Archiv für Juli 2009

Umfrage zur “Kostenlos-Mentalität”

Von Thomas Mrazek am 31. Juli 2009

“Sinkende Anzeigenerlöse, Abwanderung der jüngeren Leser in das Internet und die negativen Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise – ein Mix aus all diesen Aspekten führte zum momentanen Zeitungssterben in den USA. Aber ist das Zeitungssterben nur auf Amerika beschränkt oder kann es in den nächsten Jahren zu einem ähnlichen Schreckensszenario auch in Deutschland kommen?”, schreibt Stephan Gemke, Student an der BiTS – die Unternehmer-Hochschule, Iserlohn. Er hat seine Bachelor-Arbeit auf dieses Thema ausgerichtet. Der Titel seiner Arbeit lautet „Schluss mit dem Nulltarif-Wahn im Internet“ und beleuchtet die Gratiskultur im Web.

Seine Ziele formuliert er so: „Zum einen möchte ich das Phänomen der Kostenlos-Mentalität greifbar machen und wirklich hinterfragen, ob da was dran ist. Zum anderen möchte ich gleichzeitig die Potenziale für journalistischen Paid-Content erforschen.“ Zu diesem Zweck hat er eine Umfrage entworfen, die unter www.umfrageonline.com/live.php?code=8921049336483 zu finden ist.

„Für eine hohe Aussagekraft und Relevanz dieser Studie müssen viele User mitmachen. Wie in der Politik kommt es auch hier auf jede Stimme an. Denn der Vorteil der deutschen Medienlandschaft ist es, das man von den amerikanischen Entwicklungen lernen und entsprechend vorbeugen kann. Dazu soll diese Bachelorarbeit und Studie dienen, indem sie ganz aktuell die Potenziale für eine Kostenpflichtigkeit von journalistischen Inhalten aufzeigt“, schreibt Gemke. Also nehmen Sie sich bitte diese 15 Minuten Zeit, wir werden gerne über die Ergebnisse hier berichten.

Umfrage: Wie arbeiten Videojournalisten?

Von Fiete Stegers am 31. Juli 2009

Beatrice von Mirbach sucht für ihre Masterarbeit an der Hamburg Media School Videojournalisten, die Fragen zu ihrer Arbeit beantworten: Wie sind die Bedingungen? Wie nehmen die VJs ihre Arbeit selbst wahr? Der Online-Fragebogen werde vollständig anonym ausgewertet, schreibt die Forscherin.

[Update: Link korrigiert, war ein Re-Routing.]

Massenbeschäftigung für moderne Mediennutzer

Von Fiete Stegers am 31. Juli 2009

Screenshots [M]: NPR, Guardian, ORF

Journalisten setzen zu selten auf ihren Publikumsjoker: Ein Plädoyer für mehr Crowdsourcing und gegen Sockelgehabe.

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Heddesheimblog: Seinen Job lieben und die Leser ernst nehmen

Von Thomas Mrazek am 23. Juli 2009

screenshot_heddesheimblog

Der Journalist Hardy Prothmann betreibt seit April das Heddesheimblog. Hardy Prothmann ist überzeugt, dass diese Form des Regionaljournalismus eine Zukunft hat. Wir haben mit ihm gesprochen.

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Good experience, not a lot to show

Von Matthias Spielkamp am 21. Juli 2009

Mobile reporting can be a frustrating experience. The worst part is lack of connectivity. G3 is just not fast enough to make uploading video files and even audio files a worthwhile experience, and when travelling the signal is to unstable to do anything other than checking email (with a client, no web mail) and Twittering.

Technical difficulties add to the problem: my – very interesting – short Audioboo interview with Thomas H. Kaspar, Executive Editor for Community at Chip, a community with 1.5 million members and outlets in more than 10 European countries and India, vanished from the face of the earth without the option to make a backup before publication. And the Qik videos my colleague Van from Vietnam supposedly live streamed this morning during our visit to jetzt.de never showed up on the website. I have no idea where they went.

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Auf Reisen in Deutschland mit Multimedia- und Online-Journalisten aus 11 Ländern

Von Matthias Spielkamp am 18. Juli 2009

Ich bin mal wieder zu Gast bei Onlinejournalismus, denn seit heute bin ich mit 15 Journalisten aus 11 Entwicklungsländern unterwegs durch Deutschland. Was genau wir vorhaben, steht unten auf Englisch erklärt. Ich unterrichte derzeit beim Internationalen Institut für Journalismus (IIJ) den Kurs „Multimedia and Online Journalism“, der neun Wochen dauert und auch diese Exkursion mit einschließt. Obwohl ich den Kurs bereits zum dritten Mal unterrichte, ist es meine erste Exkursion, da wir immer zwei Dozenten sind und in der Vergangenheit die Kollegen die Study Tour geleitet haben.

Ich kann nicht verhehlen, dass ich recht stolz auf das Programm bin, das uns zu acht interessanten Online-Redaktionen bringt, wo wir mit den verantwortlichen RedakteurInnen sprechen. Ich denke, dass das eine oder andere auch für meine deutschen Follower interessant sein könnte. Daher habe ich unter Tweetdeck, das ja mehrere Accounts erlaubt, auch einen IIJ-Account eingerichtet und werde das meiste, was ich twittere, auf beide Accounts schicken. Wer sich für mehr Informationen von der Tour interessiert, der sollte Follower von IIJ werden, denn die Tweets, die andere vom IIJ-Account aus schreiben, kommen natürlich nicht über meinen spielkamp-Account.

Bloggen werde ich hier, im IIJ-Blog und bei immateriblog.de.

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Heilige Dreifaltigkeit im Westen: Symbolbilder - Klickstrecke - rechtsfreier Raum

Von Fiete Stegers am 16. Juli 2009

“Ein Online-Artikel einer Zeitung darf kein klickstreckenfreier Raum sein?”… fragt das Pottblog angesichts eines Artikels bei Der Westen, der das Twitter-Mem des vermeintlichen rechtsfreien Raums Internet mit einer - ja, wirklich - Zitate-Bildergalerie illustriert.

See for yourself.

(Diese Funktion, um Fotos aus der Bildergalerie gleich als Abzug zu bestellen - ist die Standard bei Der Westen?)

Netzpolitik.org fordert auf: Bürger-Meinungen zum Dreistufen-Test

Von Fiete Stegers am 13. Juli 2009

Netzpolitik.org dreht in den letzten Monaten verstärkt an der Kampagnenschraube: Nun ruft das Weblog Zuschauer, Hörer und Internet-Nutzer auf, ihre Meinungen zu den Internet-Angeboten von ARD und ZDF abzugeben. Derzeit müssen diese im bereits berüchtigten Dreistufentest nachträglich genehmigt werden. Im Rahmen dieses Tests werden auch Stellungnahmen von Dritten berücksichtigt. Daran beteiligen sich in der Regel Konkurrenten, Lobbyisten und andere Fachleute mit Eingaben. Netzpolitik.org meint:

Das blöde ist, dass die Nutzer in der Debatte nie gefragt werden. Auf den üblichen Medienkongressen mit ihrer Meinungsbildung diskutieren Politiker mit Verlegern / Verbänden und dem Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk immer nur darüber, dass letztere weniger im Netz machen können dürfen. Das prägt die Debatte. Verbraucherschützer und Zuschauer und Zuhörer werden nicht gefragt. Dabei bezahlen wir den Laden und in der Regel wünscht man sich als Zuschauer und Zuhörer viel mehr.

Netzpolitik.org ruft nun Bürger auf, sich selbst zu Wort melden und äußert gleich Vorschläge, wie: Mehr Creative-Commons-Lizenzen, mehr offene Formate, 7-Tage-Frist für Archive abschaffen, weg mit dem Sendebezug.

Update: Letzteres sieht Jörg Sadrozinski in seiner Reaktion im Tagesschau-Blog bereits entschärft.

[Hinweis: Ich arbeite für tagesschau.de und andere öffentlich-rechtliche Auftraggeber.]

Online? Zum Kotzen! (sic!)

Von Thomas Mrazek am 10. Juli 2009

In der Mailingliste Jonet fragte ein Kollege, ob das bei Stern.de gezeigte Bild eines sterbenden “Tierhetzers” in Pamplona noch zum “Qualitätsjournalismus” gehöre. Je nun, ich habe mal kurz geschaut, bei Bild.de und Focus Online gibt es sogar Bewegtbilder, die zeigen, wie ein Stier diesen Menschen auf die Hörner nimmt (diese Videos werden sicherlich auch bald bei anderen Angeboten zu sehen sein). Bei Express.de fand ich sie indes noch nicht, dafür gibt es dort eine weitere Pretiose onlinejournalistischen Arbeitens zu bestaunen: Ein junge Frau kotzt neben einem Express-Mitarbeiter, der Anreißertext zu diesem 16-Sekunden-Stück: “Online-Oli bringt Fans zum Würgen. Eine junge Dame “unter-bricht” mal kurz Online-Oli”.

Nachtrag 11.07.09

Die erste Szene aus dem genannten Video (u.a. bei Bild.de und Focus Online) zeigt offenbar nicht, wie ein Mensch zu Tode kommt. Erklärungen, ob es wirklich so ist, gibt es allerdings nicht, man kann also darüber spekulieren - das ist nicht unbedingt der Sinn von Berichterstattung.

Zeitungskrise? Nicht bei uns!

Von Gastautor(in) am 10. Juli 2009

Alte Zeitung | Foto: just.Luc unter http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/deed.de
Foto: just.Luc unter Creative Commons

Gastbeitrag von Peter Schumacher

Der Bundesverband deutscher Zeitungsverleger erklärt uns in dieser Pressemitteilung, warum in Deutschland eine Zeitungskrise wie in den USA quasi undenkbar ist:

Anders als in den USA seien die Zeitungen in Deutschland sehr gut aufgestellt. Ein Grund sei die enge Bindung zu ihrem Publikum, die im Lokalen besonders ausgeprägt sei. Dazu gehöre außerdem ein Vertriebssystem, das mit der Zeitungszustellung bis zur Haustür weltweit beispielhaft sei. In Deutschland würden die besten Zeitungen der Welt gemacht und im Unterschied zu den USA und vielen anderen Ländern gelte hier nicht der ausschließlich renditeorientierte Shareholder value. Die deutsche Zeitungs­branche sei mittelständisch geprägt. An der Spitze stünden Verleger mit publizistischem und unternehmerischem Anspruch.


Peter Schumacher
ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Medienwissenschaft an der Universität Trier.

Nachtrag 12.07.09
Christian Jakubetz nimmt sich auch noch mal des Themas an: “Die Zeitung, die gute und edle”.

Weitere Links
Vor zwei Jahren war bei uns der “Qualitätsjournalismus” auf ähnliche Art und Weise auf dem Prüfstand: “Hans-Jürgen Jakobs und der “Journalismus in Gefahr” - ein Nachdenkstück zum Mitklicken”.