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Stellenangebot: ZEIT Online sucht: Projektleiter Web-Design/Online-Grafik (w/m)

Die Stellenanzeige im Wortlaut:

Bei der ZEIT Online GmbH suchen wir in der Online-Redaktion – zunächst befristet auf sechs Monate – für die weitere Überarbeitung unserer Website einen

Projektleiter Web-Design / Online-Grafik (w/m)

Ihre Aufgabe:
In dieser Funktion betreuen Sie – in Absprache mit unserer Entwicklungsredaktion – die visuelle Überarbeitung von ZEIT Online.

Ihr Profil:
Sie haben ein Studium oder eine vergleichbare Ausbildung im Bereich Grafik und Web-Design absolviert, verfügen über mehrjährige Berufserfahrung mit Online-Medien, insbesondere mit dem Relaunch journalistischer Websites, und verfügen über profunde Kenntnisse in der Entwicklung nutzerfreundlicher Websites. Das Thema „Usability“ ist Ihnen besonders wichtig. Neben exzellenten Kenntnissen in Photoshop, Illustrator, HTML und CSS sind auch solide Grundkenntnisse in Flash wünschenswert. Auch unter Zeitdruck sind Sie ein kreativer, kommunikationsstarker Teamplayer und fähig, mit Kritik konstruktiv umzugehen.

Ihre Bewerbung:
Wenn Sie diese Aufgabe reizt und Sie eine hohe Identifikation mit dem Online-Journalismus mitbringen, freuen wir uns auf Ihre aussagekräftige Bewerbung unter Angabe des frühestmöglichen Eintrittstermins und Ihrer Gehaltsvorstellungen.

ZEIT Online GmbH
Personal & Recht · Dörte Wolfs
Buceriusstraße, Eingang Speersort 1
20095 Hamburg · karriere@zeit.de

Anmerkung der Onlinejournalismus.de-Redaktion: Gerne können auch Sie Ihr Stellenangebot hier kostenlos veröffentlichen. Wir behalten uns allerdings eine Auswahl vor.

“Playboy-Reportage”: Nachbarschaftshilfe bei Burda

Vielleicht ist es ein ganz alter Hut – aber mir war es noch nicht bekannt: Wer den Playboy nur wegen der “klasse Reportagen” liest, braucht sich nicht mehr das Magazin voll nackter Mädchen kaufen.

Bei Focus Online werden die “Playboy-Reportagen” groß gefeatured. Schön, dass Focus Online hier den sonst in Playboy-Nische versteckten Aufklärerstücken und Sozialreportagen (Alltag eines Waffenhändlers; Was tun, wenn die Luxus-Yacht nach ein paar Martinis in der Hafen-Bar nicht mehr wiederzufinden ist?; Alligatorjagd in Florida, Clan-Kämpfe in Somalia; Europas größter Sexguru) Zugang zu einem breiteren Publikum verschafft.

Okay, ein Playmate-Video und artverwandte Bilderstrecken gehören auch zur gegenseitigen Nachbarschaftshilfe im Rahmen dieser “Panorama Spezial” getauften Rubrik. Die direkten Links zum ebenfalls zu Burda gehörenden Playboy sind aber in der rechten Spalte ordnungsgemäß als “Anzeige” gekennzeichnet.

SpOn: Und wieder übergeigt

Was ist ein “Mysteriöses Auftreten der geretteten Affenforscherin” (so die Überschrift einer aktuellen Spiegel -Online-Meldung)? Im Teaser heißt es:

Sichtlich erschöpft trat sie vor die Presse: Die im Urwald im Kongo vermisste Deutsche zeigte sich vier Tage nach ihrer Rettung in der Öffentlichkeit. Über ihr zwölftägiges Verschwinden hüllte sie sich jedoch in Schweigen.

Klar, das wollen wir wissen und klicken. Und was erfahren wir? Weiterlesen…

Die Kartographierung der deutschen Blogosphäre

Markus Beckedahl von netzpolitik.org stellt in Artikel und Podcast ein höchst interessantes Forschungsprojekt vor, an dem er und Jan Schmidt zusammen mit dem US-Forscher John Kelly arbeiten: der Versuch, Größe, Vernetzung und Inhalte der deutschen Weblog-Szene visuell darzustellen. Kelly hat ähnliches schon mit der Blogszene in den USA und im Iran gemacht.

Erste Auffälligkeit bei einem Testlauf der Blogerfassung von ca. 10.000 Websites: Es gibt tatsächlich einen abgeschlossenen Cluster von Strickblogs, die mit anderen Blogs außerhalb kaum vernetzt sind. Und zahlreiche “Spamblogs”, die nur als Linkfarmen oder zum User aggregieren existieren.

Auf die späteren Forschungsergebnisse kann man sehr gespannt sein.

Geplanter Print-Ableger von Einestages könnte funktionieren

Der Spiegel-Verlag plant einen Print-Ableger seiner hauptsächlich nutzergenerierten Zeitgeschichts-Community Einestages, berichtet Horizont.net. Das Magazin könnte unter dem Namen “Memories” erscheinen.

“Bauchgefühl Mrazek” & Äpfel-Birnen-Vergleich: Das könnte funktionieren. Zum einen sind mittlerweile viele gute Geschichten bei Einestages vorhanden. Zum anderen können sich Projekte wie etwa das bundesweit erscheinende Reader’s Digest-Magazin “Daheim in Deutschland” (fast ohne Web-Hintergrund!) oder das auf den lokalen Markt spezialisierte MyHeimat mit sehr schlichten Geschichten ihrer Leser behaupten. Interessant würde bei “Memories” dann freilich die Frage nach der Vergütung der Autoren.

Weitere Links

bei onlinejournalismus.de:

  • “Einestages”: “Gewicht wird sich verschieben”. Interview zur Zeitgeschichte-Plattform von Spiegel Online
  • MyHeimat: Stadtgeflüster mit Gewinn

Virales Marketing: Lange Leitung bei stern.de


Bei stern.de gibt es seit 30.5. einen kurzen Artikel über den angeblichen Aufstieg von reichen Rap-Kids von der US-Ostküste, die mit Golf-Klamotten, Sportwagen und edlen Elternhäusern protzen. Die Meldung beruht auf einem Musikvideo, das auf den einschlägigen Plattformen kursiert. Von stern.de wurde es auf den eigenen Server übernommen und in die Meldung eingebunden.

Total unwahrscheinlich natürlich, die ganze Geschichte. Wirklich koscher ist auch den stern.de-Redakteuren das Video offenbar nicht vorgekommen. Aber kurz die Quelle nachzurecherchieren war offenbar nicht drin. In den Nutzer-Kommentaren bekommt die Redaktion das um die Ohren gehauen. “Das es sich hierbei um Werbung für Smirnoff handelt, erfährt man spätestens am Ende des Videos”, schreibt ein User am 1.6. (am Ende des Videos wird eine Internetadresse genannt). Andere äußern sich ähnlich.

Am 2.6. reagiert die Redaktion:

Sorry, liebe stern.de User

Dass bei dem Video virales Wodka-Marketing eine Rolle spielt, hatten wir tatsächlich auch gemerkt – aber leider hatten wir eine Zeitlang einen falschen, veralteten Text zum Video gestellt, in dem dies nicht erwähnt war.
Wir bitten um Entschuldigung.

Die Reaktion erfolgte allerdings nur in den – auf der Artikelseite nicht sofort ersichtlichen – User-Kommentaren. Aus dem dem jetzt online stehenden Artikel wird weiterhin nicht klar, wem man da aufgesessen ist. Dafür wurde der Artikel immer noch auf der Startseite verlinkt. Noch einmal ein User dazu:

Ja, sorry hin oder her… aber warum steht dieser Scheiß immernoch auf dem Titel und wird nicht gelöscht, obwohl Ihr es schon gemerkt habt?”

Darauf gibt es von stern.de bisher keine öffentliche Reaktion. Derlei User-Kommentare zu ignorieren – stern.de ist dabei ja nicht allein – ist für Online-Redaktionen aber fahrlässig, aber sympomatisch für die Aufmerksamkeit, die in vielen Redaktionen dem “User-Ghetto” Kommentare geschenkt wird. Personal- und Zeitmangel bei den Redakteuren hin oder her: Eine Nicht-Reaktion kann das Vertrauen des Publikum untergraben. Noch einmal ein Nutzerkommentar bei stern.de:

wieso wird sich also einfach eine Geschichte ausgedacht ? Ich möchte gar nicht wissen, was bei ernsteren Themen alles verdreht wird, nach dem Motto was nicht passt, wird passend gemacht.

Update, 7.6.2008:
Inzwischen heißt es im Artikel:

Ob das alles ernst gemeint ist, oder dahinter doch die ausgeklügelte virale Kampagne eines Wodka-Produzenten steckt, weiß eigentlich niemand so genau – aber im Internet sind die weißen Snob-Rapper ein Riesenhit.

Stefan Niggemeiers Blog istwar seit Montagabend offline

Wer weiß mehr? Wir haben Niggemeier mal angemailt. Bleibt zu hoffen, dass es sich um einen banalen Grund handelt.

Update 8.45 Uhr
Stefan Niggemeier sagt, dass bald wieder alles laufen sollte.

Update 11.25 Uhr

Zum Glück ein Sturm im Wasserglas: “Danke der Nachfrage: Es hatte keine juristischen Gründe, dass diese Seite seit gestern Abend nicht erreichbar war. Es waren technische Gründe.

Ob das mit irgendeinem böswilligen Angriff, einem zufälligen Besucheransturm oder einem Schluckauf bei Host Europe zu tun hat, weiß ich allerdings nicht.”

Zu spät, übergeigt – egal

Wie sieht ein Artikel aus, wenn die Berichterstatter eigentlich zu spät kommen, aber sich das Thema dennoch nicht entgehen lassen wollen? Bei Spiegel Online zum Beispiel so:

Privathochschüler: Zoff um StudiVZ- Gruppe

“Oestrich-Winkel: Studieren, wo andere für immer leben müssen” – in der hessischen Provinz kam es zum Showdown um diesen Namen einer StudiVZ-Gruppe. Es duellierten sich: Jusos und Studenten der noblen Zwerghochschule EBS.

Immerhin bedient sich Spiegel Online im Teaser hier der Vergangenheitsform. Denn der Protest der Jusos ereignete sich im April, wie wir aus dem kurzen Bericht, der dem Teaser folgt, lernen. Und noch mehr:

Nach einigen Medienbeiträgen über den Streit ist der Eintrag auf der Internet-Plattform mittlerweile allerdings wieder verschwunden. “Wir sind guter Dinge, dass sich jetzt alles wieder einrenken wird”, sagt Juso-Vorsitzender Busch.

SpOn hätte die Berichterstattung doch in diesem Fall einfach mal bleiben lassen können. Oder klopfen sie im Moment sämtliche geschätzten 50.145 StudiVZ-Gruppen auf Konfliktpotenzial ab? Da hätten sie einiges zu tun. Nächster Kandidat zum Beispiel die Gruppe: “Gegen Iserlohner Disco-Hasen, die sich als BiTS Studis ausgeben”

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