Penetrante Medien-Newsletter-Flut
Heute erhielt ist zum ersten Mal einen Newsletter von Mantheys Meedia – über die E-Mail-Adresse koepfe (at) thomas-mrazek.de. Ein sauber gemachter HTML-Newsletter, allerdings habe ich diesen Newsletter nicht bestellt.
Das gleiche passiert übrigens seit letzter Woche auch mit dem Turi2-Newsletter, den ich ebenfalls an die vorgenannte E-Mail-Adresse erhalte. Offenbar haben beide Dienste die Adressen der Kress-Köpfe-Datenbank gemietet. Inwieweit ich mit meinem Eintrag in diese Datenbank vor x-Jahren solchen Praktiken zugestimmt habe, weiß ich nicht; vielleicht mag mich mal jemand über meine Rechte aufklären.
Kress hat wiederum den eigenen Newsletter vor Monaten erheblich an den von Turi2 angeglichen. Wer jetzt noch nicht genug Medien-Newsletter hat: Seit letzter Woche verschickt auch Horizont.net seine “Newsflakes” morgens. Dieser Newsletter ähnelt wiederum sehr Turi2: “Im täglichen Frühdienst von HORIZONT präsentiert die Redaktion das Wesentliche aus 50 nationalen und internationalen Zeitungen, Websites und Blogs.”
Die Praxis, einem einfach den Newsletter mal zuzuschicken – wie von Manthey und Turi praktiziert – halte ich persönlich für unseriös. Bei Meedia finde ich in dem ganzen Gewusel (sechs Blogs, x-Serien, miserable Bildergalerien wie über “Deutschlands Web-Macher”), nicht mal eine legale An- und Abmeldemöglichkeit für den Newsletter auf der Website; auch die Sitemap hilft nicht weiter.




Ich sehe das mit den Newslettern ziemlich zwiespältig: Als Redakteur schmeiße ich fast alle in den Spam-Ordner (keine Lust auf Abbestellen, ich will Spammern nicht auch noch die Mailadresse verifizieren), weil ich mich nicht erinnern kann, dass ich in einem Newsletter schon mal was Interessantes und Aktuelles gelesen hätte und es eigentlich für ein rechtlich bedenkliches und veraltetes Medium halte – und freiwillig bestellen tue ich das normalerweise nicht. Andererseits verschicken wir seit ein paar Monaten mit unserer Zeitschrift selber einen Newsletter, und entgegen meiner Skepsis waren die Reaktionen total positiv, da hat es sich als Marketinginstrument wunderbar bewährt. Offenbar ist das immer noch ein Weg, weniger internetaffine Leute zu erreichen (viel besser als per Newsfeed). Ob das jetzt für einen Mediendienst so clever ist, weiß ich aber nicht …