Archiv für Juni 2009

Michael Jackson stirbt …

Von Fiete Stegers am 26. Juni 2009

… in Deutschland ist Nacht, und sueddeutsche.de ist im Vergleich zum Wettbewerb sehr, sehr langsam. Aber muss man daraus gleich eine Dachzeile machen?

Screenshot sueddeutsche.de

Update, 10:00 Uhr

CNet berichtet über das Nachrichtenereignis im Web, Spiegel Online über das “Überlaufen” von Google News. Die Problem mit der Erreichbarkeit der L.A.-Times-Website traten bei mir nicht auf. Die L. A. Times berichtete als einer der ersten - in ihrem Newsblog. Außerdem bastelte sie rasch eine Google Maps (via the_claus).

Die New York Times sammelte weltweite User-Reaktionen auf einer Weltkarte und nutzte zuvor ebenfalls ein Blog als Format zur Begleitung des Ereignisses. Daraus ein schöner Satz zum Abschluss, der auch der Anfang eines Roman sein könnte: “By mid-afternoon, television news helicopters were hovering above the medical center.”

(Danke für Links an Marc und Claus)

Panorama-Moderatorin veröffentlicht Nebenverdienste im Netz

Von Fiete Stegers am 25. Juni 2009

Anja Reschke, die u. a. die ARD-Sendung Panorama und gelegentlich das Medienmagazin Zapp im NDR moderiert, hat auf auf der Zapp-Internetseite eine Liste ihrer Nebeneinkünfte veröffentlicht. “Im Laufe des Donnerstags finden Sie hier einen Beitrag von Inka Schneider“, heißt es dort weiter zu den Nebeneinkünften von Reschkes Moderatorinkollegin.

Weitere Links

Gastbeitrag: Die Dummheit der Zeitungsmacher

Von Gastautor(in) am 24. Juni 2009

Alte Zeitung | Foto: just.Luc unter http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/deed.de
Foto: just.Luc unter Creative Commons

Gastbeitrag von Jan Söfjer

Überall hört und liest man, dass das Internet den Zeitungen das Wasser abgräbt und so ganz falsch ist das ja auch nicht. Genauso endet aber jeder Beitrag mit dem Fazit, die Zeitung habe auch in Zukunft eine Berechtigung, weil sie hintergründiger etc. pp. als das Netz sei.

Das ist alles sehr schön und richtig, aber leider geht das an der Realität vorbei, denn sehr sehr viele lokale und regionale Zeitungen sind ziemlicher Schrott. Da besteht dann schon einmal der gesamte Mantel aus Agenturmeldungen. Das reine Veröffentlichen dieser ist aber die primäre Aufgabe des Internet-Journalismus.

Das einzige, was dann solche Zeitungen noch auszeichnet sind ihre lokalen Geschichten. Da jedoch findet der Leser oftmals nur noch belangloses Stückelwerk von völlig überlasteten Redakteuren, freien Mitarbeitern und Praktikanten zusammengekleistert. Und dann sagen die Verantwortlichen auch noch, dass der Leser von heute, gerade die jungen, keine langen Texte, und das heißt wohl auch, keine anspruchsvollen Texte mehr lesen wollen, dass sie sich nicht mehr konzentrieren können, sprich zu dumm sind für das Kulturgut Zeitung.

So, meine lieben Zeitungsmacher, wird es euch und euer Produkt bald wirklich nicht mehr geben. Und Schuld wird nicht das Internet sein.

Jan Söfjer studierte Online-Journalismus an der Hochschule Darmstadt und besucht derzeit die Zeitenspiegel-Reportageschule Günter Dahl in Reutlingen.

Mehr zum Thema
“Wozu noch Zeitungen?” fragen die Forscher Leif Kramp und Stephan Weichert. Ihre Analyse: acht Probleme, acht Chancen für die Presse.

Die Preisträger des Grimme Online Awards 2009

Von Fiete Stegers am 24. Juni 2009

… werden heute Abend bei der Preisverleihung in Köln bekanntgegeben. So zumindest der Plan.

Hier ist die Liste der nominierten Websites.

Nachtrag, 22:30 Uhr

Und hier die Preisträger:

Information: Carta, Blog von Jens Weinreich, ZDF Parlameter

Wissen und Bildung: Design Tagebuch

Kultur und Unterhaltung: Krimi-Couch.de, TOM und das Erdbeermarmeladebrot mit Honig

Spezial: Byte FM

Publikumspreis: Wissen macht Ah!

Die Jury hat eine gute Auswahl getroffen: Parlameter und Jens Weinreich haben wir bei onlinejournalismus.de auch in hohen Tönen gelobt, besonders freut mich darüber hinaus die Ehrung für das häufig von mir zitierte Design Tagebuch. Carta taucht bei uns auch häufiger auf - da ist aber sicher noch Raum nach oben. Und Byte FM kann ich zum Reinhören nur empfehlen. Der unbekannte Rest lohnt sich dann sicher auch zu entdecken.

Iran im westlichen Web

Von Fiete Stegers am 15. Juni 2009

“Wenn ich auf Twitter lese, CNN berichte von Schüssen auf Demonstranten in Teheran und berufe sich dabei auf Twitter, ist irgendwas kaputt”, wunderte sich Mario Sixtus. Wie geht die westliche Webwelt sonst mit dem Protesten in der Blogger-Nation Iran um? Einige kurze Eindrücke:

CNN verlinkt prominent auf Videos und Fotos seiner Nutzerplattform iReport, die auch schon “on CNN” im “richtigen” Programm zu sehen waren.

Der Guardian, die Huffington Post und die New York Times folgen den Ereignissen in ständig aktualisierten Newsblogs, die auf eigene und fremde Inhalte verweisen.

Screenshot BBCDie BBC bietet in ihrem umfangreichen Info-Paket auch von ihrer Abteilung “Have Your Say” angeforderte User-Kommentare und macht deutlich, wie sie der Diskussion im Web folgt (siehe Screenshot rechts):

Twitter: HYS on Twitter
We’re following #IranElection
And #Iranvote
Flickr: Iran feed


Nachtrag:

Carta folgert großspurig:

Während man also im Iran von unten her (Bürgerjournalismus!) alles daran setzt, die aktuelle Lage ungefiltert im eigenen Land und international bekannt zu machen, verlieren unsere Leitmedien buchstäblich den Anschluss, weil ihre überholten Publikationsrhythmen sowie das Festhalten an unnötig bürokratischen Arbeitsprozessen sie einfach nicht mehr mitkommen lässt.

Nüchterner ist die Analyse des “Lab” bei der Deutschen Welle, die von “Process Journalism” spricht.

Wer sich für iranische Quellen interessiert: Mashable erklärt “HOW TO: Track Iran Election with Twitter and Social Media”. Die New York Times berichtet über die relevanten Websites (via Netzpolitik), ebenso Spiegel Online.

Weitere Nachträge

Freie Onlinejournalisten für Befragung gesucht

Von Fiete Stegers am 14. Juni 2009

Ein Journalistik-Student der FH Hannover möchte für seine Abschlussarbeit freie Onlinejournalisten befragen und sucht noch Interviewpartner:

Auf die Idee hat mich die kürzlich erschienene Studie “Freie Journalisten in Deutschland” von Michael Meyen gebracht. Dort wurden zwar recht ausführlich die Arbeitsbedingungen Freier
Journalisten in Print und Rundfunk beleuchtet, die Online-Journalisten blieben aber fast völlig außen vor. Ich würde diese Lücke nun gerne mit meiner Abschlussarbeit schließen.

Entscheidend sind für mich nur zwei Kriterien:
- Die Befragten sollten sich selbst in erster Linie als Journalisten (und nicht als Öffentlichkeitsarbeiter o.ä.) verstehen.
- Die Befragten sollten über 50% ihres Einkommens mit ihrer Tätigkeit als freie Online-Journalisten verdienen.

Kontakt zum Forscher: frederikfischer / at / freenet.de

Keiner meckert mehr über “Miststücke” bei Zeit Online

Von Thomas Mrazek am 10. Juni 2009

Ein meines Erachtens leider etwas vernachlässigtes Projekt (nur dann und wann wurde es in der Literatur erwähnt, etwa bei Professor Klaus Meier), das so genannte Meckerblog bei Zeit Online stellte jetzt seinen Dienst ein. Ein unabhängiger Journalist, “Onkel Brumm”, beobachtete in diesem Blog das Web-Angebot der Wochenzeitung und wies auf Fehler und Fehlentwicklungen hin. Dafür erhielt er ein geringes Honorar.

Am Sonntag schrieb Onkel Brumm (richtiger Name ist der Redaktion bekannt): “Mit diesem Posting endet das Meckerblog – mehr als drei Jahre sind man (sic) genug. Findet jedenfalls die Redaktion, und ich stimme dem zu.” Wenigstens ein Ende ohne Knatsch, wie dem Beitrag “Finis Meckerblog” zu entnehmen ist, denn der Autor wird nach eigenen Angaben künftig häufiger für Zeit Online schreiben. Trotzdem ist es natürlich schade, dass diese – meines Wissens in Deutschland einmalige – Institution redaktioneller Selbstkontrolle nun endet.

Dass dieser Job nicht immer einfach war, sagte uns der Meckerblogger im Interview vom 22.12.2006: “Vermutlich bin ich als Kritiker nicht gerade beliebt”. Die mangelnde Aufmerksamkeit für dieses Blog beklagten wir im Beitrag “Miststücke in der ‘Zeit’”.

Making of einer Multimedia-Reportage

Von Fiete Stegers am 9. Juni 2009

Das Geo-Multimediafeature über die Region Raja Ampat war 2008 für den Grimme Online Award nominiert. Redakteur Lars Abromeit erzählt im Video über die crossmediale Arbeit für Magazin und Netz.

Und, ja, es gehört eigentlich zum Basiswissen: Man sollte O-Töne aus lichttechnischen Gründen möglichst nicht mit einem Fenster im Hintergrund drehen.

Weitere Links

… bei onlinejournalismus.de:

… im sonstigen Internet:

Direktanbindung an die Verbrecherkartei

Von Fiete Stegers am 8. Juni 2009

Screenshot TampaBay.com (Unkenntlichmachung durch onlinejournalismus.de)

Fotos, Namen und weitere persönlichen Daten aller von den lokalen Polizeibehörden in den letzten 24 Stunden Festgenommen werden bei TampaBay.com ohne redaktionelle Bearbeitung automatisch ins Netz gestellt: Die anwesenden Studenten und Journalisten reagierten mit einer Mischung aus Unglauben und Empörung, als Regina McCombs vom Poynter Institute kürzlich auf einer Veranstaltung in Hamburg auf das Projekt der St. Petersburg Times zu sprechen kam. Auch in den USA waren nach dem Launch der Microsite der Zeitung (die über eine komplizierte Konstruktion mit dem Poynter Institut verbunden ist) diskutiert worden, ob das ethisch vertretbar sei.

Warum es aber generell gut ist, wenn Journalisten öffentliche zugängliche Daten nehmen (oder den Zugang dazu einfordern) und journalistisch aufbereiten, thematisiere ich in meiner jüngsten Kolumne bei Dnews.de.

Weitere Links

Hypermedia-Homepage als YouTube-Video

Von Fiete Stegers am 5. Juni 2009

Die “Website” der Multimedia-Agentur Boone Oakley setzt sich ausschließlich aus YouTube-Videos zusammen, die durch ins Video intergrierte Hyperlinks miteinander verbunden sind. Da selber Angucken mehr ist als tausend Worte:

(via Rivva/Werbeblogger)