Klick – Neid – Klick
Wie stellt man 170 Berufe und deren Einkommen, geliefert von Destatis, dar? Als Tabelle? Ist unübersichtlich, aber wenigstens auf einen Blick zu erfassen. Im Netz bedeutet das aber ja nur einen Aufruf für die Seite. Was also tun bei der PI-heischenden äh journalistischen Präsentation dieser Ergebnisse?
Welt online ist dabei recht kreativ geworden. Sie haben hier die Ergebnisse in eine Fotogalerie gepackt. Clever, kann man dazu nur sagen.
Denn hier spielt man mit dem Neid der Leute. Ich muss wissen, was mein Nachbar verdient. Mal abgesehen davon, dass es eine deutsche Unart ist, nicht übers Gehalt zu reden, kann man auch ganz gut über “die da oben” lästern. Mithin ist ein solches Ranking immer wieder gern genommen.
Dabei 170 Klicks zu generieren, um diesen Neid zu füttern, ist allerdings dreist. Das ist jedenfalls kein non-lineares Erzählen, kein Journalismus.
Das ist schlicht und ergreifend Klick-Grabbing.
Weitere Links
… bei onlinejournalismus.de:
- Welt.de vermisst die “Berlinackte”. Und andere Bildstrecken-Highlights aus Berlin.
- Hans-Jürgen Jakobs und der “Journalismus in Gefahr”. Ein Nachdenkstücken zum Mitklicken.
- Journalistische Wettbewerbsverzerrung” durch SEO? SZ und Welt.de sind über einige Mittel zum Erfolg entschieden unterschiedlicher Meinung.
- Im Quotenparadies. Wie Klickzahlen die redaktionelle Arbeit verändern.





Da geht aber noch mehr: die Nutzer in einem Quiz raten lassen, wer wieviel bekommt. Verdoppelt die PIs nochmal.