Abschied vom Videotext

Okay, diese Überschrift sollte nur Leser ziehen. Aber:

“Die Nutzung des Teletexts hat nach Ansicht von Medienforschern ihren Zenit überschritten” – das ist sogar dpa eine Meldung wert. Sie bezieht sich auf eine Studie von Stefan Geese in der ARD-Fachzeitschrift “Media Perspektiven” (PDF). Seit 2007 zeichne sich ein Rückgang der Teletextnutzung ab, der vor allem auf die Verbreitung von digitalem Fernsehen und EPGs zurückzuführen sei.

Die Teletextnutzung, wie sie in den vergangenen Jahren üblich war, dürfte in dieser Form ihren Zenit überschritten haben, was aber vor allem darauf zurückzuführen ist, dass bisher ein relevanter Teil der hohen täglichen Zugriffszahlen nicht auf
originär redaktionelle Inhalte, sondern die simple Programminformation entfiel. Diese Informationen jedoch werden von modernen digitalen Empfangsgeräten ohne Rückgriff auf den Teletext angezeigt.

Gleichwohl meint Geese:

Den Charakter des Teletexts bestimmen maßgeblich kurze, prägnante Informationen. Es gibt keinerlei Indizien dafür, dass diese Form der schnellen Unterrichtung einem Nachfragerückgang ausgesetzt ist.

Noch ein Befund zur Nutzung aus der Studie:

Bedenkt man, dass der Teletext häufig als etwas altmodisch wahrgenommen wird, so liegt die Vermutung nahe, es handle sich um ein Medium der Älteren. Das Gegenteil ist der Fall: Es sind vor allem die Jüngeren, die sich auf Teletextseiten umsehen [...] Weiterhin zeigt sich ein Generationsunterschied in der Nutzungsweise: Während Ältere insgesamt seltener Teletextangebote aufrufen, diese dafür dann aber länger nutzen und dabei auch mehr Seiten aufrufen, machen Jüngere vom Medium, wie gesehen, zwar häufiger Gebrauch, sind auf den Textangeboten aber kürzer unterwegs.

Die älteren Dauer-Videotextnutzer sind also empirisch nachzuweisen.

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