Netzeitung vor dem Aus?

Die Spatzen pfeifen es schon länger von den Dächern, nun verdichten sich anscheinend die Zeichen, dass die Netzeitung vor dem Aus steht. Zumindest, wenn man heise.de hier Glauben schenkt. Die Originalmeldung hat Welt online hier verbreitet.

Der Grund ist dabei mit Sicherheit aber nicht, dass reiner Onlinejournalismus nicht funktioniert – das digitale Blatt hält sich immerhin seit 2000 ohne Printausgabe.

Der Grund ist hier vielmehr in der Eigentümerstruktur zu suchen, denn die BV Deutsche Zeitungsholding (Link bei wikipedia.de) von David Montgomery ist seit kurzem der Eigner. Und genau wie beim Print-Flaggschiff der Gruppe, der Berliner Zeitung, scheint sich hier zu bewahrheiten, dass es nur um die Rendite geht.

Allein: Die Lage für die Netzeitung hat sich durch die großen Relaunches z.B. von Welt, Süddeutscher und vieler anderer Portale verändert. Die Pionierleistung des Blattes ist Webstandard, und zuletzt hinkte sie hinterher. Man schweifte ab (z.B. hier), war wenig beachtet. Der letzte Relaunch verunglückte (hier, hier und hier).

Das soll kein Nachruf sein, denn die Redakteure leisten noch immer gute Arbeit. Doch wenn ein Investor am Ruder ist, heißt es leider immer häufiger – das Flaggschiff retten, alle anderen über Bord.

Das wäre schade.

  • Facebook
  • Twitter
  • StumbleUpon
  • Diigo