Medienjournalismus, oder: Was macht eigentlich … die Netzeitung?
Von Thomas Mrazek am 30. Mai 2008Ich bin lange nicht mehr dort gewesen, gebe ich zu. Zum Glück gibt es das Jonet-Medienlog, dass einen werktäglich über alles Lesenswerte für Medienmacher auf dem Laufenden hält - und das ohne lästige Werbung. Heute wird etwa auch ein Netzeitungs-Artikel “Was macht eigentlich … “Zoomer”?” empfohlen. Ein sehr freundlicher aber lesenswerter Verriss des vor einigen Monaten gestarteten Holtzbrinck-Portals. Nebenbei fällt mir auf, dass der sonst so um Vollständigkeit bemühte Mediendienst Turi2 dies seinen mittlerweile “über 10.000 Lesern” (Peter Turi) nicht mitteilt. Das liegt doch hoffentlich nicht daran, dass Zoomer “Premium-Werbepartner” dort ist? (Man darf ja mal dezent fragen.)
Marginaler Nachtrag, 17 Uhr
Jetzt weist auch der Mediendienst mit den 10.000 Lesern auf den Netzeitungs-Artikel hin.
30. Mai 2008 um 23:23
“Ein sehr freundlicher aber lesenswerter Verriss des…”
Zu Recht, wie ich finde. Im Moment noch nichts tolles, aber mit potential, wenn man in die richtige Richtung geht. Man wird sehen…
31. Mai 2008 um 19:06
Lieber Herr Mrazek, Sie als Kämpfer für den anspruchsvollen Onlinejournalismus haben meinen Kommentar zensiert. Der hat Sie schon mittags darauf hingewiesen, dass turi2 am Nachmittag auf den Artikel verlinken wird. Ich senke, Sie wissen am besten, dass Ihr “Marginaler Nachtrag um 17 Uhr” deshalb äußerst unfair ist.
Viele Grüße, Peter Schwierz.
Guten Tag Herr Schwierz,
hier wird in der Regel nichts “zensiert”. Wir haben keinen Kommentar von Ihnen gelöscht.
Thomas Mrazek, 02.06.08, 11 Uhr
31. Mai 2008 um 21:51
Lieber Kollege Mrazek, Fragen sind immer erlaubt, denn mit Fragen und Zweifeln schlagen wir die Schneißen in das Dickicht des Unwissens, wie Schiller sagt. Ich freue mich über die Gelegenheit zur Antwort:
Dass turi2 keine kritischen Artikel über Werbekunden verlinkt, kann kein Medienmacher behaupten, der unsere Seiten mit Sorgfalt und ohne Neid liest. Sie selbst tun das ja auch nicht, sie stellen ja nur eine Frage.
Die Grundlage unserer Arbeit ist ein ganz einfaches, uraltes, wenn man so will, einsnulliges Konzept: die Trennung von Redaktion und Anzeigen. Wenn Herr Schwierz oder einer der anderen vier Redakteure einen Artikel zur Lektüre empfiehlt, interessiert sie das schlichtweg nicht, ob er mit einer Text-, Video-, Banner- oder Daueranzeige zum wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens beiträgt. Jeder von ihnen weiß, dass ich ihnen eins überbraten würde, wenn sie beim Schreiben von turi2 an irgendjemand anders denken würden als an den Lesern.
Ich bin übrigens der festen Überzeugung, dass gerade diese Haltung, die ich schon als Verleger des kressreports und Erfinder von kress.de zwischen 1996 und 2000 gepflegt habe, zum Erfolg von turi2 sowohl beim Leser, als auch beim Anzeigenkunden entschieden beigetragen hat.
Beste Grüße,
Peter Turi
2. Juni 2008 um 10:25
Ich habe gegen Mittag kommentiert, gespeichert, doch nix passierte. Dann habe ich es erneut versucht und vom System den Hinweis bekommen, dass zweimal den selben Text kommentieren nicht erwünscht ist. ;-) Aber Variante 1 tauchte leider nie auf - vielleicht ein technisches Problem?! Viele Grüße, Peter Schwierz
Noch bevor ich es in den Maschinenraum weiterreiche, äußere ich mal eine Vermutung: Deine E-Mail-Adresse liest sich für einen Spam-Filter vielleicht anstössig … Viele Grüße TM
3. Juni 2008 um 18:46
Wenn die Herren von Turi2 hier schon vorbeischauen: Warum heißt es eigentlich in Ihrem Angebot neuerdings jedesmal “Stasikom”, wenn die T-Firma gemeint ist? Für meinen Geschmack ist das bereits penetrant.
4. Juni 2008 um 07:20
Neben einer miserablen Paraphrase eines Textes des geschätzten Hans-Peter Siebenhaar aus dem “Handelsblatt”, stieß mir gestern dort auch der “Stasikom-Chef Obermann” bzw. “Stasikom-Chef René Obermann” auf. Man sollte mal bei der Pressestelle nachfragen, was René Obermann eigentlich zu dieser ihm zugesprochenen Position meint. Aber man erfährt auch ganz Exklusives bei Turi: So ist in diesem Text von der “Obermann-Gattin Illner” die Rede …
Turi2 macht richtig Spaß, heute etwa: “Privat soll Frau Illner Herrn Obermann jedoch weiter treu die Stange halten.” Ham wir jelacht.