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Stellenangebot: ZEIT Online sucht Chefs vom Dienst

ZEIT Online ist das Onlineangebot der ZEIT mit einer eigenen Redaktion im Hamburger Pressehaus. Die Onlineredaktion berichtet seit 1996 tagesaktuell über Themen aus Politik und Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft, Technik und Medizin, Bildung und Studium, Musik, Reisen und Sport.

Bei der ZEIT Online GmbH möchten wir in der Online Redaktion – zunächst befristet auf zwei Jahre – zwei Positionen als
Chef vom Dienst (w/m)
besetzen.

Ihre Aufgabe
Als Chef vom Dienst betreuen Sie im Schichtdienst die Homepage von ZEIT Online und koordinieren in Absprache mit der Chefredaktion die tägliche Zusammenarbeit und Themenplanung mit den einzelnen Ressorts und unseren Korrespondenten.

Ihr Profil
Sie sind auch unter hohem Zeitdruck ein kommunikationsstarker, durchsetzungsfähiger Teamplayer. Sie haben ein Hochschulstudium abgeschlossen und mehrjährige Erfahrung als Chef/in vom Dienst im täglichen Management eines großen Online-Angebotes gesammelt. Darüber hinaus verfügen Sie über hohe Nachrichten- und Stilsicherheit, aktive Erfahrung im Umgang mit Social Networks und Blogs, Pioniergeist und solide Grundkenntnisse in der Bildbearbeitung. Wir erwarten eine hohe Allgemeinbildung und sehr gute Englischkenntnisse. Sie haben ein überdurchschnittliches Interesse daran, multimedial zu arbeiten und sich fortlaufend weiterzubilden.

Ihre Bewerbung
Wenn Sie diese Aufgabe reizt und Sie eine hohe Identifikation mit dem Online-Journalismus mitbringen, freuen wir uns auf Ihre aussagekräftige Bewerbung unter Angabe des frühestmöglichen Eintrittstermins und Ihrer Gehaltsvorstellungen.

ZEIT Online GmbH
Personal & Recht · Dörte Wolfs
Buceriusstraße, Eingang Speersort 1
20095 Hamburg · karriere@zeit.de

Ein Punkt macht noch nicht anonym

Die arme Frau ist geschützt. Dank der Medien. Denn sie setzen konsequent auf die Anonymisierung. Elisabeth F., die misshandelte Tochter aus dem erschreckenden Inzest-Fall in Österreich. Die TV-Stationen zum Beispiel haben sie konsequent F. genannt. So wie es sein muss.

Den Nachnamen ihres Peinigers und den Nachnamen ihrer schwer kranken 19-Jährigen Tochter haben sie allerdings in voller Länge genannt.

Update: Jetzt soll Elisabeth F. zum Schutz eine neue Identität erhalten. Zu lesen hier. Mal sehen, wann sie aufgespürt werden wird.

Zwischen Stahlgewittern und Tanz in den Mai: Der K(r)ampf um die Quote

“Stahlhelm auf und rein in die Schützengräben: Der Kampf um die Macht beim “Spiegel” eskaliert – beide Parteien sprechen unter der Hand von “Kriegserklärung” und “klaren Fronten”.”

Wie verzweifelt muss Peter Turi eigentlich sein, um in seinem Mediendienst letztlich banale Personalzwistigkeiten so brummkreiseldumm “aufzupeppen” (Turis Bildcollage – “Spiegel”-Geschäftsführer Mario Frank mit Stahlhelm auf einem “Spiegel”-Heft – hätte kaum einer Schülerzeitung zur Ehre gereicht)? Für solchen Krampf ist mir ein Link zu schade.

Vermutlich wirklich Gehaltvolles bietet morgen um 23.30 Uhr in der ARD Thomas Leif. Als Alternative zum Tanz in den Mai preist Leif in einer Mail sein Feature “Quoten, Klicks & Kohle” an. Auf der SWR-Website wurde hierzu ein eigenes Dossier angelegt, auf der Kopfgrafik schaut der eitle Netzwerk Recherche-Vorsitzende Leif aus dem Halbdunkel. Erhellendes soll die Sendung liefern, die mit der Ausstrahlung auch als Video auf dieser Seite abgerufen werden kann:

“In dem ARD-Feature “Quoten, Klicks und Kohle” wird der Kampf um Marktanteile, Profitchancen und Geschäftsinteressen an vielen Beispielen illustriert und mit den wichtigsten Medien-Managern Deutschlands diskutiert.”

Als Online-Bonusmaterial werden außerdem elf Interviews in Langversion abrufbar sein. Interviewpartner waren unter anderem Kurt Beck, Christiane zu Salm, Jörg Sadrozinski, Mathias Müller von Blumencron, Fritz Raff und Markus Schächter. Ferner finden sich auf der Website ein Vorschau-Trailer, Kurzvideos mit Zitaten, ein umfangreiches Link-Verzeichnis (leider keine Links zu Kritikern der Öffentlich-Rechtlichen!) und eine Rubrik mit Hintergrundmaterial, welches allerdings fast durchweg Rechtfertigungen der Öffentlich-Rechtlichen enthält. Freilich können und sollen sich die Kollegen hier nicht selbstkasteien, aber ein bisschen mehr Selbstkritik könnte auch nicht schaden, aber vielleicht bietet dies Leifs Feature ja auch. Ich bin schon gespannt auf die Reaktionen von Thomas Knüwer und anderen; diese könnte man ja dann auch in dem Dossier verlinken. In einem Forum wird übrigens zur Diskussion eingeladen.

Nachtrag
Na gut, dann lege ich doch noch nen Link zu Turi. Weil ich schlecht recherchiert habe, ein anderer Leser, nämlich Mark793, hat diesen Turi-Schwachsinn schon lange vor mir gebührend kommentiert.

Nachtrag 30.04.08
Eine erste Reaktion auf die Ankündigung der ARD gibt es vom Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ):

“Der VDZ Verband Deutscher Zeitschriftenverleger weist die in einer Ankündigung auf einen ARD-Beitrag “Quoten, Klicks und Kohle“ (SWR) gemachten Behauptungen zurück, die Verleger wollten die digitale Entwicklung der öffentlich-rechtlichen Sender behindern.”

Mehr dazu auf der VDZ-Website.

Nachtrag 01.05.08
Kritik von Michael Hanfeld bei FAZ.NET: “[N]ach einem solch peinlichen Stück der Selbstbeweihräucherung und einem solchen Ausmaß manipulativer Techniken muss man lange suchen.”: “Infiltration von Meinung”.

Nachtrag 02.05.08
Negative Kritik gibt es auch vom “Kölner Stadtanzeiger”, Rainer Braun sagt: “Mit dieser Sendung haben der SWR, der für die ARD die Online-Aktivitäten koordiniert, und sein Großreporter eine Chance zur Versachlichung der Debatte selbstverliebt vertan.”: “Der Großreporter vergibt eine Chance”.

Anlaufstelle für O-Ton-Sammler


Screenshot “Dokublog” (Montage: ojour)
Mikrofon an, Record drücken. Dann hochladen und es vielleicht ins Radio schaffen: Das “Dokublog” des SWR ruft zum Mitmachen auf. Eine interesssante Idee mit bisher verhaltenem Web-Echo.
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Wo sind die Diplom-Kollegen?

Professor Klaus Meier stellt die erste Absolventenbefragung des Studiengangs Online-Journalismus in Darmstadt vor: Die Befragung von 101 Absolventen, die das Studium zwischen 2005 und 2007 abgeschlossen haben, “birgt so manche freudige Überraschung”, schreibt Meier, der den Studiengang mit aufgebaut hat.

Vor allem stehen die OJ-Absolventen offenbar in krassem Widerspruch zur Situation junger Einsteiger in den Journalismus im Allgemeinen (vgl. die Analyse des Dortmunder Journalistik-Journals: “Berufseinsteiger müssen sich oft jahrelang mit unbezahlten Praktika und freier Mitarbeit durchkämpfen, um bei künftigen Arbeitgebern einen Fuß in die Tür zu bekommen”).

Die Darmstädter Diplom-Onlinejournalisten arbeiten laut Meier im Journalismus vom Hessischen Rundfunk bis zum Playboy oder in den Public Relations von Pixelpark bis zum Deutschen Entwicklungsdienst in Afghanistan. Die Absolventenstudie – die ich selbst leider noch nicht studieren konnte – steht als Zusammenfassung und als ausführlicher Download bereit.

Weitere Links
bei onlinejournalismus.de:

im sonstigen Internet:

Wunderbares Websehen

Heute meldete das Adolf-Grimme-Institut, dass die Nomininierungen für den Grimme Online Award 2008 (hoffentlich dieses Jahr ohne seltsame Entscheidung etc. pp.) am 8. Mai bekanntgegeben werden. Ja, der Preis hat für mich immer noch einen gewissen Wert, mit Onlinejournalismus.de haben wir ihn 2003 in der Kategorie Medienjournalismus gewonnen. Ein paar Monate später demolierte ich den schönen Pokal. Versehentlich, selbstverständlich. Ach, was ich eigentlich sagen wollte: Ich würde mich sehr freuen, wenn etwa das Weblog Websehen diesen Preis in diesem Jahr erhalten würde. Nur mal so gesacht. (-;

Echtzeit-Redakteure, Content-Knechte, Teaser-Schubser …


Onlinejournalismus 2008
… Multimedia-Talente, Kreativ-Abteilung, Online-Layouter, Agenturhörige, Experimentierwillige, Innovateure? Über die Arbeit in Online-Redaktionen, ganz allgemein.
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Verleger-/TV-Kooperationen, neueste Folge

BR kooperiert nicht mit “Focus”. Dafür aber das ZDF mit der “Zeit”: Die Kooperationen von Öffentlich-Rechtlichen mit der Presse bleiben schwierig

(taz, via Websehen)

Geokodierte Nachrichten: Noch ist die Kirche im Beta-Dorf

screenshot_suedwest-presse

“Ganz neue Möglichkeiten der Nutzung” möchte die “Südwest Presse” mit ihrem neuen Online-Auftritt für Ulm und Neu Ulm bieten. Alle Meldungen auf der Seite sind geokodiert: “So sieht der Nutzer auf einen Blick, wo sich etwas ereignet hat”, schreiben die Schwaben.

Es ist das übliche Spielchen: Auf einer Karte werden durch Zeilensymbole Nachrichten symbolisiert, mit Zahlen Veranstaltungshinweise. Nach dem Anklicken erhält der Nutzer die jeweilige Meldung, umgekehrt funktioniert das Ganze (noch?) nicht: beim Klick auf “Karte” erscheint nur die ganze Karte ohne auf den jeweiligen Ort zu verweisen. Die Karte basiert auf Microsofts Virtual Earth.

Die Mischung von Anreißern weniger Meldungen in der linken Spalte und die Anzeige aller Meldungen auf der Karte ist unübersichtlich und irritierend, das ist einfach noch zu unausgereift. Die angepriesene Suche nach Ämtern oder Geldautomaten funktioniert noch nicht; aber im Seitenkopf sieht man ja auch noch das Wörtchen “beta”. Unterm Strich ist es ein interessanter Ansatz, den wir weiter beobachten werden.

Innovation als Hindernislauf

In Gesprächen schwärme ich gerne von einem der größten Vorzüge des Mediums: Ausprobieren ist so einfach. Wer ein neues Format oder eine neue Technologie einsetzen will, kann einfach loslegen – auch wenn vielleicht erst mal nur ein Teil der User mit der Neuerung was anfangen kann. Neue Features können modular aufgesetzt werden, und weil die Darstellungs- und Stilformen nicht so gefestigt sind, kann man wild und ohne große Kosten rumprobieren, während so etwas bei den alten Medien enormen organisatorischen, finanziellen oder persuasiven Einsatz erfordert.

So weit die Theorie. Wer von ihr ausgeht, kann entsprechend mit Recht kritisieren, dass viele große Online-Medien dann doch recht zögerlich beim Einsatz innovativerer Formate sind. Außenstehende haben aber vielleicht kein Bild davon, welche Schwierigkeiten dann doch auftauchen, wenn man ab und an etwas abseits der normalen Meldungen mit Bordmitteln realisieren will. Das ist gar nicht mal böser Wille. Da fehlt dann die Routine bei der Umsetzung oder nur einzelne Kollegen verfügen über das nötige Geheimwissen. Weil alles außerhalb des Tagesgeschäfts läuft und in den seltensten Fällen Techniker oder Grafiker allein für das Projekt zur Verfügung stehen, tauchen Verzögerungen auf, die Einzelkämpfer nicht haben. Tools, die beispielsweise in Blogs perfekt funktionieren, sind nicht CMS-kompatibel oder funktionierten nur mit der früheren Version des CMS. Software darf nicht mal eben zum Ausprobieren installiert werden. Auf Design-Styleguides und Barrierefreiheit muss geachtet werden. Auf Rechtefragen sowieso – wenn’s etwa darum geht, Archivcontent aufzubereiten … und was nicht noch alles.

Gibt’s wahrscheinlich überall. Aber einfach nicht unterkriegen lassen. Wir brauchen mehr Schmuckstücke, die zeigen, wo’s langgehen sollte.

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