Wie lange darf man Gebäude noch fotografieren?

Von Fiete Stegers am 14. Mai 2008

Kultur gegen Kommerz - oder gegen Meinungsfreiheit? Der DJV sieht die Freiheit für Fotografien (und Filmen) von Gebäuden oder Denkmälern im öffentlichen Raum, die sogenannte Panoramafreiheit, in Gefahr. “Im Bericht der Enquetekommission „Kultur in Deutschland“ wird dem Gesetzgeber die Abschaffung der Panoramafreiheit empfohlen, die in § 59 des Urhebergesetzes geregelt ist”, meint der DJV. Eingeschränkt werden solle das Fotorecht zugunsten der Rechte von Architekten oder Künstlern. “Es ist nicht akzeptabel, dass der legal verfügbare fotografische Berichterstattungs- und Darstellungsraum, der schon durch zahlreiche Gerichtsurteile in den letzten Jahren deutlich geschrumpft ist, auf ein Minimum reduziert wird”, kritisiert der Journalisten-Verband, der zu einer Kampagne “Pro Panoramafreiheit” aufruft.

2 Antworten zu “Wie lange darf man Gebäude noch fotografieren?”

  1. Stefan sagt:

    Das ist eine unerträgliche Entwicklung, eine absolut unsinnige Idee und wäre eine massive Einschränkung, die deutlich mehr schaden als nutzen würde.

    Interessant wie immer bei solchen “genialen Vorschlägen” ist, wer diese anbringt.

    Ein Blick auf die Mitglieder der Kommission “Kultur in Deutschland” [1] zeigt z. B. in ihren 11+11 Sachverständigen:

    - die “üblichen Verdächtigen” bzgl. der Ausbildung in den in Reihen der Politiker, d. h. v. a. Juristen und Pädagogen, darunter einige wenige mit konkreten medienpraktischen Erfahrungen, hier aber Radio oder Journalismus.

    - die Sachverständigen werden dominiert von Musikern (u. a. Heinz Rudolf Kunze) und Literaten.

    Alles in allem: Fotografen sucht man vergebens.

    Sehr schön, daß diese Kommission, deren Mitglieder allem Anschein nach keinerlei Bezug zur Fotografie haben, der Meinung ist, der Personengruppe der Bildkünstler ruhig mal so auf die Schnelle einen zentralen Motivfundus nehmen zu können.

    Gerade an öffentlich verfügbaren Motiven wie eben Gebäuden und Denkmälern kann man vieles üben, verschiedene Techniken ausprobieren und die Ergebnisse sollten eben auch verwertbar sein.

    Es bestehen bereits anderweitig Restriktionen, die ein entspanntes künstlerisches Ausleben des Fotografierens massiv beeinträchtigen.

    Wer den öffentlichen Raum in einer solchen Weise kommerzialisieren will, stellt sich der Kunstfreiheit und der Kreativität entgegen.

    Und das von einer Kommission mit dem Namen „Kultur in Deutschland“ - das ist schon Zynismus pur.

    __________
    [1] http://www.bundestag.de/parlam.....ieder.html

  2. 4SUXX sagt:

    […] Keine Ahnung, welche Lobby die “Enquete-Kommission” mit Drogen sponsert. Tut das gut. ‘mal wieder für etwas Grosses kämpfen zu können. >> kompletter Artikel dazu. X camera-me, onlinejournalismus
    tags : aktion, kultur, fotografie […]

Kommentar schreiben

Bitte lesen Sie die Regeln für Kommentare.


Zeigen Sie, dass Sie kein Spambot sind und lösen Sie die Aufgabe (ohne Taschenrechner).