – darüber wird viel theoretisiert, in der Praxis läuft es dann doch meistens anders. DerWesten hat mit der längeren Reportage “Die verlorenen Straßen von Bruckhausen” jedoch eine gelungene Kombination veröffentlicht. Weiterlesen…

Konferenz zu Onlinejournalismus und Pressefreiheit

Die gemeinnützige InWEnt GmbH, die irgendwie mit dem Bundesentwicklungshilfeministerium verwandt ist und unter anderem Fortbildungen für ausländische Journalisten organisiert, veranstaltet am 13. März eine halbtägige Tagung mit dem Oberthema “Online Journalism: Opportunities and Challenges for Press Freedom” in Berlin. Mitveranstalter ist interessanterweise die FAZ.

An einer Panel-Diskussion nehmen teil: Werner D’Inka, FAZ, Charles Onyango-Obbo, Geschäftsführender Redakteur für Konvergenz and neue Medien der Nation Media Group, Kenia, Alan Robles, Herausgeber des Online-Magazins www.hotmanila.ph, Philippinen,
Sankarshan Thakur, Editor-at-Large beim Telegraph and ehemals geschäftsführender Redakteur des Online-Magazins www.tehelka.com (mehr darüber), Indien, Michael Rediske, Vorstandssprecher von Reporter ohne Grenzen, Deutschland , Bertrand Pecquerie, Direktor des World Editors Forum, Frankreich.

Weitere Informationen der Veranstalter.

Umfrage des IW Köln zum Online-Journalismus

Einige interessante Fakten bietet eine Umfrage des arbeitgebernahen Institut der Deutschen Wirtschaft Köln (IW) zum Online-Journalismus. Befragt wurden Online-Redaktionen in 46 Zeitungshäusern. Interessant sind die zahlreichen Fakten in Bezug auf Redaktionsgrößen, Einsatz von Bewegtbildern, Zusammenarbeit mit den Öffentlich-Rechtlichen, Nutzerteilnahme, Aussagen zum Dasein der “armen Verwandten” in den Online-Redaktionen. Auch eines der Resümees ist erwähnenswert: “Für den hochwertigen Journalismus im Netz sind das nicht die besten Bedingungen.”

Publiziert wurden einige der Ergebnisse in zwei Beiträgen des vom IW herausgegebenen “Medienspiegel”: Teil 1, Teil 2.

Die Netzeitung ist tot, es lebe die neue Netzeitung

Sauber, schlicht, ein wenig kühl, übersichtlich, mit einheitlicher Typographie – so ist mein Eindruck von der neu gestalteten Netzeitung. “Sieben Jahre nach ihrer Gründung hat sich die Netzeitung eine neue Farbe und ein zeitgemäßeres Layout gegeben”, schreibt Chefredakteurin Domenika Ahlrichs. Auch ein neues Logo wurde kreiert, der Seitenkopf ist jetzt grün. Auf den ersten Blick erkenne ich die Netzeitung nicht wieder.

Eigentlich ganz gelungen. Eigentlich. Aber, kein Vorwurf an den Designer und die anderen Verantwortlichen, die Seite wirkt auf mich auswechselbar, fast beliebig – Web-Zwo-Null-Stil von der Stange. Und – auch dies soll kein Vorwurf an die Redakteure sein –: “groß” gehört hat man von der Netzeitung seit einem Jahr nicht mehr, sie arbeitet wohl solide aber mit sprödem Stil vor sich hin. Möge ihr das neue Gewand wieder ein wenig mehr Leben einhauchen.

Neues Mitmachangebot: Webnews beglückt die Bürger

“Bürgerjournalismus startet in Deutschland unter www.webnews.de/augenzeuge“, teilte eben Webnews (Investoren: European Founders Fund, Holtzbrinck Ventures, Lukasz Gadowski, Oliver Jung, Stefan Glänzer) mit. Bisher war das in Köln ansässige Unternehmen nur im Bereich Social News tätig. Obacht, die “Augenzeugen” nicht verwechseln mit Augenzeuge.de, der Fotoplattform des “Stern”.

Nicht nur diese Namensgleichheit deutet darauf hin, dass der Markt mit solchen Mitmachangeboten unübersichtlicher wird. Ich bin mal gespannt, was sich davon durchsetzt; als Nicht-Journalist ist doch mein Zeit- und Medienbudget auch nur begrenzt, wer soll, wer will denn da noch überall mitmachen?

Und natürlich hegt Webnews nur hehre Absichten: “Der Bürgerjournalist nimmt einen ganz anderen Blick­winkel als ein professioneller Journalist ein und trägt damit zur Meinungsvielfalt in Deutschland bei.” Auf der Website verheißt ein Slogan: “Schreib dich glücklich bei Webnews”. Wem dieses therapeutische Versprechen noch nicht aus dem Tränental hilft, für den gibt es noch weitere Anreize: Die zehn besten Augenzeugen (“Dabei ist nicht nur die Anzahl der Berichte bzw. deren Punkte entscheidend, sondern auch insbesondere die Qualität der eingestellten Beiträge.”) können nach drei Monaten von Webnews für einen “echten Presseausweis” vorgeschlagen werden (wo steht leider nicht dabei), außerdem bekommen sie “Kleidung im Webnews-Look”. Da soll noch mal einer über “AAL” meckern. (-;

Bemerkenswert ist, wie das Holtzbrinck-Portal Deutsche Startups die fade Pressemitteilung aufsext: “Die News-Community Webnews setzt mit der brandneuen Rubrik “Augenzeuge” auf das Trendthema Bürgerjournalismus.” Freilich weist Autor Alexander Hüsing nicht darauf hin, dass es sich bei Webnews auch um eine Holtzbrinck-Beteiligung handelt und dass Webnews-Gründer Stefan Vosskötter und die Samwer-Brüder (European Founders Fund) wiederum mit Deutsche Startups verbandelt sind. Auf eine unabhängigere Alternative zum “unkritischen” Deutsche Startups hat kürzlich Medienlese mit Blase2null hingewiesen.

Update 14.02.08
Auch Thomas Lückerath von DWDL hat sich seine Gedanken über Webnews gemacht und bemängelt unter anderem den Slogan “Schreib dich glücklich bei Webnews”, im Hintergrund zu diesem Werbespruch ist übrigens zeitweise auch ein brennendes Haus zu sehen. Wenn die Anbieter bei so einfachen Dingen schon so wenig Fingerspitzengefühl beweisen, darf man gespannt sein, was in Zukunft noch auf dieser Plattform zu sehen sein wird.

Onlinemagazin für das junge Europa

Schöne Idee:

Upcoming July 2008 europe-and-me.eu will be Europe’s first online-magazine from young Europeans for young Europeans. We’re working hard to become as sexy, innovative, entertaining (and intellectually demanding, of course) as you can imagine.

Die angerissenen Ideen (PDF) würde ich sofort alle lesen. Und sie suchen noch Mitarbeiter.

Welt.de vermisst die “Berlinackte”

Unser Anspruch ist es, Ihnen zu jedem Zeitpunkt des Tages und der Woche einen aktuellen, ausgewogenen und fairen Überblick über das Weltgeschehen zu liefern. Auf einen Blick sollen Sie erkennen können, was wichtig ist und wichtig wird. Wir verstehen uns als unparteiische, unvoreingenommene Beobachter des Zeitgeschehens. Unser Urteil fällen wir allein aufgrund der Nachrichtenlage und unabhängig von Interessengruppen.

schrieb Chefredakteur Christoph Keese seinerzeit zum Relaunch von Welt.de.

Auch das Thema Kultur wird nicht vernachlässigt. Oben auf der Startseite werden derzeit folgende Bilderstrecken angepriesen:

“Unterwäsche in Beirut: Freizügige Models in dem islamischen Land”
“Berlinale-Ticker: Die schönsten Bilder vom Filmfestival”
“Berlinale ohne Berlinackte: Weil Bai Ling diesmal fehlt, zeigen wir sie hier”
“Shu Qi – die neue Bai Ling: Vom Erotik-Star zur Berlinale-Jurorin
“Zu wem gehört welches Dekolleté? Raten Sie mal!” (letzere hat 80 Bilder)

Nachtrag, 12.02.2008:
Wer da von wem abgekupfert hat? stern.de ist nicht besser und hat “Stylewatch Berlinale: Damenwahl mit Dekolletee” im Angebot (20 Bilder).

Mehr zum Thema:

Öffentlich-rechtlich via BitTorrent

Die Kollegen von tagesschau.de stellen ein Projekt des norwegischen öffentlich-rechtlichen Senders NRK vor, der seine Sendung “Nordkalotten 365″ via BitTorrent verbreitet, und der ARD-Generalsekretärin Verena Wiedemann die Frage, wie so etwas in Deutschland gesehen wird.

Digitale Daumenschrauben

Es ist erschreckend, mit welchem Ingrimm die Verleger mittlerweile die Digitalisierung vorantreiben. Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) lädt demnächst zu einem “Digital Bootcamp” ein (der Begriff kommt aus dem Militärischen und kann auch als Trainings- und Umerziehungslager übersetzt werden), “für diejenigen, die sich im Bereich Online noch nicht als Experten sehen”. Dort werden vermutlich die, die sich noch verzweifelt an’s Papier klammern in gebotener Eile auf Höhe der Zeit gebracht: “Dieser Crashkurs vermittelt in einem halben Tag ein interaktives “Training on the Job” für die digitale Welt.” Hoffentlich liest’s Wolf Schneider nicht.

Quelle: E-Mail des VDZ

Putzig klingt die englische Ausschreibung:

Digital Bootcamp:

If blogs, wikis, tags, CMS and RSS feeds make you shiver in your boots… and then pull out a dictionary, you need to join us for this intense five-hour introductory training session. Get over your fear of digital jargon and learn how to make sense of it all at Digital Bootcamp on Sunday 2 March 2008.

Spiegel: Blumencron und Mascolo offiziell

Der Spiegel hat die Ernennung von Spiegel-Online-Chef Mathias Müller von Blumencron und Georg Mascolo zu Co-Chefredakteuren offiziell gemacht. “Die neue Doppelspitze folgt auf Stefan Aust, der heute mit sofortiger Wirkung als Chefredakteur abberufen und freigestellt worden ist. Sein Vertrag endet am 31. Dezember 2008″, heißt es in der Pressemitteilung. Zum Ausgang der Auseinandersetzung mit Aust über dessen Rausschmiss steht dort nichts.

Blumencron, seinerzeit der erste namhafte Print-Mann, der an die Spitze eines Online-Mediums wechselte, ist damit wohl auch der erste in Deutschland, der von dort noch weiter aufsteigt. Ohne Interna zu kennen: Dass mit Blumencron das ehrwürdige Magazin voll auf Boulevard getrimmt wird, wie Kritiker argwöhnen, ist wohl unwahrscheinlich. Eher werden er und Kollege Mascolo das Haus erst einmal aus den misslichen internen Querelen der letzten Zeit befreien müssen. Beide kennen den Laden, auch Blumencron war früher selbst Print-Redakteur. Mascolo kann laut Tagesspiegel versöhnen, steht obendrein für harte Recherche. Blumencron wird im Idealfall die Verbindung zu Spiegel Online, die Multimedialität vorantreiben – ähnlich wie TV-Mann Aust seinerzeit neue Impulse brachte – und es leichter als andere haben, die Print-Veteranen auf diesem Weg mitzunehmen. Spiegel Online wird darunter sicher nicht leiden. Die Wettbewerber müssen sich auf etwas gefasst machen.

Weitere Links:

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