Archivierte Einträge für

Wie man Bilderstrecken auch aufbereiten kann …

… aber deutsche Onlinemedien es nicht machen, zeigt aktuell The short – but eventful – life of Ike bei Boston.com aus der dortigen Reihe “The Big Picture”:

1. SEHR große Bilder (990 x 600+ px)
2. Jedes für sich sehr stark (geben die Standardbildagenturen in D’land das überhaupt her?
3. Keine Klick-Schinderei, tatsächlich alles auf einer Seite untereinander dargestellt

The long-held tradition of keeping images online tiny and lightweight is commendable still – when designing a general purpose site. But one dedicated to quality imagery should take full advantage of the medium

schrieb Boston.com-Webdesigner Alan Taylor im Juni zum Start des Formats in seinem Blog mit dem schönen Namen “Gedankengang”.

Ganz ausgereift erscheint mir das Format aber noch nicht: 30 Fotos untereinander auf einer Seite sind vielleicht doch ein bisschen zu viel des Guten. Sie nehmen sich etwas von der Wirkung, ein Riesenteil (lässt sich netterweise einzeln verlinken) passt bei meiner Bildschirmauflösung noch nicht einmal allein auf einen Browser-Screen. Die Bildunterschriften sind außerdem noch im Agenturslang – da könnte man noch dran arbeiten, auch wenn das Bild hier im Vordergrund steht (Christoph Maier sieht das anders).

(via u.a.Basic Thinking)

Blamabel: Spiegel-TV über Twitter und die SPD

Dieses Video könnte ein Beispiel für inneren Meinungspluralismus beim Spiegel sein – für gute crossmediale Vernetzung und Qualitätsjournalismus ist der Beitrag keins. Möglicherweise könnte er noch für verunglückte Satire-Versuche in (politischen?) TV-Magazinen stehen. Wovon ist die Rede? Spiegel TV zieht sich in dem Beitrag an einem angeblich twitternden Müntefering hoch.
Hier beweist jemand zugleich Internet- und Visualisierungskompetenz (Screenshot)
Inkriminiertes Spiegel-TV-Video: Hier beweist jemand zugleich Internet- und Visualisierungskompetenz.

Weiterlesen…

Penetrante Medien-Newsletter-Flut

Heute erhielt ist zum ersten Mal einen Newsletter von Mantheys Meedia – über die E-Mail-Adresse koepfe (at) thomas-mrazek.de. Ein sauber gemachter HTML-Newsletter, allerdings habe ich diesen Newsletter nicht bestellt.

Das gleiche passiert übrigens seit letzter Woche auch mit dem Turi2-Newsletter, den ich ebenfalls an die vorgenannte E-Mail-Adresse erhalte. Offenbar haben beide Dienste die Adressen der Kress-Köpfe-Datenbank gemietet. Inwieweit ich mit meinem Eintrag in diese Datenbank vor x-Jahren solchen Praktiken zugestimmt habe, weiß ich nicht; vielleicht mag mich mal jemand über meine Rechte aufklären.

Kress hat wiederum den eigenen Newsletter vor Monaten erheblich an den von Turi2 angeglichen. Wer jetzt noch nicht genug Medien-Newsletter hat: Seit letzter Woche verschickt auch Horizont.net seine “Newsflakes” morgens. Dieser Newsletter ähnelt wiederum sehr Turi2: “Im täglichen Frühdienst von HORIZONT präsentiert die Redaktion das Wesentliche aus 50 nationalen und internationalen Zeitungen, Websites und Blogs.”

Die Praxis, einem einfach den Newsletter mal zuzuschicken – wie von Manthey und Turi praktiziert – halte ich persönlich für unseriös. Bei Meedia finde ich in dem ganzen Gewusel (sechs Blogs, x-Serien, miserable Bildergalerien wie über “Deutschlands Web-Macher”), nicht mal eine legale An- und Abmeldemöglichkeit für den Newsletter auf der Website; auch die Sitemap hilft nicht weiter.

Wohlwollender Diktator

Google - ein wohlwollender Diktator (Screenshot [M])

Nicht nur als Rechercheinstrument hat Google immense Bedeutung erlangt. Auch bei der Distribution von Nachrichten im Web ist die Suchmaschine zu einem wichtigen, wenn auch umstrittenen Akteur für deutsche Medien geworden. Weiterlesen…

YouTube-Videos für eine bessere Welt

YouTube hat einen weltweiten Wettbewerb für Nachwuchs- und Bürgerjournalisten ausgerufen, der von Sony mit Ausrüstung und dem Pulitzer Center für Krisenberichterstattung inhaltlich unterstützt wird. Die Initiatoren wollen aufstrebende Journalisten „ermutigen, kurze und qualitativ hochwertige Videoberichte über Ereignisse zu verfassen, die von den klassischen Medien eher selten oder gar nicht beachtet werden.“ Das klingt toll – die genauen Teilnahmebedingungen des Wettbewerbs lesen sich dann aber etwas merkwürdig.

In der ersten von drei Runden sollen Teilnehmer einen Video-Beitrag von höchstens drei Minuten Länge „über eine bedeutende Person in ihrem Umfeld verfassen“ (Englisch oder UT). Eine Jury des Pulitzer-Centers wählt zehn Kandidaten aus, die in der nächsten Runde „ein Video von höchstens vier Minuten Länge über eine lokale Begebenheit von weltweiter Bedeutung drehen“ sollen. Die YouTube-User entscheiden, wer in die nächste Runde kommt. Dort soll dann über „eine unterrepräsentierte Gemeinschaft“ berichtet werden, wie es der Pressemitteilung heißt. Dafür stellt Sony zwei weitere Videokameras zur Verfügung, mit denen sich Mitglieder dieser Gruppe für das Video (diesmal fünf Minuten) selbst filmen soll. Das ergibt für mich in einem Fünf-Minuten-Stück wenig Sinn.

Zumindest die deutsche Pressemitteilung klingt also so, als würde da teilweise die Form über den Inhalt gestellt. Immerhin versprechen die Initiatoren auf der Projekt-Website auch Video-Tutorials über das Filmemachen.

Update, 17.09.2008

Google-Sprecher Henning Dorstewitz teilt auf Anfrage von onlinejournalismus.de mit: “Eine ‘bedeutende Person’ muss kein Spitzenpolitiker sein. Es kann die Hausfrau aus der Nachbarschaft sein, die eine spannende Geschichte zu erzählen oder erlebt hat. Ähnlich verhält es sich auch mit der ‘unterrepräsentierten Gruppe’, die es in der zweiten Runde vorzustellen gilt. Auch wenn es für die Teilnehmer der Runde 2 noch genauere Informationen geben wird, sobald die Teilnehmer feststellen, werden diese selbst entscheiden können, über welche Gruppe diese berichten möchten.”

Und was unter Berichterstattungstechniken zu verstehen ist, könnten Interessierte am besten anhand von Beispielen hier und hier erfahren, so Dorstewitz.

Wie Google den Journalismus verändert (und die Börse)

Wortfeld weist auf ein interessantes Beispiel hin, wie ein jahrealter Artikel plötzlich wieder bei Google News landet und das den Börsenkurs einer US-Airline beeinflusst. Wie es dazu kam, schildert Google selbst in seinem Google News Blog (siehe auch NYT, Wired).

(Hier sind übrigens Zapp-Beitragstext und Video zum Thema “Wie Google den Journalismus verändert” aus der Sendung der letzten Woche.)

Wie Google den Journalismus verändert

Das NDR-Medienmagazin Zapp sendet heute um 23 Uhr den Beitrag “Dramatische Entwicklungen – Wie Google den Journalismus verändert”.

“Wer recherchiert, der googelt. Am 7. September 1998 ging die Suchmaschine online. Seit zehn Jahren ersetzt sie zunehmend das Redaktionsarchiv. Die Eingabezeile wird zum Briefschlitz des Journalismus. Nach Sekunden setzen die Ergebnisse den Mindeststandard der Recherche. Doch durch Google wird auch das Abschreiben leichter – der “Copy-Paste”-Journalismus nimmt zu. Und Journalisten müssen so formulieren, dass Google ihre Artikel findet – eine Suchmaschine bestimmt so die Relevanz der Themen. Google News wildert selbst im Journalismus – doch keine Redaktion wählt aus, sondern Suchalgorithmen. Zapp über eine Suchmaschine, die seit zehn Jahren den Journalismus dramatisch verändert.”

Die Wiederholungstermine im TV finden sich auf der Zapp-Website, dort gibt es wie immer ab Donnerstag auch die Videos und Texte der einzelnen Beiträge. Wenn wir schon beim Ankündigen sind: Demnächst gibt es hier einen Google-Artikel von mir aus der August-Ausgabe des “Journalist”.

 « 1 2


onlinejournalismus.de beobachtet die Entwicklung des Journalismus im Internet.

onlinejournalismus.de wird mit WordPress betrieben (Theme: Modern Clix von Rodrigo Galindez).