Archivierte Einträge für

Webfernseher von Adobe

Still und leise hat Adobe den Adobe Media Player gestartet – mit Inhalten von US-Fernsehsendern, auch hier zu empfangen. Frank Patalong schwärmt bei Spiegel Online.

FLV-Konvertierer für Videos gesucht

Kurze Frage: Wenn man kein Geld für Sorenson Squeeze ausgeben möchte/kann: Welche günstigen oder kostenlosen Tools sind für die Konvertierung von Videodateien ins FLV-Format zu empfehlen?

Düsteres Szenario: Viele Zeitungen werden nur noch wöchentlich erscheinen

Da hat er sich hoffentlich mal verschätzt, der neue Zeit.de-Chefredakteur Wolfgang Blau: “Im internationalen Vergleich gibt es hierzulande zu viele Tageszeitungen. Vieler dieser Zeitungen werden in Zukunft wahrscheinlich nur noch im wöchentlichen Rhythmus erscheinen.” Gesagt hat er das am Dienstagabend in Hamburg beim Media Coffee der DPA-Tochter Newsaktuell (siehe Pressemitteilung).

Der Titel der Diskussionsrunde, “Im Sog des Internets – Was bleibt übrig von Print, TV und Radio?”, spitzte ja schon zu. Blau, der in der Vergangenheit häufig für öffentlich-rechtliche Sender arbeitete, sagte, dass er bei seinen langen Auslandsaufhalten zu einem “Befürworter” dieses Systems geworden sei. Für ihn seien die wirklichen Konkurrenten für Verlage letztendlich nicht die öffentlich-rechtlichen Sender, sondern vielmehr Blogs oder reichweitenstarke Plattformen wie Youtube. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass Werben & Verkaufen heute meldet, dass eine Internet-Allianz von Zeit.de und ZDF unmittelbar bevorstehe.

Auch der Chefredakteur des Hamburger “Abendblatts”, Menso Heyl, gab bei der Diskussionsrunde zu erkennen, dass seine Zeitung einer Zusammenarbeit mit dem NDR nicht abgeneigt seit: “Ich wünschte, wir könnten mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk mehr zusammen machen, ohne aber dabei unseren jetzigen Partner zu verdrängen. Allerdings geht das ja aus den verschiedenen Gründen noch nicht.”

“Spiegel”-Verlagsleiter Fried von Bismarck äußerte deutliche Kritik: “Ich halte es für ein Unding, dass die durch Gebühren finanzierten Rundfunkanbieter sagen, sie dürften im Netz alles machen, was zum Beispiel auch die Verlage tun.” Es sei allerdings die Aufgabe der Politik, und nicht die der Sender, eine Antwort auf diese Fragestellung zu finden. Im eigenen Haus wachsen die Bäume auch nicht in den Himmel: Beim “Spiegel” müsse man sich “auf sinkende Auflagen und Anzeigenerlöse einstellen”. Andererseits müsse man an den Online-Umsätzen “noch lange stricken, um die Erlöse zu erreichen, die wir im Printgeschäft erzielen”, sagte Bismarck.

Das Hohelied des Qualitätsjournalismus (ja, wir lieben dieses Wort alle!) stimmte indes Steffen Klusmann, Chefredakteur der “Financial Times Deutschland”, an (“qualitativ hochwertiger Journalismus”, egal wo, sei gefragt). Bemerkenswerter war, dass er vor amerikanischen Verhältnissen warnte, wo bereits große Teile der etablierten Wirtschaftspresse verschenkt werden müssen, weil niemand mehr bereit sei, dafür zu bezahlen.

Nachtrag 10.04.08
Interessant zu Wolfgangs Blaus Untergangsthese ist Thomas Knüwers “Ob Zeitungen wohl Blau machen”.

CNN-Preis für junge (Online-)Journalisten

Der “CNN Journalist Award 2008″ ist noch bis zum 21. April ausgeschrieben. Die Organisatoren meinen: “Wir freuen uns immer sehr über neue kreative Formen von Beiträgen, die sich ausserhalb der klassischen Reportage und Berichterstattung bewegen. Wir möchten so viele junge Journalisten wie möglich mit dieser Ausschreibung erreichen”.

Gesucht sind Beiträge von Nachwuchsjournalisten mit internationalem Bezug in den Kategorien Print, TV, Radio, Online und Foto einreichen. Der CNN Journalist Award richtet sich an Nachwuchsjournalisten in Deutschland, Österreich und dem deutschsprachigen Teil der Schweiz. Alle Beiträge müssen zwischen dem 1. April 2007 und dem 31. März 2008 veröffentlicht worden sein.

Beobachter x. Ordnung

Die Internetkonferenz re-publica 2008 läuft noch zwei Tage, den Nicht-Anwesenden entgeht das ganze positive wie negative Konferenz-Drumherum und vermutlich der eine oder andere Leckerbissen aus den Foren. Aber inhaltlich hat Felix Schwenzel vielleicht jetzt zur re-publica 2008 schon alles gesagt, was zu sagen ist:

die 900 die hier sind konsumieren alles auf einmal: sie hören und gucken sich die veranstaltung an, lesen und sehen was andere darüber schreiben oder foto- oder videografieren. wer kein gerät zum publizieren dabei hat, wird hier als behinderter angesehen. publish or stay home. oder so.

und genau diese kommunikationsmetaebene, von einer veranstaltung zu berichten über die fast tausend andere ebenfalls berichten und dabei unmengen an daten zu produzieren, genau das ist hier auf der republica das thema.

Möglicherweise wird dem Untertitel der Veranstaltung – “Die kritische Masse” – dann aber doch im Verlauf der Konferenz mehr Ehre getan. Wer sich selbst ein Urteil bilden oder mehr wissen möchte: Live-Stream und Berichterstattung zur Konferenz.

Als Verlag ins Internet investieren? Find ich immer gut …

Im aktuellen Newsletter von News Aktuell (Download als PDF, 8 Seiten, 1,33 MB) heißt es: “Die meisten deutschen Journalisten sind der Meinung, dass sich die Investitionen der Verlage in Internetangebote und Web-Firmen lohnen werden. Das ergab der Medien-Trendmonitor der dpa-Tochter news aktuell und Faktenkontor”.

Die konkrete Frage lautete “Verlage investieren im großen Umfang in Internetangebote und Internetfirmen. Lohnt sich das?” Die Antworten waren in der Tat überwiegend positiv, wobei Mehrfachnennungen möglich waren (danach waren es sogar über 100 Prozent, die das Ganze irgendwie positiv sahen).

Ja eine gute Sache, investieren ins Internet, ist doch zukunftsweisend, und die meisten Online-Redaktionen sind doch eh noch personell chronisch unterbesetzt, wie kürzlich sogar die Umfrage zum Onlinejournalismus des arbeitgebernahen Institut der Deutschen Wirtschaft Köln (IW) belegte, wo resümiert wurde: “Für den hochwertigen Journalismus im Netz sind das nicht die besten Bedingungen.” Also, um es mal salopp zu formulieren: “Her mit der Kohle!”

Nur ist eben so, dass einige Verlage viel Geld in Objekte investieren, die ich gelinde gesagt für virtuelle Luftschlösser halte (ausführlicher hierzu etwa mein Artikel “Millionenschweres Provisorium” in “Journalist” 9/2007, leider nicht online). Weitere Kritik an Investitionen für gewisse Onlineplattformen äußerte in der März-Ausgabe des “Journalist” Falk Lüke: Damit sich das große Engagement der Verlage auch auszahlt, benötigen diese vor allem die Aufmerksamkeit der Nutzer. Folge: “Journalistische Angebote vermischen sich jedoch häufig mit den verlagseigenen ‘neuen Geschäften’. Auch in den Navigationen von zeit.de oder Spiegel Online sind die kommerziellen Verlagsangebote nicht als Werbung erkennbar”, schreibt Lüke.

Die meines Erachtens etwas blumige Fragestellung und Interpretation der oben genannten Umfrage könnte ein Gegenstand bei den kommenden Diskussionsrunden von News Aktuell innerhalb der Media Coffee-Reihe sein, die im gleichen Newsletter angekündigt werden. Darin wird erwähnt, dass “Verlage zunehmend Internetfirmen [aufkaufen], die mit dem eigentlichen Kerngeschäft wenig zu tun haben.”

Nachtrag 03.04.08
Als vernünftiges Investment eines Verlagshauses betrachte ich beispielsweise die gestern verkündete Beteiligung des Madsack MediaLabs an MyHeimat, eine der wenigen auch ökonomisch funktionierenden Bürgerjournalismus-Plattformen (wir berichteten).

Nachtrag 04.04.08
Eine Aufstellung der “Beteiligungen und Marken in den digitalen Medien – außerhalb des Markenkosmos der traditionellen Medien” entdeckte ich eben (via Hugo E. Martin) bei Werben & Verkaufen. Das von der Unternehmensberatung OC&C Strategy Consultants GmbH erstellte Papier ist auf dem Stand vom Februar 2008 (Download als PDF, 2 Seiten, 115 kb).

Stasi-Affäre bei der “Berliner Zeitung”

Es ist ein sehr schwieriges Thema: Die Stasi-Verstrickung von zwei Redakteuren der “Berliner Zeitung”. Als hätte dieses Blatt derzeit nicht genug andere Sorgen und Baustellen. Auf der Website versuchen die Berliner offensiv mit dem Thema umzugehen: Unter dem gestrigen “Seite 3″-Artikel “Glaubwürdigkeit als höchstes Gut” von Chefredakteur Josef Depenbrock (“Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit sind beschädigt.”) finden sich Hinweise auf weitere Artikel zum Thema.

Heute erklärt der Sprecher des Redaktionsausschusses, Thomas Rogalla, dass die Mehrheit der Redaktion Anträge auf Akteneinsicht bei der Birthler-Behörde stellen will: “Mehr Klarheit”. Die Leser können sich in einem Weblog zur Stasi-Affäre äußern.

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