Polizeibesuch wegen Sprengstoff-Artikels (Update)

Sachlich beschreibt der Berliner Journalist Burkhard Schröder, dass bei ihm heute morgen eine Hausdurchsuchung stattgefunden habe. Anlass sei ein auf seiner Website veröffentlichter Artikel über Sprengstoffe. Der Text steht dort seit drei Jahren und ist laut Schröder die Kopie eines 15 Jahre alten Usenet-Artikels.

Nachtrag 12.11.2008
Bei Telepolis, für das Schröder u.a. tätig ist, gibt es einen Artikel zum Thema mit dem Titel “Berliner Justiz lässt Bombe platzen”. Zwar kann ich ohne Recherche nicht nachvollziehen, ob Schröder tatsächlich “immer wieder” nachwies, “wie die Debatte über ‘Anleitungen zum Bombenbau’ von politisch interessierter Seite (wer soll das sein?) genutzt wurde, um Freiheiten im Internet und andernorts einzuschränken”, wie es darin heißt. Der Artikel weist aber auch darauf hin, dass der Durchsuchungsbeschluss auf den 22. Juli datiert sei und fragt: “Weshalb lässt sich die Berliner Justiz knapp vier Monate Zeit, um gegen vermeintlich gefährliche ‘Anleitungen zum Bombenbau’ vorzugehen?”

Update 13.11.2008
Eben noch mal Google-News zum Thema befragt: Neben Telepolis und Heise findet sich dort nur noch ein in zwei Portalen für Gratis-Pressemitteilungen ausgespielter Text, in dem der Autor u. a. Schröder als “kriminellen Internet-Terrorist bezeichnet” (“information-online“, “online-artikel.de“). Noch ein Zitat: “Auch wenn eine Zensur durch staatliche Stellen in der Vergangenheit nicht gerade rühmlich erscheint, so ist es jedoch notwendig, durch solche Maßnahmen Schaden vom deutschen Volke abzuwenden.”

Wie’s der Zufall will, hat das NDR-Magazin Zapp gerade noch mal dargestellt, wie PR-Meldungen und braune Inhalte sich bei Google News wiederfinden (Als Vergleich, ohne weinerlich wirken zu wollen: onlinejournalismus.de erfüllte hingegen für Google nicht die Kritierien für eine Aufnahme in Google News).

Screenshot der Meldung
Screenshot: Zum Vergrößern klicken – und bitte die Google-Anzeigen beachten.

  • Facebook
  • Twitter
  • StumbleUpon
  • Diigo