Zwischen Stahlgewittern und Tanz in den Mai: Der K(r)ampf um die Quote
Von Thomas Mrazek am 29. April 2008“Stahlhelm auf und rein in die Schützengräben: Der Kampf um die Macht beim “Spiegel” eskaliert – beide Parteien sprechen unter der Hand von “Kriegserklärung” und “klaren Fronten”.”
Wie verzweifelt muss Peter Turi eigentlich sein, um in seinem Mediendienst letztlich banale Personalzwistigkeiten so brummkreiseldumm “aufzupeppen” (Turis Bildcollage – “Spiegel”-Geschäftsführer Mario Frank mit Stahlhelm auf einem “Spiegel”-Heft – hätte kaum einer Schülerzeitung zur Ehre gereicht)? Für solchen Krampf ist mir ein Link zu schade.
Vermutlich wirklich Gehaltvolles bietet morgen um 23.30 Uhr in der ARD Thomas Leif. Als Alternative zum Tanz in den Mai preist Leif in einer Mail sein Feature “Quoten, Klicks & Kohle” an. Auf der SWR-Website wurde hierzu ein eigenes Dossier angelegt, auf der Kopfgrafik schaut der eitle Netzwerk Recherche-Vorsitzende Leif aus dem Halbdunkel. Erhellendes soll die Sendung liefern, die mit der Ausstrahlung auch als Video auf dieser Seite abgerufen werden kann:
“In dem ARD-Feature “Quoten, Klicks und Kohle” wird der Kampf um Marktanteile, Profitchancen und Geschäftsinteressen an vielen Beispielen illustriert und mit den wichtigsten Medien-Managern Deutschlands diskutiert.”
Als Online-Bonusmaterial werden außerdem elf Interviews in Langversion abrufbar sein. Interviewpartner waren unter anderem Kurt Beck, Christiane zu Salm, Jörg Sadrozinski, Mathias Müller von Blumencron, Fritz Raff und Markus Schächter. Ferner finden sich auf der Website ein Vorschau-Trailer, Kurzvideos mit Zitaten, ein umfangreiches Link-Verzeichnis (leider keine Links zu Kritikern der Öffentlich-Rechtlichen!) und eine Rubrik mit Hintergrundmaterial, welches allerdings fast durchweg Rechtfertigungen der Öffentlich-Rechtlichen enthält. Freilich können und sollen sich die Kollegen hier nicht selbstkasteien, aber ein bisschen mehr Selbstkritik könnte auch nicht schaden, aber vielleicht bietet dies Leifs Feature ja auch. Ich bin schon gespannt auf die Reaktionen von Thomas Knüwer und anderen; diese könnte man ja dann auch in dem Dossier verlinken. In einem Forum wird übrigens zur Diskussion eingeladen.
Nachtrag
Na gut, dann lege ich doch noch nen Link zu Turi. Weil ich schlecht recherchiert habe, ein anderer Leser, nämlich Mark793, hat diesen Turi-Schwachsinn schon lange vor mir gebührend kommentiert.
Nachtrag 30.04.08
Eine erste Reaktion auf die Ankündigung der ARD gibt es vom Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ):
“Der VDZ Verband Deutscher Zeitschriftenverleger weist die in einer Ankündigung auf einen ARD-Beitrag “Quoten, Klicks und Kohle“ (SWR) gemachten Behauptungen zurück, die Verleger wollten die digitale Entwicklung der öffentlich-rechtlichen Sender behindern.”
Mehr dazu auf der VDZ-Website.
Nachtrag 01.05.08
Kritik von Michael Hanfeld bei FAZ.NET: “[N]ach einem solch peinlichen Stück der Selbstbeweihräucherung und einem solchen Ausmaß manipulativer Techniken muss man lange suchen.”: “Infiltration von Meinung”.
Nachtrag 02.05.08
Negative Kritik gibt es auch vom “Kölner Stadtanzeiger”, Rainer Braun sagt: “Mit dieser Sendung haben der SWR, der für die ARD die Online-Aktivitäten koordiniert, und sein Großreporter eine Chance zur Versachlichung der Debatte selbstverliebt vertan.”: “Der Großreporter vergibt eine Chance”.
29. April 2008 um 15:37
Aber bedenke: Wenn sich Peter Turi zukünftig noch stärker darauf konzentriert, seine Photoshop-Fertigkeiten in lichte Höhen zu treiben, vielleicht findet er dann keine Zeit mehr, sich selbst zu zitieren (!).
http://turi-2.blog.de/2008/04/.....ck-4109781
Gottlob erklärt er nicht den “eigenen Bauchnabel zum Zentrum der Welt”.
29. April 2008 um 15:58
@ Andreas Laux: Danke für den Tipp, lustig ist auch der Vorspann, den “Rundy” offenbar gewählt hat: “Peter Turi im Interview über die Entwicklung von turi2 “vom Insidertipp zum Web-Liebling der Branche”". Aber ich will hier freilich nicht “eigene schlechte Laune zum Industriestandard” (Zitat Turi) machen, denn so ein kompetenter “Informationsdienst für Medien”, wie “Rundy”, weiß natürlich bestens wo’s im Internet lang geht, wie man auf deren Website deutlich erkennen kann. (-;
30. April 2008 um 11:34
Peter TuriPRO ist außerdem noch anderweitig beschäftigt: “Wer grad nichts besseres zu tun hat, kann Peter Turi im Video-Fragebogen mal etwas persönlicher kennenlernen.”
http://turi-2.blog.de/2008/04/.....ri-4113736
30. April 2008 um 13:33
Und morgen dann bei Peter Turi: Peter Turi überreicht Peter Turi den Peter-Turi-Journalistenpreis in der Katgeorie “Wider die Nabelschau” für das Interview von Peter Turi mit einem gewissen Peter Turi.