Die Foto-Video-Kamera für Profis?


In Gesprächen mit mehreren multimedial arbeitenden Kollegen kam in den letzten Tagen immer wieder ein Thema auf: die neue digitale Spiegelreflexkamera EOS 5D Mark II von Canon. Warum, zeigt dieses Video von Vincent Laforet auf der Canon-Website eindrucksvoll.

Screenshot des Beispielvideos

Während in Blogs von US-Multimediajournalisten in den letzten ein, zwei Jahren darüber diskutiert wurde, ob, wann und wie Reporter Standbilder von (HD-)Videokameras als Ersatz für Zeitungsfotos liefern können, dreht die 5D Mark II die Diskussion um. Sie bietet als Profi-Fotokamera das, was Consumer-Cams schon lange können: Video. Und zwar in entsprechender Qualität: Full HD Video (1920×1080 Pixel), laut Fabian Mohr bis zu 30 Minuten pro Take auf Speicherkarte.

Mario Sixtus (“Elektrischer Reporter”) ist vom Beispielvideo begeistert, Fabian Mohr findet es “sehr sehenswert”. Er listet die Vorteile der Canon auf: Plötzlich hat man eine HD-Videokamera mit Wechseloptik, weil die gesamte Canon-Palette eingesetzt werden kann (Einige dadurch mögliche Effekte sieht man sehr schön im Laforet-Video). Auch preislich sei das Angebot attraktiv. Und obendrein weniger zu schleppen – diesen Punkt kann ich nach einigen Tagen, an denen ich rein prophylaktisch eine Videosausrüstung (Variante “leicht) plus Spiegelreflex mit zwei Objektiven im Rucksack hatte, nur unterstreichen.

Noch Fragen?

Andererseits: Das Laforet-Video zeigt meiner Einschätzung nach überwiegend Einstellungen vom Stativ (siehe auch dieses Making-Of). Wie wird sich die Canon als Handkamera machen – wird sie da nicht zu wackelig? Wie funktioniert das Handling mit dem im Vergleich zu einer VJ-Kamera winzigen Body, wenn es um saubere Schwenks, manuelles Schärfeziehen in der Bewegung etc. geht? Das Laforet-Video ist mit Musik unterlegt und hat keine Atmo-Spur: Welchen Ton produziert die Canon? Lässt sich ein externes Mikro anschließen?

Letzteres will man vielleicht ebenso wenig wie eine Video-Kopfleuchte auf den DSLR-Body montieren. Deshalb bin ich gespannt, in welchen Bereichen die Canon eingesetzt werden wird. Vermutlich am ehesten dort, wo man sonst einen Fotografen schicken würde, der nun auch noch zusätzlich Video mit in die Redaktion bringen soll (nicht dort, wo man von Anfang an auf Video setzt). Oder auch, wenn man die Möglichkeiten der Foto-Optiken ausreizen will.

(Fabian macht noch darauf auf ein vergleichbares Modell von Nikon (D 90) aufmerksam, dass allerdings nur fünf Minuten Videokapazität hat. Das ebenfalls neue Profimodell von Sony (Alpha 900) scheint so etwas nicht zu bieten.)

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