Whatsyourplace: Eine lehrreiche Luftnummer

Don Alphonso mokiert sich in der Blogbar über eine Spammail, die offenbar er und andere Blogger (ich auch) erhalten haben. Darin stellt ein Münchner Unternehmer auf impertinente und zugleich dümmliche Art und Weise (Duziduzi …) sein dünnes “Geschäftsmodell” Whatsyourplace vor – es können dort reale Orte virtuell gekauft werden. Offenbar fanden weder ein Eintrag auf dem Whatsyourplace-Blog (10.03.08), noch eine Pressemitteilung vom 18.03.08 große Resonanz. Dann versucht man es eben so. Diese – zumindest als Negativbeispiel vorbildliche – Primitiv-PR ist das Eine.

Das Andere ist der Onlinejournalismus: Wieder mal negativ fällt mir in diesem Zusammenhang Deutsche Startups auf. Im November 2007 berichtete das Portal völlig kritiklos (die kuschelige Einleitung verstehe ich nicht als Kritik!) über den Start der vorgenannten Luftnummer: “Bei WhatsYourPlace wird Deutschland verkauft” (ja bravo, immer die in der Pressemitteilung gewünschte Schreibweise einhalten und auch sonst kräftig daraus zitieren!). Auch in einem zweiten Beitrag am 11.03.08 wird brav (von einem kleinen Fehler abgesehen) repetiert statt recherchiert und hinterfragt: “Die Landbesitz-Community WhatsYourPlace (www.whatsyourplace.de) verkündet in ihrem Unternehmensblog, dass “Ende letzter Woche wurde der 1.000. Hektar Land verkauft” wurde. Etwa drei Monate nach dem Launch stehe damit fest: Das Produktversprechen von WhatsYourPlace, reale Orte virtuell zu besitzen und in der Community exklusiv darzustellen, treffe auf große Nachfrage.”

Selbstverständlich gehe ich davon aus, dass Deutsche Startups nicht von Whatsyourplace “geschmiert” ist, aber diese Form des massenhaften Durchreichens von Pressemitteilungen aus der Internet-Gründerszene kann wohl auch nicht Sinn eines (wirtschafts-?)journalistischen Angebots sein, oder? Das müsste man mal genauer untersuchen.

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