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Nola.com im Zeichen des Sturms

Schon 2005 war das Angebot von Nola.com, der Website der Tageszeitung “Times-Picayune” in New Orleans, angesichts von Hurrikan “Katrina” und den Folgen auch für die Journalisten erstaunlich umfangreich und gut gemacht. Jetzt nähert sich erneut ein Hurrikan der Stadt, die vollständig evakuiert werden soll – und Nola.com hat sich ebenso vollständig darauf eingestellt.

Die gesamte Startseite ist dem Sturm gewidmet. Es gibt Links auf die aktuellen Wetterentwicklungen, eigene Rubriken für die neuesten Artikel und Fotos und einzelne Stadtteile inklusive RSS-Feeds und einen umfangreichen “Survival-Guide” sowie einen Twitter-Feed Ganz oben auf der Seite werden die Nutzer aufgefordert, eigene Bilder, Berichte und Videos einzusenden. Auch die Foren, über die Nutzer sich miteinander austauschen können – nach Thema oder Stadtteil – werden prominent gefeatured.

Zehn mal Osama pro Tag

Die Ärzin Farrah Jarral und der Filmemacher Masood Kahn aus Großbritannien hatten 50 Tage Zeit, um fünfhundert Osamas zu finden. Das Ziel ihrer Reise durch die islamische Welt: Weg vom Klischee – das menschliche Gesicht des Islams präsentieren. Projektitel: “Osama loves” – jeder Osama sollte auf ein Poster schreiben, was er liebt. Mittlerweile sind die beiden wieder zurück in London, aber auf der Channel-4-Website können sich weitere Osamas melden (via NewTeeVee).

Welt Online: Leichtes Stottern beim Relaunch

“Alles neu auf Welt Online” meldet Redakteur Peter Schink als Skype-Status. “Letzte Nacht ist die neue Version der welt.de Website online gegangen”, heißt es bei einem involvierten Designstudio. Irgendwas klappt aber wohl noch nicht ganz – derzeit bekomme ich (Mac, Firefox, Safari) unter der URL welt.de nur die Mobil-Version angezeigt. Das Designtagebuch war aber in bewährter Weise schon vor Ort und weiß (mit Screenshots) zu berichten: “Formal gut” aber “Uniform statt Vielfalt” lauten die Schlagworte. Eines scheint sich nicht verändert zu haben: “Klickstrecken-Wahnsinn”, stöhnt Frank Helmschrott.

Nachtrag: Selber gucken geht aber doch, wenn man direkt über einen Artikel oder eine Rubrik kommt, etwa http://www.welt.de/politik/. Auffällig auf den ersten Blick die Werbeanordnung in Form eines umgedrehten U, während der Content-Bereich in die Mitte rückt. Gerrit van Aaken spricht schon von einem “Trend zur Zentrierung”.

Nachtrag 2: Und hier ist der Direktlink zur Startseite. Das Problem betrifft offenbar nur bestimmte Browser/Betriebssysteme. Die Technik werkelt.

Nachtrag 3, 17 Uhr
Bei einem Blick auf die Seite fallen mir als gelegentlichem Nutzer ehrlich gesagt keine großen Änderungen ins Auge – bis auf das Wegfallen der linken Hauptnavigation. Als Gelegenheitsnutzer vermisse ich sie auch nicht. Rechts entsteht dadurch mehr Platz für die Kästen zur Content-Präsentation. Ich glaube, dass auch eine Box mit Videos oder Bildstrecken, die sonst in der Hauptcontentspalte wie ein Separator wirkte, weggefallen ist. Peinlich finde ich, dass auf der Startseite direkt als erster Punkt der zweiten Ebene der Top-Navi großspurig “die Weltbesten” angepriesen: Dahinter verbergen sich “Luxus- und Lifestyle-Bestenlisten”, die zum Konsum anregen sollen. Etikettiert werden sie als “Verlags-Sonderveröffentlichung”, wie man es aus dem Print kennt. Ob das jetzt neu ist, weiß ich allerdings nicht (ein ähnliches Format hat ist shortlist.stern.de)

Nachtrag, 17:45 Uhr
Inzwischen klappt der Aufruf der Startseite.

BBC denkt über Musikportal nach

Die BBC denkt darüber nach, über eine kommerzielle Tochterfirma Aufnahmen aus ihrem Musikarchiv wie die John-Peel-Sessions offizell online als Stream und zum Download verfügbar zu machen – ohne Beschränkungen, für die User gratis und werbefinanziert, wie der Guardian berichet (via Meedia).

ZDF-Multimedia-Specials zur US-Wahl

Gestern machte heute.de zeitweilig mit einem Multimedia-Special zur US-Präsidentschaftswahl (Mediathek-Popup) auf. Schön, wenn solche aufwendig erstellten Inhalte dann auch prominent präsentiert und nicht hinter einem weiterführenden Link versteckt werden. Aber erfüllt das Special auch die damit gesäten Erwartungen? Ein Fazit fällt nicht so einfach. “Solide, aber hinter den eigenen Möglichkeiten zurückbleibend” trifft es vielleicht am ehesten.

Screenshot heute.de Weiterlesen…

“Hubertus Heil twittert aus Denver”

Geile Überschrift, habe ich gedacht, als ich das bei Alexander Svensson las. Irgendwie vieldeutig. Ein paar Eindrücke von den Eindrücken des SPD-Generalsekretärs von der Demokraten-Krönungsmesse in Denver:

Pfarrer hintze ist auch da. ungefähr 19 Stunden ago from TwitterBerry
Mdb muetze hat ein skateboard, mdb annen schuh gekauft. Wir koennen jetzt weiterarbeiten

Waren noch mit einigen delegierten und ein paar journalisten ein bier trinken. Waren alle von der michelle obama rede begeistert. ungefähr 11 Stunden ago from TwitterBerry

Us-presse zum gestrigen verlauf der convention positiv. Hier beginnt jetzt das forum mit bill clinton, madeleine albright, joschka u.a. ungefähr 2 Stunden ago from TwitterBerry

Themen sind armutsbekaempfnung und klimawandel. Joschka ist moderator, clinton hielt impulsreferat. Kernthese: gute absichten reichen nicht ungefähr 1 Stunde ago from TwitterBerry

Das erreicht teilweise fast die Qualität des jetzt schon legendären Christoph-Daum-Tickers der Kollegen vom Kölner Express, könnte man meinen. Kann man aber auch lassen: Ich gehe mal davon aus, dass das wirklich die orginalen Heil-Eindrücke sind und er sie nicht einem Referenten ins Blackberry diktiert. Dann ist tatsächlich ein Stück Politik hautnah. Heil scheint vom Twitter-Fieber gepackt und hat in diesem Fall ja auch einen Anlass, über den es ein bisschen was zu erzählen gibt (das erinnert mich an unseren Twitter-Einsatz beim G8-Gipfelblog im letzten Jahr) – bzw. bei weil sie von ihm stammen, sind auch Belanglosigkeiten interessanter als bei sonstigen Twitter-Nutzern. Übrigens: Heil geht auch auf Bemerkungen anderer Twitter-Nutzer ein.

Das dann aber bitte demnächst auch im gleichen Stil aus Berlin:

struck ist stinksauer. merkel will unsere fraktion schon wieder unterbuttern und beck sagt nichts.

jetzt meldet sich auch noch einer der jusos zu Wort. das kann lange dauern – keine zeit mehr zum einkaufen heute. Schon wieder konnopke.

@wirres: hast du ne bessere idee?

Update, 27.08.2008:
SpOn und sueddeutsche.de hatten das Thema gestern auch schon, hier eine Sammlung weitere Meinungen.. Poynter (jüngst relaunched) informiert über twitternde US-Journalisten auf dem Parteitag.

SEO für Online-Medien, Nachtrag

Ein kleiner Nachtrag zur Juni-Diskussion um Suchmaschinenoptimierung (1, 2) im Onlinejournalismus (der eigentlich auch ein Vorwort hätte sein können, denn die Links sind schon ewig alt):

Beide Anleitungen sind praxisorientiert und auch für Nicht-Techies (bestimmt sogar für süddeutsche Redaktionsleiter) verständlich geschrieben.

Was mir neu war: “nofollow”-Attribute benutzen, um Wichtiges und Unwichtiges auf der eigenen Website zu trennen (de Valk). Und: Offline-Gespräche benutzen, um den Google-Rank langfristig zu steigern (Glaser).

FAZ: Online und offline

In letzter Zeit habe ich mich häufiger mal geärgert, weil mich jemand auf einen Artikel aus der FAZ oder Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung aufmerksam gemacht hatte, ich in deren Internetangebot nichts fand – oder aber nur im lediglich für Abonnenten der Print-Ausgabe zugänglichen Archiv. Wandert bei den Frankfurtern also mehr als früher in den Walled Garden, während andere Medien ihr Archiv öffentlich (und googlebar) zu machen?

“Nein”, sagt Kai N. Pritzsche, Chef von FAZ.net, zu onlinejournalismus.de. Mein Eindruck täusche: “Fast alle Texte aus der FAZ werden automatisch übernommen und sind 24 Stunden lang für alle Abonnenten frei zugänglich, Texte aus der FAS sieben Tage lang. Das machen wir seit x Jahren so.”

Zudem blieben all jene Artikel, auf die die Homepage oder eine Rubrikenstartseite des Onlineangebot explizit mit einem Teaser hinweisen, so lange für alle Nutzer frei zugänglich, wie sie in einer Themenrubrik dargestellt werden.

Screenshot Archivsuche FAZ.net

Der prozentuale Anteil der 1:1 übernommenen Print-Artikel lasse sich aber nur noch schwer messen, sagt Pritzsche: “Da viele Artikel vorab veröffentlicht werden, andere zwar einen Zeitungstext als Basis haben aber mehrfach aktualisiert wurden, wieder andere von Zeitungsredakteuren exklusiv fürs Netz geschrieben werden und auch ursprünglich fürs Netz geschriebene Artikel mittlerweile den Weg in die gedruckte Zeitung finden sind die Übergänge fließend.”

Auch viele Print-Redakteure sähen das Netz inzwischen als zweiten Veröffentlichungsweg, sagt Pritzsche. Dazu müssen die Zeitungskollegen nicht zwingend neben ihrem Zeitungsstück einen Extra-Text fürs Netz schreiben, oft reicht es Rechercheergebnisse oder Einschätzungen an die Online-Redaktion weiterzugeben, die diese dann in ihre Artikel einbaut. Einige Print-Redakteure verfolgen aufmerksam, was die Online-Redaktion zu ihrem Spezialgebiet veröffentlicht und melden sich wenn es Ergänzungen oder Anpassungsbedarf gibt.

Überflüssige Bilderstrecke bei der BBC!

Meistens muss man ja ehrfürchtig zu den Kollegen von der Insel aufschauen und sagen: “Klar, so sollte man es machen.” Endlich gibt es mal etwas im Online-Angebot der BBC, über das es sich zu meckern lohnt: Gerade erst habe ich mich über typische Breaking-News-Fernsehberichte geärgert, bei denen über eine Aneinanderreihung wenig aussagekräftiger Totalen getextet wird, jetzt bietet die BBC im Aufmacher über das Flugzeugunglück in Madrid eine Bildergalerie an.

Gut, im Hauptbericht sind dafür nur Karten und keine Fotos – aber extra eine Klickstrecke, das muss doch echt nicht sein. Zumal es im Bericht auch noch ein Video mit genau fast genau den gleichen Aufnahmen gibt.

Ein Weltrekord, so einfach geht’s …

“So einfach – und dennoch soooo gut: Die NYT zeigt (mal wieder), wie man mit einer einfachen Animation einen Weltrekord erklärt. Bleibt die Frage: Warum sieht man sowas bei uns so selten?”,

schreibt Christian Jakubetz. Es handelt sich übrigens um den 24. Weltrekord der Russin Yelena Isinbaeva im Stabhochsprung. Jakubetz’ Begeisterung über diese Animation kann ich mich nur anschließen (man sollte auch die Kommentare in seinem Blog lesen!).

Nebenbei: Via deutscher Ausgabe der Google News finde ich kaum etwas Aktuelles über die Russin, bei Spiegel Online wird man beispielsweise auf die bereits aktualisierte Wikipedia verwiesen; die dürftige Trefferzahl könnte freilich auch an der unterschiedlichen Schreibweise des Namens der Russin liegen. Hier erklärt die “New York Times” den Weltrekord.

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